19. März 2018

Rotfuchs Foxy zu Besuch bei den NABU Naturtrainern

(C)NABU/L. Breitsprecher: Rolf Niggemeyer mit Rotfüchsin Foxy
(C)NABU/L. Breitsprecher: Rolf Niggemeyer mit Rotfüchsin Foxy

Paderborn/Lippe – Im Rahmen der Ausbildung zum NABU Naturtrainer hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am vergangenem Samstag einen ganz besonderen Gast: Der Referent Rolf Niggemeyer berichtete nicht nur über das Thema Fuchs, sondern brachte auch seine Füchsin Foxy mit und begeisterte.

 

Seit Oktober 2016 lernen zehn Seniorinnen und Senioren aus den Kreisen Paderborn und Lippe in Workshops verschiedene Themen rund um die Natur kennen. Die Naturtrainer gehen dann in Kitas und Kindergärten und bringen den Kindern diese Themen spielerisch und kindgerecht näher. Ein besonderes Highlight in der Ausbildung zum Naturtrainer stellte der Besuch von der Rotfüchsin Foxy am vergangenem Samstag im Prinzenpalais in Bad Lippspringe dar. Foxy lebt bei Rolf Niggemeyer und besucht mit ihm gemeinsam regelmäßig Kindergärten und Schulen. Die Naturtrainer lernten viel über die natürliche Lebensweise der Füchse und wie sie den Kindern das Thema Fuchs spannend vermitteln können. Weiter erfuhren sie auch, wie es ist, mit einem Fuchs unter einem Dach zu leben. Denn auch wenn Foxy zahm ist, ist sie ein Wildtier, welches andere Ansprüche hat als ein Hund.

(C)NABU/L. Breitsprecher: NABU Naturtrainerinnern und Naturtrainer mit Referent Rolf Niggemeyer und Rotfüchsin Foxy
(C)NABU/L. Breitsprecher: NABU Naturtrainerinnern und Naturtrainer mit Referent Rolf Niggemeyer und Rotfüchsin Foxy

Wichtig war es für die Teilnehmer zu wissen, wie es um potentielle Gefahren aussieht, die von einem Fuchs ausgehen könnten. Niggemeyer beruhigte, Tollwut gebe es seit 10 Jahren in Deutschland nicht mehr und auch Fuchsbandwurm wurde bisher noch nie über Beeren aus dem Wald übertragen. Zudem sei Foxy wie ein Hund gegen alles geimpft. Daher durften die Naturtrainerinnen und -trainer die Füchsin auch streicheln. Foxy ist sehr zutraulich, wodurch die Arbeit mit Kindern möglich ist.

 

Die Rotfüchsin konnte nach einem schweren Autounfall nicht mehr in die Wildnis freigelassen werden. Seitdem Niggemeyer alle behördlichen Genehmigungen zum Halten der Füchsin erhielt, lebt sie bei ihm und seiner Frau Monika mit im Haus. „Mein erstes Stofftier war ein Fuchs und schon immer bin ich von den Tieren begeistert gewesen“, so Niggemeyer. Er besucht zweimal in der Woche mit Foxy Kindergärten und Schulen und sie klären gemeinsam zum Thema Fuchs auf.

 


12. März 2018

Kröten und Krötenhelfer stehen in den Startlöchern

NABU NRW rechnet am Wochenende mit Beginn der Krötenwanderung im nordrhein-westfälischen Tiefland | Autofahrer in der Dämmerung bitte vorsichtig fahren!

(C)NABU Lippe/M. Düsterberg
(C)NABU Lippe/M. Düsterberg

Das frühlingshafte Wetter der kommenden Tage lockt endlich Kröten, Frösche und Molche aus ihren Winterquartieren hervor. Mit milden Nachttemperaturen von über 6° C ist zum Wochenende an vielen Orten in Nordrhein-Westfalen mit den ersten Amphibien-Wanderungen zu rechnen. „Endlich wird es auch in der Nacht so warm, dass die Kröten aus ihren Winterverstecken kommen und zu ihren Laichgewässern laufen. Besonders im nordrhein-westfälischen Tiefland dürfte einiges los sein“, erklärt Monika Hachtel, Sprecherin des NABU-Fachausschusses Amphibien- und Reptilienschutz in NRW.

