6. März 2017

Frösche und Kröten stehen in den Startlöchern

NABU bittet Autofahrer um Rücksicht während der Amphibienwanderung | Krötenhelfer an Schutzzäunen willkommen

Mindestens 6°C in der Nacht und Regen – dann fällt der Startschuss für die alljährliche Wanderung der Amphibien zu ihren Laichgewässern. Im witterungsbegünstigten Tiefland Nordrhein-Westfalens waren bereits im Februar erste kleinere Wanderungen zu verzeichnen. Sogar auf dem Winterberg wurden schon Amphibien gesichtet. Trotz teilweise frühlingshafter Temperaturen am Tag verhindern die kühlen Nächte aber bisher stärkere Wanderbewegungen. Von Mitte bis Ende kommender Woche soll es nun vorübergehend deutlich milder werden, die Wanderungen werden also aufleben.

 

„In allen Teilen von NRW wachen dann Erdkröten und Grasfrösche aus ihrer Winterruhe auf und machen sich zu 100.000en auf den Weg zu ihren Fortpflanzungsgewässern. Nicht selten kommen an einem Teich mehrere 1.000 Tiere an“, sagt Monika Hachtel, Sprecherin des Landesfachausschusses Amphibien und Reptilien des NABU NRW. Im besten Fall erreichten sie unversehrt ihr Laichgewässer. Denn leider drohten den Amphibien vielfältige Gefahren bei ihren Frühjahrswanderungen. Insbesondere die Querung von Straßen bedeute für viele nach wie vor das Todesurteil, so Hachtel weiter. Denn eine Erdkröte benötige rund 20 Minuten, um eine sieben Meter breite Straße zu überqueren. Autofahrerinnen und Autofahrer bittet der NABU daher, auf Amphibienwanderstrecken maximal 30 zu fahren.

 

Nicht wenige Tiere fallen auch in Gullys und Kellerschächte und sterben dort, wenn sie nicht gerettet werden. Doch hier kann man mit wenig Aufwand gut Abhilfe schaffen. Kellerschächte, Außentreppen und Gullys sollten mit Ausstieghilfen bestückt werden. „Gitter oder so genannte Krallmatten oder auch Holzleisten mit grober Oberfläche ermöglichen Lurchi und seinen Verwandten, selbständig aus der Falle zu krabbeln“, so die NABU-Amhibienexpertin. Hiervon profitierten auch Spitzmäuse, Käfer und andere Insekten.

 

Und was kann man sonst noch tun, um Amphibien zu schützen? Da steht die Mithilfe bei der Betreuung von Amphibienschutzzäunen entlang zahlreicher Straßen im Land an vorderster Stelle. Hachtel: „Jede helfende Hand ist hier willkommen.“ Einfach an die nächste NABU-Gruppe wenden oder unter www.amphibienschutz.de in der Liste der aufgeführten Schutzzäune den passenden Kontakt heraussuchen. Sehr viel zum Schutz dieser Tiergruppe beitragen kann man auch durch die Anlage eines Teiches, der keine Fische beinhalten sollte.

 

Im Mai sei der Spaß dann auch schon weitgehend wieder vorbei: Nach der Paarung verlassen die meisten Amphibien die Teiche sehr schnell wieder und wandern in ihre Sommerlebensräume an Land. Hier verteilen sie sich viel großflächiger in der Landschaft und sind nur noch schwer zu beobachten.

 

Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de

 

Hier können Sie tagesaktuell die Wanderungen verfolgen...


22. Februar 2017

Wölfe wandern wieder durch NRW

Erster Wolfsnachweis in diesem Jahr im Kreis Minden-Lübbecke

Düsseldorf – Wie durch das Umweltministerium heute bekannt gegeben wurde, gibt es den ersten Wolfsnachweis in NRW in diesem Jahr. Nördlich von Bad Oeynhausen im Kreis Minden-Lübbecke konnte am 20. Februar ein einzelner Wolf durch Fotoaufnahmen bestätigt werden. „Dass Wölfe gerade zu dieser Zeit nachgewiesen werden ist nicht verwunderlich“, erklärt Thomas Pusch, Sprecher des Landesfachausschuss Wolf des NABU NRW. Jetzt sei wieder Hauptwanderzeit der Jungwölfe.

 

Die Struktur und das komplexe Sozialgefüge innerhalb eines Rudels bedingen, dass ein- bis zweijährige Wölfe mit dem Eintritt in die Geschlechtsreife vom elterlichen Rudel abwandern und sich auf die Suche nach einem eigenen geeigneten Territorium beziehungsweise Partner begeben“, so Pusch weiter. Diese Wanderwölfe würden dabei durchaus lange Strecken zurücklegen. Durch das intensive Monitoring, das in Deutschland betrieben werde, sei bekannt, dass Wölfe durchaus Distanzen von bis zu 70 km pro Tag bewältigen. Pusch: „Woher nun das Individuum stammt, das für diesen aktuellen Wolfsnachweis gesorgt hat, ist - wie auch das Geschlecht des Tieres - bisher völlig unbekannt.“

 

Der NABU rechne aber in nächster Zeit mit weiteren Nachweisen von durchziehenden Wölfen in NRW. Deswegen begrüße der NABU ausdrücklich die am 3. Februar 2017 in Kraft getretene „Förderrichtlinie Wolf“ des Landes Nordrhein-Westfalen. Tierhalter erhielten nun Entschädigungen und Fördergelder, um ihre Herden zu schützen. Wie die Förderrichtlinie sich in der Praxis bewähre, müsse sich allerdings noch zeigen, so der NABU-Wolfsexperte.

 

Um den Menschen die Sorgen vor dem Rückkehrer Wolf zu nehmen und sie besser auf die zukünftige Anwesenheit von Wölfen in NRW vorzubereiten, hat der NABU das landesweite Umwelt- und Bildungsprojekt zur „Rückkehr des Wolfes nach NRW“ ins Leben gerufen. „Der NABU will so dazu beitragen, die Akzeptanz für den Wolf in der Bevölkerung weiter zu stärken“, erklärt Katharina Stenglein, Leiterin des Bildungsprojektes zum Wolf beim NABU NRW. Gefördert wird das Projekt von der Stiftung Umwelt und Entwicklung.

 

Mehr zu den aktuellen Infos rund um den Wolf in Nordrhein-Westfalen findet man hier: https://www.nrw-wolf.de/wolfserwartungsland-nrw/

Weitere Infos zum NABU NRW-Bildungsprojekt Wolf unter: https://nrw.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/wolf/wolfsprojekt/

 

Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de


21. Februar 2017

Mit der Auszeichnung des Wohnhauses der Familie Teutrine in Detmold verleiht der NABU NRW heute die 300. Plakette im Rahmen des Projekts „Fledermausfreundliches Haus“ in Nordrhein-Westfalen. Die Plakette überreichten Umweltminister Johannes Remmel, Bernd Milde, Vorsitzender des NABU Lippe und Stefan Wenzel, stellvertretender Landesvorsitzender des NABU NRW der Familie Teutrine mit der dazu gehörenden Urkunde. „Die Aktion ´Fledermausfreundliches Haus´ soll dazu beitragen, das Interesse der Öffentlichkeit auf die Gefährdung unserer heimischen Fledermausarten und die notwendigen Schutzmaßnahmen zu lenken. Jeder Einzelne kann wie Familie Teutrine mit wenig Aufwand etwas für den Artenschutz in NRW tun und durch die Erhaltung oder Neuschaffung von Quartieren zum Schutz unserer heimischen Fledermäuse beitragen“, sagte Minister Remmel bei der Verleihung.

In den Sommermonaten beobachtet Familie Teutrine immer wieder Fledermäuse, die die Bruchsteinwand ihres Wohnhauses anfliegen und unter dem Dach verschwinden. Auch auf der Jagd nach fliegenden Insekten am Bach und zwischen den Bäumen hinter dem Wohnhaus sieht die Familie die nachtaktiven Flugkünstler regelmäßig. Für Familie Teutrine war es bei der Renovierung des 170 Jahre alten Bruchsteinhauses daher selbstverständlich, die Fledermausquartiere am Haus zu erhalten.

Ausgezeichnet wird die Familie heute dafür, dass sie das Fledermausquartier schützt und beherbergt. „Leider haben nicht alle Fledermäuse so viel Glück wie die Fledermäuse der Familie Teutrine. Ich hoffe, dass weitere private Hausbesitzer diesem positiven Beispiel folgen“, so Bernd Milde, Vorsitzender des NABU Lippe. Gemeinsam mit der NABU-Fledermausbotschafterin Edda Affeldt wird der NABU Lippe das Quartier beobachten, sobald die Fledermäuse im Frühjahr wieder eingezogen sind, denn sie möchten herausfinden, welche Fledermausart mit wie vielen Tieren unter dem Dach der Teutrines leben.

Von den mehr als 20 Fledermausarten in Deutschland können über die Hälfte ihre Quartiere in unseren Häusern beziehen. „Bei Renovierungs- und Sanierungsarbeiten werden die nachtaktiven Untermieter wegen ihrer versteckten Lebensweise aber oftmals übersehen und finden so den Tod“, so Stefan Wenzel, stellvertretender NABU-Landesvorsitzender. Menschen, die Fledermäusen ein dauerhaftes Zuhause bieten oder auch neue Quartiere schaffen, möchte der NABU NRW deshalb für ihr besonderes Engagement zum Schutz der heimischen Fledermäuse ehren und mit der Plakette „Fledermausfreundliches Haus“ auszeichnen“.

Als neue Projektkoordinatorin beim NABU NRW freute sich Nadine Willius, dass das Projekt so gut angenommen werde und sich schon mehr als 300 private Hausbesitzer und öffentliche Institutionen auf die Plakette beworben haben. Wer Fledermäusen ein Quartier bietet, ist auch weiterhin aufgerufen, sich um die Auszeichnung zu bewerben.

Die Aktion wird gemeinsam vom NABU NRW und dem Umweltministerium des Lan-des Nordrhein-Westfalen getragen. Auch die Experten des verbandsübergreifenden Landesfachausschusses Fledermausschutz in Nordrhein-Westfalen unterstützen die Aktion tatkräftig und setzen sich schon seit vielen Jahren für die Fledermäuse in NRW ein.

Mehr zum Fledermausfreundlichen Haus in NRW, den Bewerbungsunterlagen und den bisherigen Auszeichnungen unter www.fledermaus-willkommen.de.

Für Rückfragen:
Nadine Willius, Projektkoordinatorin Fledermausfreundliches Haus, Tel. 0211- 15 92 51 50, E-Mail: fledermaus@NABU-NRW.de


20. Februar 2017

Schulen aufgepasst!

NABU NRW ruft wieder zu landesweitem Wettbewerb "Schmetterlingsfreundlicher Schulgarten" auf

Düsseldorf – Wie schon im vergangenen Jahr können sich auch 2017 wieder alle Schulen aus Nordrhein-Westfalen im Rahmen des NABU-Projektes „Zeit der Schmetterlinge“ um eine Plakette „Schmetterlingsfreundlicher Garten“ bewerben. Im letzten Jahr waren beim NABU NRW gut 30 Bewerbungen zur ersten landesweiten Schmetterlingszählaktion eingegangen. Neun Schulen aus den verschiedenen Landesteilen wurden bereits ausgezeichnet und erhielten jeweils ein kleines Präsent und die genannte Plakette.

 

„Dabei war nicht so wichtig, wie groß und ausgeprägt die Schmetterlingseignung des Schulgartens war. Es zählte die Bereitschaft, Kindern und Jugendlichen das Leben der Falter praktisch nahezubringen und Ideen für einen schmetterlingsfreundlichen Garten zu planen und umzusetzen“, erklärt Beate Schlichting, Leiterin des NABU-Schmetterlingsprojektes. Auch eine Schule ohne eigenen Schulgarten wurde ausgezeichnet: Die Kinder hatten Schmetterlinge herangezogen und anschließend in der Natur ausgewildert. So konnten sie von Anfang an beobachten, wie Schmetterlinge aufwachsen und lernten die Ernährung und den Lebensraum der Raupen und der erwachsenen Falter kennen.

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Wintervögel in diesem Jahr zugfaul

Düsseldorf/Berlin – Viele Menschen treibt in diesem Winter die Frage um: Wo sind die Vögel geblieben? Auffallend wenig Meisen, Finken und andere Vögel ließen sich in den vergangenen Monaten an Futterstellen sowie in Gärten und Parks blicken. Dass diese Beobachtung flächendeckend zutrifft, bestätigte jetzt Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmach-Aktion, die „Stunde der Wintervögel“. Allein in Nordrhein-Westfalen zählten 22.480 Vogelfreunde Anfang Januar eine Stunde lang über 445.000 Vögel in 615.573 Gärten und meldeten die Beobachtungen an den NABU – ein absoluter Rekordwert für das Bundesland.

„Die Sorge um ausbleibende Vögel hat viele Menschen beschäftigt. Und in der Tat: So wenige Vögel wie in diesem Winter hatten wir schon lange nicht mehr“, sagte Heinz Kowalski, stellvertretender Landesvorsitzender und NABU-Vogelexperte. Insgesamt beobachteten die Teilnehmer durchschnittlich 17 Prozent weniger Tiere als in den Jahren zuvor. Vor allem bei den häufigen Wintervögeln und Futterhausbesuchern, darunter alle Meisenarten, aber auch Kleiber und Kernbeißer, wurden die bisher niedrigsten Zahlen seit Beginn der Aktion im Jahr 2011 verzeichnet. Pro Garten ließen sich im bundesweiten Schnitt nur rund 34 Vögel und acht verschiedene Arten sehen – sonst liegt der Schnitt bei rund 41 aus neun Arten.

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13. Januar 2017

NABU: Viele Menschen, wenig Vögel

Zwischenergebnisse zur Stunde der Wintervögel aus NRW

Düsseldorf /Berlin– Die siebte bundesweite „Stunde der Wintervögel“ steuert auf einen neuen Teilnahmerekord zu: Bis zum heutigen Mittwoch sind allein in Nordrhein-Westfalen bereits Meldungen von mehr als 19.000 Vogelfreundinnen und Vogelfreunden aus knapp 13.000 Gärten beim NABU eingegangen. Noch bis zum 16. Januar können Zählergebnisse nachgemeldet werden, und auch die Eingabe der postalisch eingegangenen Meldungen steht noch aus.