 

Die kalten und frostigen Nächte der letzten Wochen haben die wechselwarmen Frösche und Kröten bislang von ihrer Frühlingswanderung abgehalten. Doch nun werden die Bedingungen in den niederen Lagen günstiger. Besonders bei mildem und feuchtem Wetter, wie es am Samstag und Sonntag zu erwarten ist, machen sie sich auf den Weg. Aktuell lägen bereits einzelne Meldungen aus dem Köln-Bonner Raum vor. In den höheren Lagen müsse man sich jedoch noch etwas gedulden, zumal auch ab nächster Woche bei wieder frostigen Nächten mit Unterbrechungen der Wanderungen zu rechnen sei.

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8. März 2018

Gartenpflegeeinsatz am Rolfschen Hof

(C)NABU Lippe/S. Haferbeck
(C)NABU Lippe/S. Haferbeck

Liebe NABU-Freundinnen und NABU-Freunde, liebe Garteninteressierten,

 

der Frühling naht und die beiden Gärten am Rolfschen Hof erwachen langsam aus dem Winterschlaf. Nach dem Winter brauchen die Pflanzen ein bisschen Zuwendung und so planen wir unseren ersten größeren Garteneinsatz für dieses Jahr! Wer gerne im Garten herum wuselt, zwischendurch ein nettes Schwätzchen zu schätzen weiß und sich über einen gemeinsamen Ausklang am Ende freut, ist herzlich eingeladen am

 

Samstag, den 31. März 2018 von 9-13 Uhr

 

dabei zu sein.

 

Uns ist bewusst, dass der Termin am Osterwochenende nicht perfekt gewählt ist, aber manchmal klappt das mit den Terminen einfach nicht so, wie man sich das vorstellt 😉 Vielleicht hat ja doch die eine oder der andere Lust, sich nach dem Eierfärben am Karfreitag zu bewegen.

 

Wir würden uns sehr freuen, wenn jeder eine leckere Kleinigkeit für den gemeinsamen Ausklang mitbringt. Tee und Kaffee können am Rolfschen Hof gekocht werden. Bitte bringt euch Wasser und Arbeitshandschuhe selber mit.

Für weitere Fragen bitte bei Stefan Wrobel unter 05231-569253 oder mosaico@t-online.de melden.

 

Künftig wollen wir mehrere Einsätze dieser Art im Jahr durchführen und so unsere ehrenamtliche Gartenpflegetruppe nach Möglichkeit erweitern.


30. Januar 2018

Betretungsverbot in lippischen Wäldern verlängert!

(C)NABU Lippe/M. Düsterberg
(C)NABU Lippe/M. Düsterberg

Das Regionalforstamt Ostwestfalen-Lippe warnt auch fast zwei Wochen nach Sturmtief 'Friederike' vor dem Betreten der Wälder. Das für den Kreis Lippe geltende Betretungsverbot ist bis zum 28. Februar 2018 verlängert worden.

 

Das gilt selbstverständlich auch für alle NABU-Flächen in Lippe, wie z. B. die Waldgebiete an der NABU Umweltbildungsstätte Rolfscher Hof. Aufgrunddessen müssen wir die bereits gebuchten Veranstaltungen für diesen Zeitraum absagen bzw. verschieben! Desweiteren werden auch keine Veranstaltungen für den Monat Februar mehr angenommen!

 

Wir bitten auch alle Spaziergänger auf dem Gelände des Rolfschen Hofes, sich an dieses Verbot und eventuelle Absperrungen zu halten. Es sind einige Sturmschäden auf dem Gelände vorhanden - wir sind dabei, diese aufzuarbeiten.


30. Januar 2018

Ergebnisse der „Stunde der Wintervögel 2018“ in Lippe

(C)NABU Lippe/M. Düsterberg: Dompfaff
(C)NABU Lippe/M. Düsterberg: Dompfaff

Die Wintervogelzählung war auch in Lippe wieder ein großer Erfolg! So wurden in 571 Gärten 20.121 Vögel von 783 Vogelfreunden gezählt. Allen Vögeln voran schaffte es der Haussperling wieder auf Platz 1 der Rangliste, welcher in Lippe in diesem Jahr immerhin 61 Vogelarten angehörten. Gegenüber der Wintervogelzählung von 2017 konnte der teils eklatante Rückgang bei einigen Arten in 2018 nicht wieder beobachtet werden. So haben sich die in fast jedem lippischen Garten dominanten Kohl- und Blaumeisen mit jeweils plus 66 % gegenüber 2017 wieder „normalisiert“. Auch die Anzahlen der Kleiber und Dompfaffen (Gimpel) erreichten annähernd wieder die Zahlen von vor 2017.

 

 

Als ein Indiz für die vorhandene Dynamik in der heimischen Vogelwelt sind die vielen Ausreißer bei denen überdurchschnittlich hohe Beobachtungszahlen zu vermerken sind! So wurden  in diesem Winter gegenüber 2017 beispielsweise dreimal so viele Stieglitze, fast siebenmal so viele Stare, viermal mehr Kernbeißer und 4,5 mal mehr Haubenmeisen in Lippe gezählt! Diese Zahlen relativieren sicher aber teilweise, wenn man sich die Zahlen von 2011 bis 2016 ansieht. Auch das Zugverhalten einiger Arten, bedingt z.B. durch Witterungseinflüsse, sorgt wohl für nicht gleichbleibende Beobachtungenzahlen.

 

(C)NABU Lippe/M. Düsterberg: Goldammer
(C)NABU Lippe/M. Düsterberg: Goldammer

Es sind jedoch auch rückläufige Zählergebnisse zu vermelden wie bei der Amsel, die im Winter 2017 auf Platz 1 der Rangliste kursierte, in 2018 aber wieder auf die Werte der Jahre vor 2017 zurückfiel und auf sich nun auf Rang 3 befindet. Auffällig sind auch die rückläufigen Zahlen der gesichteten Sing- und Wacholderdrosseln (-91 % bzw. -51 %), der Goldammern (-45 %) sowie der Ringeltauben (-52 %) und Rabenkrähen (-42 %). Bei allen der fünf vorgenannten Arten sind aber in den letzten Jahren immer wieder stark unstete Beobachtungszahlen zu verzeichnen. Über die Gründe hierfür gibt es bisher leider kaum Angaben. Für Arten wie der Goldammer zum Beispiel, die offene und halboffene Geländestrukturen mit Gehölzen und Hecken als Lebensraum benötigt, nimmt aber offensichtlich der Lebensraum in unserer aufgeräumten Landschaft immer mehr ab. Manch Leser wird sich sicherlich schon oft selbst gefragt haben, ob das Auf-Stocksetzen ganzer Feldraine und Straßen Gehölze jedes Mal in diesem Umfang nötig gewesen wäre, oder ein gemäßigtes Zurückschneiden nicht auch gereicht und damit weiterhin Lebensraum ermöglicht hätte. Es wird dabei ja nicht nur das Habitat der Vögel für mehrere Jahre zerstört, sondern auch jener für viele Insekten, Amphibien und Säugetieren und zu guter Letzt auch für die Flora!

 

 

Betrachtet man die Ergebnisse der Winterzählung genauer, fällt insbesondere bei den bei uns eher selten vorkommenden Arten auf, dass kann schon eine Handvoll mehr oder weniger gesichtete Vögel große Unterschiede in den Statistiken bzw. Trends ausmachen können. Als Beispiel möge das Wintergoldhähnchen dienen. Von ihm wurden bei der Winterzählung 2017 21 Vögel gesehen. In 2018 waren es nur 5 Individuen. Sicherlich der Tatsache geschuldet, dass der Kreis Lippe nicht unbedingt der Vorzugslebensraum des Wintergoldhähnchens ist und wir es in 2017 wahrscheinlich mit einigen zusätzlichen Wintergästen zu tun hatten.

 

Eine traurige Bestandsabnahme, die jedoch in den Vogelzählungen nicht auftaucht weil eine Nullzählung in der Rangliste nicht vorgesehen ist, ist beim Rebhuhn zu verzeichnen. In 2011 wurden noch ganze 6 Rebhühner in lippischen Gärten bei der Stunde der Wintervögel gezählt, ab da an bis heute tauchte es leider in keiner Winterzählung mehr auf! Auch hierfür ist der Grund in den zunehmend mehr und mehr abnehmenden Lebensräumen gerade für diese Vogelart zu suchen.