Weniger erfreulich sind die Zählergebnisse. Wie schon im Vorfeld befürchtet, fehlt ein Teil der sonst in den Gärten zu beobachtenden Wintervögel: Statt der knapp 42 Vogelindividuen pro Garten im langjährigen Mittel wurden in diesem Jahr nur 34 Vögel pro Garten gemeldet – ein Rückgang von knapp 20 Prozent. „Damit bestätigen sich durch die systematische Bestandserfassung im Rahmen der Aktion die zahlreichen Meldungen von besorgten Bürgern, die in den vergangenen Monaten von gähnender Leere an den Futterhäuschen berichteten“, sagt Heinz Kowalski, stellvertretender Vorsitzender und Ornithologe des NABU NRW.

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28. Dezember 2016

NABU: Bayer-Chef Werner Baumann erhält "Dinosaurier des Jahres 2016"

Tschimpke: Geschäftsmodell Bayer-Monsanto steht für Verlust von biologischer Vielfalt

Berlin – Deutschlands peinlichster Umweltpreis, der „Dinosaurier des Jahres 2016“ geht in diesem Jahr an den Vorstandsvorsitzenden der Bayer AG, Werner Baumann. Die von Bayer-Chef Baumann eingefädelte und 66 Milliarden Dollar teure Rekordübernahme des US-Saatgutriesen Monsanto steht im Gegensatz zu den Forderungen von Umweltschützern und Verbrauchern auf der ganzen Welt, die sich eine umweltverträglichere, gift- und gentechnikfreie Landwirtschaft wünschen.

„Das Geschäftsmodell Bayer-Monsanto profitiert von einer industriellen Landwirtschaft, die auf anachronistischen Förderstrukturen fußt und durch öffentliche Gelder künstlich aufrecht erhalten wird. Dabei trägt es dazu bei, diese Systeme mit ihren schädlichen Folgen für Mensch und Natur weiter zu manifestieren. Zudem ist davon auszugehen, dass die Abhängigkeit von Bäuerinnen und Bauern weltweit durch die führende Marktmacht von Bayer-Monsanto in den Bereichen Saatgut und Pestiziden weiter zunehmen wird. Die Saatgutvielfalt dürfte dagegen weltweit schrumpfen“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Diese Strategie des ‚alles aus einer Hand‘ mit auf einander abgestimmten Saatgut und Pestiziden treibe aber nicht nur die Bäuerinnen und Bauern zunehmend in die Abhängigkeit, sondern forciere eine Intensiv-Landwirtschaft, die als einer der Hauptverursacher des globalen Verlustes von Biodiversität gilt. „Der massive Einsatz von Pestiziden führt weltweit zu einem Rückgang von Insekten, darunter auch nützliche Bestäuber wie Wildbienen oder Schmetterlinge, entzieht Vögeln der Agrarlandschaft die Lebensgrundlage und vergiftet aquatisch gebundene Lebewesen“, so Tschimpke. Damit würden mit der Fusion auch die von den Vereinten Nationen beschlossenen Nachhaltigkeitsziele torpediert, die einen Bezug zur Biodiversität aufweisen.

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15. Dezember 2016

Auffallend wenige Singvögel in Gärten und Parks

NABU NRW: Zahlreiche besorgte Nachfragen aus allen Landesteilen | Vogelbeobachtungen bei der „Stunde der Wintervögel“ vom 6.- 8. Januar 2017 melden

In den letzten Wochen häufen sich die Anrufe besorgter Bürger und Vogelschützer, die beim NABU NRW nachfragen, warum in ihrem Garten und am Futterhaus derzeit so wenige oder gar keine Vögel erscheinen. „Wahrscheinlich spielen mehrere Faktoren dabei eine Rolle“, sagt Heinz Kowalski, Ornithologe des NABU. Falsches Futter könne man aber eher ausschließen, denn die Vielzahl der Anrufe aus allen Landesteilen Nordrhein-Westfalens zeigten deutlich, dass es sich nicht um ein lokales Problem handelt. Ebenso käme die derzeit auftretende Vogelgrippe nicht als Ursache in Frage. Von ihr seien nur wenige Wildvögel wie Enten, Greifvögel oder Eulen betroffen. Vielmehr sehen die Vogelkundler des NABU zwei Hauptursachen für den auffälligen Rückgang der heimischen Singvögel.

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6. Dezember 2016

Keine Tiere unterm Weihnachtsbaum

(C)NABU/M. Düsterberg: Gelbbauch-Schildkröten
(C)NABU/M. Düsterberg: Gelbbauch-Schildkröten

Ein Haustier steht bei vielen Kindern ganz oben auf dem Wunschzettel. Doch die Entscheidung für ein Tier sollte keinesfalls spontan, sondern wohlüberlegt sein, so Bernd Milde, Vorsitzender des NABU Lippe.
Glückliche Kinderaugen bei einem tierischen Geschenk unter dem Weihnachtsbaum sind oft leider nur von kurzer Dauer, gibt er zu bedenken.

 

Als Weihnachtsgeschenk ist ein Tier denkbar ungeeignet – denn nach der Freude an Heiligabend lässt die Lust auf die anspruchsvolle Haltung schnell nach. Schließlich handelt es sich um ein Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen.

 

Gerade Katzen und Hunde werden nach den Feiertagen wieder abgegeben und landen in den Tierheimen. Die großen Vierbeiner sind anspruchsvoller und vor allem teurer als zum Beispiel ein Kaninchen oder Hamster. Immer wieder kommt es nach den Feiertagen zu wahren Rückgabewellen.

 

Nicht selten werden schon bald nach dem Erwerb viele der zwei- oder vierbeinigen Geschenke zur Belastung für den Familienfrieden. Spätestens vor dem nächsten Sommerurlaub finden sich dann unzählige Tiere auf der Straße, im nächsten Tümpel oder Gebüsch wieder, landen im Tierasyl oder sogar im Müll. Während „klassische Haustiere“ wie Hunde und Katzen mit etwas Glück ins nächste Tierheim gelangen, werden zahlreiche Wildtierarten oder deren Nachzuchten zunehmend in die freie Natur „entsorgt“.

 

Haustiere brauchen viel Zuwendung

Die Entscheidung für ein Haustier sollte in aller Ruhe getroffen werden. Dazu gehört das Abwägen, wie die Familie dem neuen Tier gerecht werden kann. Kann dem Tier dauerhaft genügend Zeit und Aufmerksamkeit gewidmet werden? Wer übernimmt welche Aufgaben und wer sorgt für das Tier, wenn Urlaub ansteht? Außerdem muss abgeklärt sein, ob ein Familienmitglied unter einer Tierhaarallergie leidet. Auch die Unterhaltskosten sollten kalkuliert werden. Bei größeren Tieren, also auch bei Hunden und Katzen, muss der Vermieter um Erlaubnis gefragt werden.

 

Natürlich müssen sich vor allem die Eltern über die Konsequenzen im Klaren sein. Zwar können Kinder durch ein Tier lernen, Verantwortung zu übernehmen, doch die Hauptlast haben die Eltern. Zudem gilt es, den richtigen Zeitpunkt zu wählen, an dem das Tier ins Haus kommen soll: Es muss sich erst an die neue Umgebung gewöhnen. Dafür sollte man sich ein paar Tage Zeit nehmen, in denen nicht allzu viel los ist.