 

 

Wer sich für genaueren Zahlen interessiert, dem sei die NABU Homepage auf Bundesebene mit den Stichworten Stunde der Wintervögel 2018 / Ergebnisse empfohlen. Hier können die Zählergebnisse bis auf Kreisebene und auch für die vorangegangen Jahre eingesehen werden. Auch lohnt sich ein Blick auf die Statistiken zu jeder Vogelart, die durch Anklicken der Art auf der Seite der Rangliste angezeigt werden.

 

 

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-wintervoegel/ergebnisse/21784.html?jahr=2018&ort=057660000000&vogelart=M%C3%B6nchsgrasm%C3%BCcke&bundesland=Nordrhein-Westfalen&formchange=1

 

 

Das folgende Diagramm möge als interessante Übersicht über die seit 2011 bis 2018 durchgeführten Stunden der Wintervögel und deren Ergebnisse dienen:

(C)NABU Lippe/F. Krupke
(C)NABU Lippe/F. Krupke

26. Januar 2018

Spendenaufruf 2018

Kauf einer Fläche in Dörentrup

(C)NABU Lippe/B. Mühlenmeier: Das Landkärtchen (Araschnia levana), hier in der dunklen Sommergeneration, kommt  am Selberg vor.
(C)NABU Lippe/B. Mühlenmeier: Das Landkärtchen (Araschnia levana), hier in der dunklen Sommergeneration, kommt am Selberg vor.

Liebe NABU Mitglieder, liebe Naturfreunde,


der NABU Lippe möchte auf Vorschlag der NABU-Gruppe Dörentrup eine 6.500 m² große Fläche im Landschaftsschutzgebiet „Hecken- und Grünlandkomplex Selberg-Friedenstal“ erwerben. Es handelt sich dabei um eine südexponierte Grünlandfläche mit vielen alten Hecken, die das Gebiet von den angrenzenden Ackerflächen trennen. Im Bereich Selberg hat der NABU Lippe in den letzten 20 Jahren schon drei weitere Flächen erworben und durch Heckenanpflanzungen miteinander verbunden. Diese Flächen werden seit mehreren Jahren extensiv bewirtschaftet und bilden so eine wertvolle Oase inmitten einer intensiv genutzten Ackerflur, deren Schläge oft zwischen 10 und 30 ha groß sind. Im Bereich der flachgründigen Kuppen ist der Selberg durch Hecken mit dem Biotopkomplex Friedenstal/Marksberg vernetzt, in dem der NABU Dörentrup weitere wertvolle Flächen besitzt und pflegt.

Der NABU Lippe will durch den Ankauf dieses wertvolle Biotop dauerhaft sichern und den Biotopverbund entlang der Kuppen mit seinen Mergelkuhlen und Hohlwegen fördern und weiter entwickeln. In den Hecken brüten jedes Jahr u.a. Neuntöter und Dorngrasmücke. Auf den Brachflächen des Gebietes sind oft Rebhühner und Hasen anzutreffen, im Winter auch manchmal der Raubwürger. Die Insektenfauna ist hier noch sehr vielfältig, an einem warmen Sommertag fliegen viele Schmetterlinge und Wildbienen. Der Erhalt und die extensive Nutzung solcher naturnahen Flächen durch den NABU Lippe ist auch eine wichtige Maßnahme gegen das Insektensterben.

 

Spenden* Sie bitte für dieses Projekt auf folgendes Konto des NABU Lippe:
IBAN: DE13 4825 0110 0000 1201 21 BIC: WELADED1LEM (Sparkasse Lemgo)
Stichwort: Selberg in Dörentrup


Für Ihre Unterstützung bedanken wir uns ganz herzlich.

 

Mit freundlichen Grüßen
Bernd Milde , Vorsitzender NABU Lippe

Bernd Mühlenmeier, stellv. Vorsitzender NABU Lippe + Leiter NABU Gruppe Dörentrup

 

* Überschüssige Spendenerträge setzt der NABU Lippe für weitere Grundstückskäufe in Lippe ein. Spenden sind steuerlich absetzbar. Eine Spendenbescheinigung erhalten Sie, wenn Sie auf dem Überweisungsformular Ihre An-schrift angeben. Weitere Informationen über das Gebiet erfahren Sie bei Bernd Mühlenmeier, Tel. (0 52 65) 534.