Gefährlicher Trend: Entsorgung von tierischen Geschenken in die freie Natur

(C)NABU/M. Düsterberg: Rotbauch-Schildkröten
(C)NABU/M. Düsterberg: Rotbauch-Schildkröten

 

Nur selten haben ausgesetzte Laubfrösche, Zornnattern oder Zebrafinken und Kanarienvögel aus der Mittelmeer-Region eine echte Überlebenschance. Nicht besser ist es um handaufgezogene Wildvogelarten, wie z.B. die heimischen Grünfinken und Gimpel bestellt, von denen ebenfalls zahlreiche Individuen als Nachzuchten ehemaliger Wildfänge ihr Leben in engen Käfigen fristen. Geprägt auf den Menschen haben diese Tiere niemals gelernt, ihr Futter in der freien Natur zu suchen und Fressfeinden erfolgreich auszuweichen. Die Überlebenschance dieser armen Kreaturen sei nur minimal. Selten leben Käfigvögel in der Freiheit länger als Tage oder wenige Wochen.

Kein geringeres Problem stellen freigelassene Exoten dar. Während die meisten tropischen und subtropischen Arten bei uns kaum die Wintertage überstehen, kommen doch einige Arten aus Übersee mit unserem Klima klar. Freigesetzte Aquarienfische, Amphibien wie die aus Amerika stammenden Ochsenfrösche und Reptilien, beispielsweise exotische Schmuckschildkröten, sind keine Seltenheit mehr in Deutschlands freier Natur. Vielfach wird dies zu einem großen Problem für unsere heimischen Arten. Einmal etabliert können manche Exoten zur regelrechten Plage und ökologischen Belastung für die heimische Fauna werden und angestammte Arten durch Konkurrenz verdrängen oder durch eingeschleppte Krankheiten dezimieren. Eingeführte Tiere aus fernen Regionen können durch diese Auswirkungen in unserer heimischen Natur so "Bescherungen" ganz anderer Art anrichten, stellt der Naturschutzbund fest.

Der NABU Lippe appelliert daher an die Bürgerinnen und Bürger, verantwortungsvoll mit Tieren umzugehen und lieber auf Bescherungen dieser Art zu verzichten. Wildtiere oder deren Nachzuchten gehören einfach nicht auf den Gabentisch!


28. Oktober 2016

Lippischer Diamant 2016

Preisträger Herbert Meske

Der Ehrenpreis des NABU Lippe für besondere Verdienste im Natur- und Umweltschutz ging in diesem Jahr an Herbert Meske aus Oerlinghausen. Einen ausführliche Bericht zu der sehr gelungenen Veranstaltung können Sie in Kürze hier lesen. Das Bild zeigt Herbert Meske in der Mitte mit dem Lippischen Diamanten, eingerahmt von Arne Brand als Vertreter des Landesverbandes Lippe und dem Vorsitzenden des NABU Lippe, Bernd Milde.


24. Oktober 2016

Der Waldkauz ist Vogel des Jahres 2017 - weitere Informationen auf unserer Internetseite unter "Wer wir sind/Vogel des Jahres"...


24. Oktober 2016

Marienkäferinvasion im Herbst

Glücksbringer auf der Suche nach Winterquartieren | „Eindringlinge“ mit Hilfe von Kehrblech und Handfeger wieder hinaus befördern

Düsseldorf - Kleine Käfer sorgten am vergangenen Wochenende an vielen Orten für große Verwunderung. Auf der Suche nach geeigneten Winterquartieren flogen stellenweise Tausende Marienkäfer durch die Luft und ließen sich auf allem nieder, was sich anbot - Balkongeländer, Hauswände, Pflanzen, Mensch, Rucksack oder Brotdose. Hauptsächlich handelte es sich dabei um den Asiatischen Marienkäfer, aber auch heimische Arten wie der Siebenpunkt-Marienkäfer mischen sich darunter. Zu Hunderten krabbeln sie dabei auch schon mal durch geöffnete Fenster in mutmaßlich zum Überwintern geeignete „Hohlräume“. Der NABU ruft alle Betroffenen dazu auf, unerwünschte Eindringlinge mit Hilfe von Kehrblech und Handfeger wieder sanft hinaus zu befördern.

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14. Oktober 2016

Kraniche ziehen wieder über NRW

Mehr als 140.000 Kraniche bereit zum Abflug | NABU ruft zu Meldungen auf

Düsseldorf – In Norddeutschland rasten zur Zeit mehr als 140.000 Kraniche. Hauptrastplätze sind das Rhin- und Havelluch mit 62.000, die Boddenküste mit 45.000 Kranichen und die Diepholzer Moorniederung mit rund 30.000 Tieren. In den kommenden Tagen und Wochen werden die Kraniche auf ihrem Flug in den Süden auch wieder Nordrhein-Westfalen überqueren. Erste Zugbewegungen wurden bereits vergangene Woche über NRW gemeldet. Spielt das Wetter mit, wird man in der nächsten Zeit also wieder viele Kraniche am Himmel über NRW beobachten können. Bis Mitte November ist mit dem Hauptdurchzug der Kraniche zu rechnen.

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10. Oktober 2016

NABU wirbt um neue Mitglieder

Von Haus zu Haus wird es in den kommenden Wochen marschieren: ein zehnköpfiges Team von Studenten und Schülern, das im Auftrag des Kreisverbandes Lippe des NABU (Naturschutzbund) um weitere, und vor allem aktive, Mitglieder wirbt.

 

Dabei: Die Organisation ist schon jetzt alles andere als klein. Bundesweit gibt es mehr als eine halbe Million Mitglieder, in Nordrhein-Westfalen gehören über 75.000 Menschen dem NABU an, den Kreisverband  Lippe unterstützen nach Aussage des Vorsitzenden Bernd Milde etwa 2810 Einwohner. Eine stolze Zahl, warum also diese Aktion? Weil sich der NABU ausschließlich aus Mitgliederbeiträgen und Spenden finanzieren muss, hält Bernd Milde fest und fügt hinzu, dass der Kreisverband seine Aktivitäten erweitern möchte.  So steht weiterer Flächenkauf, die Förderung der Umweltbildung und Arbeit mit Jugend- und Kindergruppen im Focus der Aktivitäten. Gebraucht werden auch aktive Mitglieder, denn davon gibt es derzeit nicht genug.

 

Bei der jetzt angelaufenen Werbeaktion aber solle es nicht nur um die Rekrutierung weiterer Mitglieder gehen. Vielmehr wollen die Schüler und Studenten bei ihren Hausbesuchen über die Arbeit des NABU informieren und das Interesse am Schutz von Natur und Umwelt fördern. Informationen über die aktuelle Arbeit und in diesem Jahr angelaufene Projekte, sollen ebenso transportiert werden, wie das Bekanntmachen der Ziele für die kommenden Monate.

 

Die Werber mit ihrem Teamchef Martin Garmatter tragen blaue NABU-Kleidung und führen einen Ausweis sowie eine NABU Informationsmappe mit sich. Bernhard Kamp, Landesgeschäftsführer betont, dass keine Spenden angenommen werden und die Gemeinden über die Aktion informiert wurden. Die Arbeit des Verbandes soll bekannter werden, weshalb jeder Kontakt an der Haustür wichtig ist.