26. Januar 2018

NABU: Wölfe wandern wieder durch NRW

Erster Wolfsnachweis in diesem Jahr im Kreis Warendorf  | NABU begrüßt Position der Grünen zur Rückkehr des Wolfes

(c) NABU Lippe/T. Pusch
(c) NABU Lippe/T. Pusch

Düsseldorf – Erst wanderte die besenderte Wölfin Naya im Dezember letzten Jahres unbemerkt von Mecklenburg-Vorpommern bis nach Belgien und stattete dabei NRW auf ihrem Weg gleich drei Mal einen Besuch ab und nun wurde am 25. Januar im Kreis Warendorf ein Wolf durch einen Fotonachweis identifiziert. „Wir haben damit gerechnet, dass es jetzt und in den nächsten Wochen wieder zu Wolfsnachweisen in NRW kommen wird, denn nun ist Hauptwanderzeit der Jungwölfe“, erklärt Thomas Pusch, Sprecher des Landesfachausschuss Wolf des NABU NRW.

 

Diese verließen nun wieder ihre elterlichen Rudel auf der Suche nach eigenem Partner und Territorium und legten dabei durchaus weite Strecken zurück, ohne dass man sie dabei sichtet. „Das zeigt das Beispiel der Wölfin Naya besonders gut. Alleine durch die Besenderung konnte nachgewiesen werden, dass sie sich auch in NRW aufgehalten hat. Das ist eine spannende und wichtige Information aus dem Monitoring der Wölfe“, so Pusch weiter.

 

Der NABU erwartet in nächster Zeit weitere Nachweise von durchziehenden Wölfen in NRW. Auch deswegen begrüßt der NABU NRW ausdrücklich die kürzlich veröffentlichte Position der naturschutz- und jagdpolitischen Sprecherinnen und Sprecher der Landtagsfraktionen der Grünen, in der die Rückkehr des Wolfes positiv bemerkt und gleichzeitig auf die wichtige Funktion der Weidetierhalter im Naturschutz aufmerksam gemacht wird.

 

Wie der NABU fordern die Vertreterinnen und Vertreter der Grünen ein bundesweites Fachkonzept auch zur Unterstützung der Weidetierhalter. „So sollte die De-minimis Regelung auch in NRW bezüglich Wolfsausgleichzahlungen entsprechend den Vorgaben aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein angepasst werden“, fordert der NABU-Wolfsexperte. Als Ausnahme sei die De-minimis-Regelung getroffen worden, bei der geringfügige Zahlungen in bestimmten Fällen erlaubt seien, wie zum Beispiel für Ausgleichzahlungen bei Wolfsübergriffen. Der veranschlagte Betrag sei jedoch oftmals nicht ausreichend, um die entstehenden Kosten zu decken. Es sei daher erfreulich, dass sich auf politischer Seite Gedanken gemacht wird, wie dieser Missstand nun auch bundeseinheitlich bei Kompensationszahlungen umgangen werden kann.

 

Um den Menschen die Sorgen vor dem Rückkehrer Wolf zu nehmen und sie besser auf die zukünftige Anwesenheit von Wölfen in NRW vorzubereiten, hat der NABU das landesweite Umwelt- und Bildungsprojekt zur „Rückkehr des Wolfes nach NRW“ ins Leben gerufen. „Der NABU will so dazu beitragen, die Akzeptanz für den Wolf in der Bevölkerung weiter zu stärken“, ergänzt Katharina Stenglein, Leiterin des Bildungsprojekts zum Wolf beim NABU NRW. Gefördert wird das Projekt von der Stiftung Umwelt und Entwicklung. Derzeit ist die Wanderausstellung zum Wolf im Besucherzentrum des Nationalparks Eifel zu sehen.

 

Mehr zu den aktuellen Infos rund um den Wolf in Nordrhein-Westfalen findet man hier:

https://www.nrw-wolf.de/wolfserwartungsland-nrw/

Weitere Infos zum NABU NRW-Bildungsprojekt Wolf unter:

https://nrw.nabu.de/wolfsprojekt

 

Für Rückfragen:

Thomas Pusch, Sprecher LFA Wolf im NABU NRW, mobil: 0170 2158624

Katharina Stenglein, Projektleiterin „Die Rückkehr des Wolfes nach NRW“ des NABU NRW, mobil: 0177 938 4936

 

_______________________________________________________________________

Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail:B.Koenigs@NABU-NRW.de


25. Januar 2018

Wichtiger Schritt in die Zukunft

1. Lippische Artenschutzkonferenz ein Erfolg

(C)NABU Lippe/T. Pusch
(C)NABU Lippe/T. Pusch

Detmold. Landrat Dr. Axel Lehmann eröffnete die 1. Lippische Artenschutzkonferenz am 12. und 13. Januar 2018 im Plenarsaal des Kreishauses. Mit über 230 Teilnehmern war die Konferenz ausgebucht. In seiner Begrüßungsrede skizzierte der Landrat den Stand der Umweltschäden sowie den immensen Rückgang der verschiedenen Arten, dessen Ursachen u.a. in dem Verlust von Lebensräumen durch Wilderei vor allem auf dem afrikanischen Kontinent und in dem sich abzeichnenden Klimawandel liegen. „Alarmzeichen, die wachrütteln sollten“, wie er konstatierte. Er zeigte aber auch auf positive Entwicklungen, vor allem im hiesigen Kreis. Die vielschichten Probleme im Umweltbereich müssten unter fachkundiger Beratung endlich in Angriff genommen werden. Diese Veranstaltung ist der Auftakt für ein umfangreiches, noch zu erarbeitendes, Konzept und soll verschiedene Interessengruppen an einen Tisch holen.

 

Neben zahlreichen Fachvorträgen und Kurzreferaten der beteiligten Organisationen und Verbände blieb auch Zeit für Diskussionen und Gespräche. Der mit viel Beifall bedachte Fachvortrag von Matthias Füller, Leiter der Biologischen Station Lippe, der konkret die Situation im Kreis Lippe beleuchtete, soll zukünftig als Arbeitsgrundlage für den zu bildenden Fachbeirat dienen.

 

Im Eingangsbereich wurden die zahlreichen Informationsstände sowie der große Buchstand von den Besuchern ausgiebig genutzt. Für das leibliche Wohl war ebenfalls bestens gesorgt.

 

Das Resümee der Teilnehmer war durchweg positiv.

„Es ist ein wichtiger, erster Schritt“, erklärte Bernd Milde, Vorsitzender des NABU Lippe, „aber wir müssen weitere konkrete Schritte folgen lassen.“ Dabei sei es nach seiner Auffassung wichtig, ein nachhaltiges, langfristiges Konzept zu erstellen, „jedoch sollten wir es in kleine einzelne Abschnitte untergliedern, die in zeitnahen Schritten abzuarbeiten und vor allem kontrolliert zu erreichen sind“.

„Der ganze Prozess darf kein Strohfeuer werden, sondern muss kontinuierlich mit Leben gefüllt werden“, wie er weiter ausführte.  „Positiv herauszustellen ist, dass alle Beteiligten das Thema Biodiversität und Artenschutz sehr ernst nehmen".

 

Der NABU wird den angestoßenen Prozess weiter begleiten und intensiv unterstützen.

 

Weitere Bilder und Impressionen finden Sie hier.

Auch die Vorträge der Referenten werden online abrufbar sein, sobald sie freigegeben wurden.


11. Dezember 2017

NABU NRW ruft wieder zur Vogelzählung am Futterhäuschen auf

Bundesweite Mitmachaktion "Stunde der Wintervögel" vom 5. bis 7. Januar 2018

(C)NABU/M. Düsterberg: Gimpel im Schnee
(C)NABU/M. Düsterberg: Gimpel im Schnee

Düsseldorf.– Nachdem im vergangenen Winter ungewöhnlich wenige Vögel in Gärten und Parks bei der „Stunde der Wintervögel“ gesichtet worden waren, deuten erste Beobachtungen darauf hin, dass in diesem Jahr wieder mehr gefiederte Gäste an die Futterhäuschen kommen. Um hierzu umfassende Daten zu gewinnen, hofft der NABU auf eine hohe Teilnehmerzahl bei der „Stunde der Wintervögel“, die bundesweit vom 5. bis zum 7. Januar 2018 stattfindet.