 


6. Oktober 2016

NABU NRW zeichnet Schulen mit der Plakette „Schmetterlingsfreundlicher Garten“ aus

Beeindruckendes Engagement und Verantwortungsbewusstsein für die heimische Artenvielfalt

Düsseldorf – Rund 30 Schulen nahmen am diesjährigen NABU-Wettbewerb „Zeit der Schmetterlinge“ teil. Nun stehen die Gewinner fest: Insgesamt neun Schulen erhalten 2016 für beispielhaft angelegte Schulgärten die Auszeichnung „Schmetterlingsfreundlicher Garten“. Stellvertretend für alle Siegerschulen überreichte Christian Chwallek, stellv. Landesvorsitzender des NABU NRW, heute die Plakette „schmetterlingsfreundlicher Garten“ an die Adolf-Clarenbach-Schule in Heiligenhaus.

 

„Besonderes Highlight dieses Schulgartenprojektes ist die Schmetterlingswiese, für die der NABU NRW die Sämereien zur Verfügung stellte und die besonders viele für Falter geeignete Pflanzen enthält“, erklärte Chwallek. Aber auch für die Raupenentwicklung seien wichtige Pflanzen zahlreich vorhanden. Außerdem säten die Schüler entlang des Schulgebäudes schmetterlingsfreundliche Pflanzen aus. „Trotz vieler Regentage verbrachten die Grundschüler viel Zeit in „ihrem“ Garten, lernten so manches über unsere heimischen Tagfalter und übernahmen Verantwortung für den Erhalt der Artenvielfalt. Dies ist eine Auszeichnung wert“, so Chwallek weiter.

 

Rektorin Manon Hoch freute sich über die Auszeichnung, sei doch die Plakette ein Zeichen für den naturfreundlichen Umgang der Adolf-Clarenbach-Schule mit Tieren und Pflanzen und ein Hinweis auf die Notwendigkeit, den Kindern schon früh das Wissen und die Notwendigkeit des Überlebens unserer Insekten deutlich zu machen. Anschließend ging es in den Schulgarten, wo Vertreter des NABU NRW und Lehrer Ideen für den Schulgarten diskutierten und die Schüler voller Stolz „ihr“ Gartenreich vorstellten.

 

Die weiteren ausgezeichneten Schulen sind:

- Grundschule Max und Moritz in Velbert

- Offene Ganztagsschule der Suitbertusschule in Ratingen

- Katholische Grundschule Westerwiehe in Rietberg

- Offene Ganztagsschule Hiddensen in Detmold

- Astrid-Lindgren-Grundschule in Monheim

- Grundschule Westernburg in Solingen

- Gemeinschaftsgrundschule Kapellensüng in Lindlar

- Sophie-Scholl-Gesamtschule in Remscheid

 

Der NABU NRW hatte die Schulen mit Infomaterialien und Sämereien bei der Anlage und Gestaltung der schmetterlingsfreundlichen Gärten unterstützt. Lehrer und Schüler waren gefordert, die Aktivitäten rund um die Gestaltung der Gärten zu dokumentieren und zur Bewerbung einzureichen. Die Kinder der Grundschulklassen hatten Bilder gemalt, Schmetterlingsarten gezählt und mit ihren Lehrern eine fotografische Beschreibung des Schulgartens eingeschickt.

 

Das Projekt „Zeit der Schmetterlinge“ wird auch im nächsten Jahr wieder Schulen auszeichnen. Sowohl Grund-, weiterführende Schulen als auch Schulen mit besonderen Aufgaben können sich bewerben.

Weitere Informationen zur Aktion unter www.schmetterlingszeit.de.


30. September 2016

 

NEUES unter "Was wir tun / NABU Lippe Naturinfo"


30. September 2016

NABU bildet wieder Naturtrainer für NRW aus

Seniorpaten engagieren sich für Kinder und Umwelt | Neues Angebot für Kindergärten und Kindertagesstätten

Düsseldorf – Im Juli 2016 startete das neue Projekt „Naturtrainerinnen und Naturtrainer in NRW“ des NABU Landesverbandes Nordrhein-Westfalen. Diesmal bildet der NABU in den fünf Regionen Köln, Essen/Mülheim, Münsterland, Paderborn/Lippe und Herford ab Dezember 2016 wieder Naturtrainer aus. Wer Spaß daran hat, ehrenamtlich aktiv zu werden und als Seniorpate in Kindergärten und Kitas Kindern die heimische Natur näher zu bringen, der kann sich ab sofort beim NABU NRW für die Ausbildung zum Naturtrainer bewerben.

 

Das Pilotprojekt „Naturtrainer“ im Zeitraum 2014-2016 war ein großer Erfolg. Dabei wurden in den beiden Regionen Ruhrgebiet und Krefeld/Viersen insgesamt 19 Naturtrainer ausgebildet, die seitdem regelmäßig als Seniorpaten in einem Kindergarten ihrer Wahl Kindern wie Erziehern „Naturerleben“ auf spielerische Art und Weise vermitteln.

 

Im Dezember 2016 starten nun die neuen Schulungen: Die zwölf Workshops umfassende Ausbildung über 16 Monate ermöglicht es Senioren in der nachberuflichen Phase, sich ehrenamtlich in der Betreuung einer Kindergruppe zu verwirklichen. Schrittweise werden die Teilnehmer in den Workshops an kindgerechte Arten der Wissensvermittlung in der Natur herangeführt. Bereits nach dem dritten Workshop suchen die angehenden Naturtrainerinnen und -trainer sich ihre eigene Kindertagesstätte oder den eigenen Kindergarten aus und entwickeln eigenständig Spiele und Projekte, die sie gemeinsam mit den Kindern durchführen. Bis zum Ende des Projektzeitraumes im Juni 2018 erarbeiten die Naturtrainer Ihr eigenes Projekt und erhalten nach erfolgreicher Teilnahme an den Workshops eine Zertifizierung.

 

Die Teilnahme an den 12 Workshops ist kostenfrei und aus allen Regionen in NRW möglich. Vorkenntnisse im Natur- und Umweltschutz sind nicht erforderlich. Wer sich für diese Ausbildung bewerben möchte, richte seine Kurzbewerbung mit Lebenslauf und Anschreiben, weshalb er/sie ehrenamtliche/r Naturtrainerin/Naturtrainer werden will, bitte bis zum 28. Oktober 2016 direkt an die regionalen Ansprechpartner mit dem Betreff „Naturtrainer in NRW“.

 

Mehr zum Projekt gibt es hier...

Ansprechpartnerin für die Region Lippe/Paderborn ist Laura Breitsprecher, erreichbar unter laura.breitsprecher@rolfscher-hof.de.


26. September 2016

Erneutes Amselsterben durch Usutu-Virus auch in NRW

NABU bittet Bevölkerung um Mithilfe

Düsseldorf – Im Sommer 2011 und 2012 trat das tropische Usutu-Virus, das durch Stechmücken auf Vögel übertragen wird, erstmalig in Deutschland auf. Dies machte sich durch ein regional massives Amselsterben bemerkbar, das sich im Wesentlichen auf die wintermilden Regionen entlang des Rheins und der Unterläufe von Neckar und Main beschränkte. Auch Nordrhein-Westfalen war davon betroffen. Nach längerer Pause scheinen Amseln in NRW nun einem erneuten Ausbruch der Infektion zum Opfer zu fallen. In den letzten Wochen gingen vermehrt entsprechende Meldungen totgefundener Amseln beim NABU NRW ein.

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19. September 2016

Der NABU Lippe sagt DANKE!

Plakettenenthüllung am Wasserhäuschen in Lothe

Der NABU Lippe ist nun Eigentümer der 2,44 ha großen Natuererlebniswelt am alten Wasserhäuschen in Lothe. Seit 2003 kümmert sich die NABU-Gruppe aus Schieder-Schwalenberg um das Gelände, nun konnte mit Unterstützung der Adolf-Deppe-Stiftung und der NABU Naturerbe Stiftung das Gelände von der Stadt gekauft werden.

 

Auch die LZ berichtete...


18. September 2016

Bundesverdienstkreuz für Hans-Dieter Wiesemann

NABU Lippe gratuliert dem langjährigen NABU-Mitglied und Stütze des Vereins

(C)NABU/T. Pusch
(C)NABU/T. Pusch

Auch in der Stunde seines größten Erfolges, der Anerkennung jahrzehntelangem Einsatzes für die Natur und seiner Bewohner, bleibt sich der Jubilar treu: “Natürlich bin ich stolz für mein Engagement mit dieser hohen Auszeichnung vom Bundespräsidenten gewürdigt zu werden. Die Anerkennung ist aber nicht für mich sondern für die Sache, die mir so am Herzen liegt“. Ein Naturschützer ohne Starallüren.

 

Der Naturschutz in Lippe ist untrennbar mit dem Namen Hans Dieter Wiesemann verknüpft. Landrat Dr. Axel Lehmann bringt es bei der Ordensverleihung auf den Punkt: "Ü­ber Jahr­zehnte ha­ben Sie sich für Er­hal­tung der wert­vol­len Kul­tur­land­schaft im Kreis Lippe ein­ge­setzt. Ihr En­ga­ge­ment für Lippe ist vor­bild­lich"

 

„Eine solch hohe Auszeichnung für den ehrenamtlichen Natur- und Umweltschutz ist äußerst selten“, weiß auch Bernd Milde, Vorsitzendender des NABU Kreis Lippe zu berichten, „und daher umso wichtiger.“ In den eigenen Reihen stets ein vorbildlicher Teamplayer, war er für seine Widersacher stets der „Sand im Getriebe“, wie es Bernd Milde in seiner Festrede zur Ordensverleihung beschreibt.

Da stimmt ihm der Jubilar zu:“ Ich wäre ohne ein so großartiges Team nie so weit gekommen!“ Zu diesem Team gehört auch seine Familie, die ihm immer den Rücken frei gehalten hat und sein Engagement erst möglich machte. „Ohne die Unterstützung meiner Frau wären die vielen Stunden für die Natur nicht möglich gewesen“.

Woher holt man sich über diesen langen Zeitraum die nötige Motivation, gerade wenn es immer wieder Rückschläge zu verzeichnen gibt?

Hans Dieter Wiesemann lächelt. Sein Antrieb geht auf ein Schlüsselerlebnis aus den 1980er Jahren zurück.

„In der Nähe meines elterlichen Hauses, wo ich aufgewachsen bin, gab es einen Teich. Dort habe ich als Kind schon die vielen Frösche und Libellen beobachtet und die Natur schätzen gelernt. In den 1980 Jahren, nach einem Sturm, waren viele Fichten umgestürzt. Von Seiten der Politik wurde entschieden, das Gelände in eine Parkanlage zu verwandeln und der Teich sollte zu zwei Dritteln zugeschüttet werden. Die Arbeiten wurden im Winter durchgeführt, in einer Zeit, wo die Amphibien besondere Ruhe brauchen und Störungen fatale Folgen haben. Es war das Ende für die meisten Tiere. Ich habe erkannt, dass in unseren Parlamenten und politischen Gremien täglich solche Entscheidungen getroffen werden und die Natur und ihre Bewohner keine Stimme haben. Da habe ich für mich beschlossen, diese Stimme zu werden. Seit dem habe ich immer meine Stimme für die Natur erhoben und so den Tieren Gehör verschafft.“

 

Dem NABU ist Hans-Dieter Wiesemann seit 1983 verbunden und unter ihm wurde die NABU Gruppe in Detmold gegründet und von ihm bis 2012 geleitet. Viel Zeit und Arbeit hat er in die Entwicklung, Betreuung und fachliche Beratung des örtlichen Biotopverbundsystems im Stadtgebiet von Detmold investiert. In den Jahren von 1990 bis 2014 gehörte er dem Vorstand des NABU Kreis Lippe an. Er war seit 1985 Mitglied im Beirat der unteren Landschaftsbehörde des Kreises Lippe und gehörte auch dem Landschaftsbeirat bei der Bezirksregierung in Detmold als höhere Landschaftsbehörde in den Jahren 1994-2006 an. Als wäre neben seinem Beruf und der Familie nicht schon genug geleistet, engagierte sich Hans Dieter Wiesemann in den Anfängen der 1990 Jahre auch noch für den BUND in Detmold, deren Vorsitz er zeitweise inne hatte.

(C)NABU/T. Pusch
(C)NABU/T. Pusch

1998 kam dann die Idee für ein umfangreiches Projekt: er entwickelte ein Konzept um aus dem leerstehenden Rolfschen Hof in Berlebeck eine Umweltbildungsstätte zu gestalten. Die „Staff-Stiftung“ in Lemgo konnte er für diese Idee gewinnen und so wurde der Hof nebst 15 Hektar Liegenschaften von der Stiftung erworben. Der NABU Kreis Lippe konnte sodann für die „Staff-Stiftung“ mit dem Umbau und der Gestaltung der neuen Umweltbildungsstätte beginnen. Weitere Geldgeber wurden von dem unermüdlich arbeitenden Hans Dieter Wiesemann gewonnen und dank dieser Finanzmittel konnte im Jahr 2005 der Rolfsche Hof eröffnet werden. Heute ist die Einrichtung über die Grenzen von Lippe bekannt. Jährlich nehmen hier rund 4000 Personen an knapp 200 Veranstaltungen teil.

 

Haben wir noch etwas vergessen? Ja, denn Hans Dieter Wiesemann wäre nicht Hans Dieter Wiesemann, wenn er sich nicht noch als langjähriges Mitglied im Naturwissenschaftlichen und Historischen (NHV) für das Land Lippe, im Förderverein Nationalpark Senne und im Naturwissenschaftlichen Verein für Bielefeld und Umgebung tatkräftig eingesetzt hätte.

 

Einen Großteil seines Lebens hat sich Hans Dieter Wiesemann für den Erhalt unserer lippischen Natur eingesetzt. Er ist zu dem geworden, was er sich gewünscht hat: Eine laute Stimme für alle Tiere und Pflanzen. Und wenn wir demnächst wieder draußen sind um still die Wunder der Natur zu genießen, dann können wir sie sehen, hören und fühlen, denn es gibt sie noch, diese einzigartige Vielfalt. Dank Menschen wie Hans Dieter Wiesemann.


12. September 2016

NABU Lippe startet neues Kooperationsprojekt

Lebendige Landschaft Streuobstwiese

Streuobstwiesen sind „hot spots“ der Biodiversität - sie vereinen zwei Lebensräume auf einer Fläche: Zum einen den lichten, arten- und sortenreichen Baumbestand und zum anderen den durch verschiedene landwirtschaftliche Nutzung hervorgegangen Unterwuchs. Über 5.000 Tier und Pflanzenarten sowie rund 3000 Obstsorten zeigen die enorme biologische Vielfalt dieses strukturreichen Lebensraumes.