 

 

 

Im Durchschnitt 17 Prozent weniger Vögel beobachteten die Teilnehmer im Winter 2017 im Vergleich zu den Vorjahren. Pro Garten ließen sich im Schnitt nur rund 34 Vögel und acht verschiedene Arten sehen – sonst liegt der Schnitt bei etwa 41 und neun Arten. Vor allem bei den häufigen Wintervögeln, wie Kohl- und Blaumeise, aber auch Kleiber und Kernbeißer, wurden die niedrigsten Zahlen seit Beginn der Aktion 2011 gemeldet. „Das hatte vermutlich nicht nur mit einem guten Nahrungsangebot in Polen, dem Baltikum und Russland zu tun“, sagt Heinz Kowalski, Vogelschutzexperte des NABU NRW. Rückfragen bei dortigen Ornithologen bestätigten ebenfalls geringe Bruterfolge polnischer und russischer Meisenbestände in 2016. Dies wirke sich natürlich direkt auf die hiesigen Bestände im darauffolgenden Winter aus.

 

Während es wetterbedingt immer mal wieder schlechte Jahre für die Vögel gebe und so ein Ereignis meist in den Folgejahren wieder ausgeglichen werde, beobachten Vogelschützer seit Jahren zudem ein generelles Problem für den Vogelbestand. Eine ernste Gefahr stelle die Landschaftsveränderung durch die industrielle Landwirtschaft mit dem dramatischen Anstieg von Mais- und Rapsmonokulturen sowie der zunehmende Einsatz von Pestiziden dar. Kowalski: „Darin wird auch eine der Ursachen für den Besorgnis erregenden Rückgang von Fluginsekten gesehen, die dann wieder den Vögeln zur Ernährung ihrer Jungen während der Brutzeit fehlen.“

 

Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und findet bereits zum achten Mal statt. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und sein bayerischer Partner Landesbund für Vogelschutz (LBV) rufen Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und dem NABU zu melden.

 

Die Wintervogelzählung funktioniert ganz einfach: Von einem ruhigen Beobachtungsplätzchen aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können dann im Internet unter www.stundederwintervoegel.de bis zum 16. Januar gemeldet werden. Zudem ist für telefonische Meldungen am 6. und 7. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet.

 

Das pure Interesse und die Freude an der Vogelwelt reichen zur Teilnahme aus, eine besondere Qualifikation ist für die Wintervogelzählung nicht nötig. Bei der letzten großen Zählaktion im Januar 2017 beteiligten sich allein in Nordrhein-Westfalen über 23.000 Menschen. Insgesamt gingen Meldungen aus 16.100 Gärten und Parks mit über 460.000 gezählten Vögeln ein. Der Haussperling ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in nordrhein-westfälischen Gärten, die Amsel landete auf Platz zwei. Auf den Plätzen drei bis fünf folgten Kohlemeise, Blaumeise und Buchfink.

 

Im Rahmen der „Schulstunde der Wintervögel“ vom 8. bis 12. Januar bietet die NAJU auf www.NAJU.de/SdW Zählkarten, ein Poster und ein Wintervogel-Quiz für Kindergruppen und Schulklassen an. Bei fünf Aktionen lernen sie Vögel und ihre Anpassungsstrategien an die kalte Jahreszeit kennen. Die Zählergebnisse der Kinder fließen ebenfalls in die NABU-Auswertung ein.

 

Mehr Informationen...

 

 


16. Oktober 2017

NABU und LBV: Star ist Vogel des Jahres 2018

Das Imitationstalent unter den Vögeln wird immer seltener

(C)NABU/Georg Dorff
(C)NABU/Georg Dorff

 Berlin/Düsseldorf – Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und sein bayerischer Partner LBV, Landesbund für Vogelschutz, haben den Star (Sturnus vulgaris) zum „Vogel des Jahres 2018“ gewählt. Auf den Waldkauz, Vogel des Jahres 2017, folgt damit ein Singvogel.

 

„Der Star ist bekannt als Allerweltsvogel – den Menschen vertraut und weit verbreitet. Doch seine Präsenz in unserem Alltag täuscht, denn der Starenbestand nimmt ab. Es fehlt an Lebensräumen mit Brutmöglichkeiten und Nahrung – insbesondere verursacht durch die industrielle Landwirtschaft“, sagt Heinz Kowalski, NABU-Präsidiumsmitglied. Eine Million Starenpaare haben man alleine in Deutschland in nur zwei Jahrzehnten verloren. Jetzt gelte es, den Star durch praktischen Naturschutz und Sicherung des Lebensraums zu unterstützen.

 

Der Bestand des Stars in Deutschland schwankt jährlich zwischen 3 und 4,5 Millionen Paaren, je nach Nahrungsangebot und Bruterfolg im Vorjahr. Das sind zehn Prozent des europäischen Starenbestandes, der bei 23 bis 56 Millionen liegt. Trotzdem ist der schillernde Geselle ein typisches Beispiel für den stillen Rückgang der häufigen Vogelarten, denn sein Bestand nimmt stetig ab. In der aktuellen deutschlandweiten Roten Liste ist der Star sogar direkt von „ungefährdet“ (RL 2007) auf „gefährdet“ (RL 2015) hochgestuft worden, ohne auf der Vorwarnliste zu stehen.

 

Auch in Nordrhein Westfalen haben sich die Starenbestände in den letzten Jahrzehnten deutlich verringert. In der Roten Liste der Brutvögel Nordrhein-Westfalens von 2008 wurde der Star deshalb in die Vorwarnliste aufgenommen. Dabei gilt der Star im Niederrheinischen Tiefland schon als gefährdet, während er im Weserbergland noch als ungefährdet eingestuft wurde. Insgesamt ist der Star in NRW mit 155.000 – 200.000 Brutpaaren flächendeckend vertreten. In den großen, geschlossenen Waldgebieten der Mittelgebirge und im Tiefland ist er jedoch seltener anzutreffen oder fehlt dort auch stellenweise, was zumeist auf eine mangelhafte Lebensraumausstattung zurückzuführen ist.

 

Gründe für seinen Rückgang sind der Verlust und die intensive Nutzung von Weiden, Wiesen und Feldern, auf denen der Star nicht mehr genug Nahrung wie Regenwürmer und Insektenlarven findet. Werden Nutztiere nur im Stall gehalten, fehlt der Mist, der Insekten anlockt. Biozide und Agrochemikalien vernichten zudem weitere Nahrungstiere. Im Sommer und Herbst schätzen Stare zusätzlich Früchte und Beeren. Doch beerentragende Hecken zwischen den Feldern sucht man vielerorts ebenfalls vergebens. Auch mangelt es oft an geeigneten Nistplätzen dort, wo alte Bäume mit Bruthöhlen entfernt werden.

 

Angepasst hat sich der Star an die Stadt: Der urbane Geselle nutzt Nistkästen oder Hohlräume an Dächern und Fassaden zum Nestbau. Parkanlagen, Friedhöfe und Kleingärten liefern ihm Nahrung. Doch auch dort droht ihm Lebensraumverlust durch Bauvorhaben, Sanierungen oder Verkehrssicherungsmaßnahmen.

 

Abhängig von seinem Lebensort ist der Jahresvogel Kurzstreckenzieher, Teilzieher oder Standvogel. Mitteleuropäische Stare ziehen im Herbst zum Großteil bis in den südlichen Mittelmeerraum und nach Nordafrika. Die maximale Zugstrecke liegt bei 2.000 Kilometern. Die viele tausend Tiere umfassenden Schwärme, der sich zum Abflug oder Rast sammelnden Stare, sorgen alljährlich für Aufmerksamkeit und sind ein beeindruckendes Naturschauspiel während des herbstlichen Vogelzugs. Immer mehr Stare verzichten aber auf lange Reisen und überwintern vor allem im Südwesten Deutschlands.

 

Bekannt ist der Star bei vielen Menschen aber auch noch für eine andere Fähigkeit - sein Talent zur Imitation von Umgebungsgeräuschen. Neben anderen Vogelstimmen kann der Star unter anderem Handyklingeltöne, Hundebellen oder Alarmanlagen perfekt nachahmen und in seinen Gesang einbauen.

 

Weitere Infos unter www.Vogel-des-Jahres.de, oder www.LBV.de

Pressefotos zum Vogel des Jahres unter: www.NABU.de/pressebilder_star