 

In Lippe sind immer noch alte Streuobstwiesen, Obstalleen und Obstbäume in den Gärten zu finden.

Oftmals befinden sich diese jedoch in einem sehr schlechten Pflegezustand. Zum einen liegt es daran, dass das alte Wissen um die Pflege dieser Bäume kaum noch vorhanden ist. Zum anderen werden nur Flächen gepflegt und erhalten, die in der Nutzung sind. Viele dieser Flächen sind mittlerweile verwaist und werden nicht mehr bewirtschaftet. Das reife Obst fällt im Herbst einfach vom Baum.

 

Das wollen wir mit unserem Projekt ändern!

Seit August 2016 hat die Region Lippe das Projekt “ Lebendige Landschaft Streuobstwiese“ und eine Streuobstwiesenbeauftragte. Im Rahmen unseres Projektes möchten wir verschiedene Veranstaltungen ganzjährig auf den Wiesen anbieten. Themen sind z.B. Obstverwertung, Baumschnitt, Sortenvielfalt, ornithologische Wanderungen, Bau von Nisthilfen, Bienen und Imkerei aber auch Veranstaltungen wie Picknicks auf der Obstwiese, Familientage, Erlebnisspaziergänge und das Klassenzimmer im Grünen.

 

Weitere Informationen hierzu:

NABU Umweltbildungsstätte Rolfscher Hof

Vanessa Kowarsch (Projektkoordination)

Hahnbruchweg 5

32760 Detmold

0178. 50 78 380

vanessa.kowarsch@rolfscher-hof.de

www.nabu-lippe.de

https://www.facebook.com/StreuobstLippe/?ref=aymt_homepage_panel

 

Das Projekt wird von einem Beirat aus Mitgliedern des BUND Lemgo, des NABU Lippe und der Biologischen Station Lippe begleitet.
Gefördert wird das Projekt durch die Umweltstiftung Lippe, das Netzwerk Lippe und das Jobcenter.


29. Oktober 2015

NABU Lippe Natur-Info:

Unterschlupf für Winterschläfer

(C) NABU/H.Dudler
(C) NABU/H.Dudler

Naturnahe Gärten sind der beste Igelschutz. Wer Igel fit für den Winter machen will, sollte seinen Garten fit für Igel machen, denn Gärten sind für die stacheligen Tiere wichtige Lebensräume. Das ideale Winterquartier besteht aus einem Haufen aus totem Holz, Reisig und Laub.

 

Schon ab Mitte Oktober wird das Nahrungsangebot für Igel deutlich knapper, die Alttiere beginnen ihr Winternest zu bauen und Jungigel versuchen noch weiter an Gewicht zuzulegen. Das ideale Winterquartier besteht aus einem Haufen aus totem Holz, Reisig und Laub. Ihre Winterquartiere suchen die Igel bei anhaltenden Bodentemperaturen um null Grad auf. Neben natürlichen Unterschlupfmöglichkeiten kann man zusätzlich ein Igelhäuschen aufstellen. Wer Tieren einen dauerhaften Platz bieten möchte, kann den Reisighaufen mit einer Basis aus Feldsteinen versehen.

Manche verspätete Jungigel sind jetzt noch tagsüber unterwegs, um sich weitere Fettreserven anzufressen. Diese Tiere sollten nicht aus falsch verstandener Fürsorge aufgenommen werden. Nur wenn ein Igel auffallend unterernährt oder krank ist, sollte er versorgt oder einer Igelstation übergeben werden. Unterkühlte Igel werden gewärmt mit einer in einem Frotteehandtuch umwickelten, lauwarmen Wärmflasche. Gefüttert werden sollte nur nicht verderbliches Feucht- oder Trockenfutter für Katzen, keinesfalls Speisereste. Igel brauchen viel Eiweiß und Fett, die aufgenommen Kohlenhydrate durchs Insektenfressen sind unverdaulich und dienen lediglich als Ballaststoffe. Deshalb ist auch Hundefutter aufgrund seiner im Vergleich zum Katzenfutter proteinärmeren und kohlenhydratreicheren Zusammensetzung nicht geeignet. Frisst der Igel in der Nacht nach der Aufnahme nicht, muss der Tierarzt aufgesucht werden.

(C) NABU/H.Dudler
(C) NABU/H.Dudler

Igel draußen lassen

Ab Mitte November schlummern die meisten Igel. Von kurzen Unterbrechungen abgesehen verschlafen sie die kalte Jahreszeit bis in den März oder April. Bei Schlechtwetterperioden nutzen die eifrigen Insekten- und Schneckenvertilger diese Winterquartiere teils noch bis in den Mai hinein. Da die schlafenden Tiere bei Störungen nicht reagieren, also nicht fliehen können, heißt das für den Garten: Einmal geschaffene Unterschlupfe während des Winterhalbjahres bitte nicht mehr umsetzen. Vorsicht gilt auch beim Beseitigen von Sträuchern, beim Mähen unter tief liegenden Zweigen, beim Umgang mit Motorsensen und Balkenmähern.

 

Lange Zeit galt das Einsammeln kleiner Igel im Herbst und die Überwinterung im Haus als probates Mittel, dem Wildtier Igel Überlebenshilfe zu geben. Die gut gemeinten Aktionen erwiesen sich jedoch als wenig hilfreich und werden nicht mehr praktiziert. Stattdessen steht heute ein ganzes Maßnahmen-Paket im Vordergrund, das Igeln dort zum Überwintern hilft, wo sie zuhause sind: draußen in der Natur.

Igel sind nachts sehr mobil und brauchen freien Zutritt zu Gärten: Hermetisch schließende Zäune und Mauern müssen passierbar sein für nächtliche Streifzüge. Kellertreppen, Lichtschächte und Regensammelgefäße sind oft gefährliche Fallen, die aber einfach entschärfbar sind. Reichlich Fressbares finden Igel in Gebüschen, an Trockenmauern, unter Obstbäumen, in Hecken und auf Rasenflächen. Im nahrungsknappen Frühjahr und Herbst können zusätzliche Futterstellen – mit Igeltrockenfutter vermischtes Katzendosenfutter – hilfreich sein, wenn sie bestimmte Kriterien an Aufbau und Hygiene erfüllen. Und für alle Lebewesen ist Wasser lebenswichtig: Igel und viele andere Tiere profitieren von regelmäßig befüllten Vogeltränken oder Gartenteichen.

 

Endziel Auswilderung

Dank des putzigen Kindchenschemas ist die Hilfsbereitschaft gegenüber Igeln besonders groß. Doch die Inpflegenahme oder Hausüberwinterung muss die absolute Ausnahme bleiben und kann immer nur die baldige Auswilderung zum Ziel haben. Igel sind Wildtiere, sie sind weder zu zähmen, noch als Haustier zu halten.

Auch wenn sie noch so verlockende Hausgenossen sind, gehören sie weder als Mitbewohner noch als Pflegling in Küche, Wohn- oder Kinderzimmer. Rechtfertigende Ausnahmen für die Aufnahme in menschliche Obhut sind mutterlose, unselbständige Jungtiere, verletzte und kranke Igel, sowie Tiere, die am Tag oder bei Frost und Schnee angetroffen werden. Mit Quartier und Futter ist es jedoch bei weitem nicht getan: Die fach- und tiergerechte Betreuung eines Pfleglings braucht Erfahrung, tägliche Zuwendung und verursacht Mühe und Kosten, was nur zusammen mit Igelstationen und Tierärzten geleistet werden kann.


19. Oktober 2015

NABU Lippe Naturinfo: Auf in den Süden - Faszination Vogelzug

(C)NABU/E.Thies: Einige Zugvogelarten fliegen in großen Schwärmen. Vor allem Kraniche, Gänse und Kormorane sind dabei für die Bildung von V-Formationen bekannt.
(C)NABU/E.Thies: Einige Zugvogelarten fliegen in großen Schwärmen. Vor allem Kraniche, Gänse und Kormorane sind dabei für die Bildung von V-Formationen bekannt.

Alljährlich verlassen weltweit etwa 50 Milliarden Zugvögel ihre Brutgebiete, 500 Millionen dieser Vögel ziehen jedes Jahr durch Deutschland. Etwa die Hälfte der in Deutschland brütenden Vogelarten zählen zu den Zugvögeln. Auslöser für den Vogelzug ist übrigens nicht die Winterkälte, sondern der Mangel an erreichbarer Nahrung. Vogelkundler unterscheiden zwischen Lang- und Kurzstreckenziehern.

Langstreckenzieher, bei uns etwa 80 Arten wie Rauchschwalbe, Mauersegler, Gartenrotschwanz, Weißstorch oder Fitis brechen jedes Jahr zur selben Zeit und unabhängig von der herrschenden Witterung auf und kehren jedes Jahr zur gleichen Zeit wieder zurück. Ihre Winterquartiere befinden sich in Afrika südlich der Sahara. Kurzstreckenzieher reisen zum Überwintern nur bis in den Mittelmeerraum. Sie ziehen erst später im Herbst fort und kehren schon ab Februar zurück. Zu diesen etwa 40 Arten gehören Kranich, Kiebitz, Feldlerche, Star, Zilpzalp, Singdrossel und Hausrotschwanz. Bei Kaltlufteinbrüchen brechen sie bereits früher auf, ein sonniger Spätwinter

kann sie hingegen vorzeitig in den Norden locken. Alle anderen Vogelarten sind Standvögel, viele davon jedoch sogenannte Teilzieher. Bei diesen ziehen Teile der Bestände im Winter aus kälteren Regionen nach Süden oder Westen und ergänzen oder ersetzen dort die örtlichen Populationen. Typische Teilzieher sind bekannte „Wintervögel“ wie Buchfink, Zeisig, Kohl- und Blaumeise.

(C)NABU/E.Thies
(C)NABU/E.Thies

Reiserouten & Orientierung

Jede Vogelart hat ihr eigenes Zugverhalten: Während Breitfrontzieher, darunter die meisten Singvögel, ohne erkennbare Routen fliegen, sind sie bei Schmalfrontziehern wie dem Kranich eindeutig auszumachen. „Die Zugbahn der Kraniche führt genau über Ostwestfalen-Lippe, deshalb kann diese Art hier regelmäßig auf dem Frühjahrs- und Herbstzug mit vielen Tausend Exemplaren beobachtet und gehört werden. Da die Tiere relativ bodennah fliegen, bereitet der verstärkte Ausbau der Windenergienutzung mit mittlerweile über 200 m hohen Anlagen uns große Sorgen“, wie Bernd Milde, Vorsitzender des NABU Lippe, berichtet.  An geographischen Leitlinien wie Meeresküsten und Flusstälern, aber auch an großen Wasserflächen und Gebirgen häufen sich ziehende Vögel. Die bekanntesten europäischen Ballungsgebiete sind die Meerenge von Gibraltar, der Bosporus, die schwedische Halbinsel Falsterbo und die Ostsee-Südküste im Baltikum. In Deutschland ballt sich der Vogelzug daher unter anderem am Nordrand des Bodensees und der Alpen. Das Wattenmeer zählt zu den weltweit bedeutendsten Rastgebieten für Vögel. Es ist der Dreh- und Angelpunkt der ostatlantischen Zugroute, die die arktischen Brutgebiete mit den west- und südafrikanischen Winterquartieren vieler Watvögel verbindet. Aber auch die Boddenlandschaften der Ostsee sowie die großen Moorflächen in Norddeutschland werden von vielen Vogelarten gerne für den Zwischenstopp als Rast- und Nahrungsgebiete genutzt. Weitere Trittsteine für den Vogelzug sind bei uns Feuchtgebiete wie die Weseraue, die Zuckerteiche in Lage oder das Steinhorster Becken bei Rietberg.

 

Zur Zugzeit sind spezielle Rufe zu hören, mit denen die Vögel Kontakt zur Gruppe halten. „Anhand der Flugrufe können die einzelnen Arten unterschieden werden, zum Beispiel bei Sing- und Rotdrossel“ erläutert Werner Maas vom NABU Lippe. „ Der trompetende Ruf der Kraniche ist unverwechselbar und verrät die ziehenden Tiere auch in der Dämmerung oder nachts, wenn sie am Himmel nicht mehr zu sehen sind.“

Auf dem Zugweg orientieren sich Vögel bei klarem Himmel tagsüber am Sonnenstand und nachts am Sternenhimmel. Außerdem verfügen sie über einen eingebauten Magnetkompass, der ihnen insbesondere bei schlechtem Wetter den Weg weist.

(C)NABU/E.Thies
(C)NABU/E.Thies

Einzeln oder gemeinsam

Manche Vögel legen den langen Zugweg ganz allein zurück, andere schließen sich zu kleinen oder großen Gruppen zusammen. Ein Vogelschwarm von tausenden Tieren kann in Sekundenschnelle seine Form und Flugrichtung ändern, sich teilen und wieder vereinen. In diesen „Vogelwolken“ orientieren sich alle Vögel an ihren unmittelbaren Nachbarn. Das verwirrt Greifvögel, denen es schwerfällt, ein einzelnes Beutetier zu fixieren. Bergfinken und Erlenzeisige ziehen beispielsweise in solchen Schwärmen in den Süden.

Gänse und Kormorane ziehen ähnlich wie Kraniche in V-Formationen. Für Vogelarten mit langsamer Flügelschlagfrequenz und großer Spannweite hat das Vorteile. Dabei profitieren die hinten fliegenden Vögel vom Aufwind, der schräg hinter den vorausfliegenden Vögeln entsteht, während der Vogel an der Spitze die meiste Kraft aufwenden muss. Deshalb wechseln die Vögel regelmäßig die Plätze. In der V-Formationen können die meisten Tiere bis zu 1/3 Energie sparen.

Fast alle nachts ziehenden Insektenfresser fliegen als Einzelvögel in ihr Winterquartier, wie zum Beispiel die Nachtigall und der Kuckuck. Nachts sind sie vor Feinden sicher und müssen sich nicht zum Schutz vor Feinden in Schwärmen zusammenschließen. Sie ziehen bereits mitten im Sommer ab. Die Kühle der Nacht schützt sie dabei auch vor zu großem Flüssigkeitsverlust.

Abzugszeit, Zugrichtung und Zugentfernung sind bei den meisten Zugvogelarten genetisch vorgegeben. Sie weisen einen angeborenen Zuginstinkt auf.