19. November 2018

Eine erkenntnisreiche Klimawanderung durch den Wald

Erasmus+- Schüler der Geschwister-Scholl-Gesamtschule gehen mit Lupe und Kompass los

(C)M. Hüllmann-Passeick
(C)M. Hüllmann-Passeick

Manchmal liegen die Antworten auf der Hand: Weniger Fleisch essen, weniger Auto fahren, stattdessen häufiger das Rad benutzen. Und: weniger fliegen. Das jedenfalls hat die Erasmus+-Kerngruppe der Geschwister-Scholl-Gesamtschule erkannt, nachdem sie sich im und um den Rolfschen Hof in Detmold auf eine „Klimawanderung“ begeben hatte. 11 Schülerinnen und Schüler – alle Klasse 8 – konnten bei dieser speziellen Wanderung erfahren, wie Klima, Wetter und Wald zusammenhängen.

 

Susanne Haferbeck, NABU-Mitarbeiterin des Rolfschen Hofs in Berlebeck, konnte den Zusammenhang gut erklären: Klima, so verdeutlichte sie den Schülern, ist alles, was regelmäßig im Laufe eines Jahres auftritt – die Jahreszeiten und die damit zusammenhängenden Temperaturen etwa. Regenschauer, Stürme oder Sonnenschein gehören dagegen zum Wetter. Wenn sich allerdings die Erde erwärmt, verändert sich das Klima und damit auch die Niederschlagsmengen oder die Sonneneinstrahlungen – wie wir es in diesem Sommer erlebt haben.

 

Und was hat der Wald damit zu tun? Er bindet C02 und wandelt ihn in den lebenswichtigen Sauerstoff um. Das Problem: Autoabgase, der Energieverbrauch in der Industrie und die Heizung von Wohngebäuden verursachen einen hohen Ausstoß von Kohlendioxid. Die zunehmende CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre verstärkt den natürlichen Treibhauseffekt. Der Kohlenstoffdioxid und andere Treibhausgase nehmen die langwelligen Infrarotstrahlen (Wärmestrahlen), welche von der Erde abgesondert werden, auf und schicken diese an die Erdoberfläche zurück. Dadurch erwärmt sich die Erde und die unterste Atmosphärenschicht. Ein Kreislauf entsteht. Doch durch die zunehmende Konzentration von CO2 in der Atmosphäre erwärmt sich die Erde weit schneller. Folgen sind unter anderem die schmelzenden Pole und der damit verbundene Anstieg des Meeresspiegels.

(C) M. Hüllmann-Passeick
(C) M. Hüllmann-Passeick

Die Schülerinnen und Schüler konnten bei ihrer Klimawanderung selbst entdecken, wie Klima auf die Bäume einwirkt. Mit der Lupe erkannten sie an den Jahresringen abgestorbener Bäume schnell, wie sich das Klima für den einzelnen Baum in der Vergangenheit ausgewirkt hat: Dicke Jahresringe bedeuten, dass in diesem Jahr gute Wachstumsbedingungen herrschten, dünne Ringe hingegen verweisen darauf, dass es vielleicht zu nass und feucht war. Und auch das Moos am Baum sagt etwas über das Klima aus. Die Erasmus+-Kerngruppe fand mit Hilfe eines Kompasses heraus, dass das Moos meist an der westlichen und nördlichen Seite der Bäume wächst. „Kein Zufall, meinte NABU-Mitarbeiterin Susanne Haferbeck, „bei uns kommt der Wind und der Regen meist aus westlichen Richtungen.

 

Und auch das wurde deutlich: Wälder leisten einen wichtigen Beitrag dafür, dass sich das Klima nicht so stark verändert. Die Bäume halten nicht nur die Luft im Wald sauberer, sie erhalten auch die Feuchtigkeit im Boden und sorgen für kühlere Temperaturen durch das Laub. Außerdem speichern Wälder große Mengen an CO2 in ihren Holzvorräten. Das Problem: Werden große Waldflächen abgeholzt, gehen diese Speichermöglichkeiten verloren. Dadurch wird dann der natürliche Treibhauseffekt wieder verstärkt.

 

Dagegen sind auch die Wälder alleine machtlos. Das können nur die Menschen ändern. Sie haben schließlich auch die Emissionen verursacht – was die Gruppe ziemlich schnell verstanden hatte.

 

Seit zwei Jahren arbeiten die Schülerinnen und Schüler der beiden Partnerschulen in Deutschland (Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Detmold) und Finnland (Mertala Gesamtschule) miteinander in dem Erasmus+-Projekt zum Thema Wald. Dieses Projekt wird mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert, denn hinter dem Begriff „Erasmus+“ verbirgt sich das europäische Bildungsprogramm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport. Bei dem Schwerpunkt des dritten Jahres geht es um das Ökosystem Wald, seine Funktion als Lebensraum für Pflanzen und Tiere sowie seine Bedeutung für unser Klima. Die Unterschiede zwischen den finnischen und deutschen Wäldern werden sowohl in AG-Stunden als auch im Unterricht herausgearbeitet und an ihnen werden die Besonderheiten der unterschiedlichen Klimazonen aufgezeigt.


19. November 2018

Die „Ausbildung zum Naturtrainer“ des NABU NRW erhält Auszeichnung als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt

Das Umweltbildungsprojekt „Ausbildung zum Naturtrainer“ des NABU Landesverband Nordrhein-Westfalen wird in dieser Woche als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt im Rahmen des Sonderwettbewerbs „Soziale Natur – Natur für alle“ gewürdigt. Die Auszeichnung, überreicht von Arved Fuchs, wird an vorbildliche Projekte verliehen, die mit Ihren Aktivitäten auf die Chancen aufmerksam machen, die Natur und biologische Vielfalt für den sozialen Zusammenhalt bieten. Vergleichbare Projekte des NABU-Landesverbandes Rheinland-Pfalz und des NAJU-Landesverbandes Baden-Württemberg werden ebenfalls ausgezeichnet.

 

Im Naturtrainer-Projekt des NABU NRW erlernen Menschen in der nachberuflichen Phase, wie sie Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) für Kinder in Kitas erlebbar machen. Durch diesen innovativen Ansatz soll für möglichst viele Kinder Zugang zur Naturbildung geschaffen werden, um so frühzeitig den Nachhaltigkeitsgedanken und die Wertschätzung von Natur und Umwelt im Bewusstsein der Kinder verankern. Die Ausbildung richtet sich dabei gezielt an Menschen in der nachberuflichen Phase, da lebenserfahrenere Menschen im Umgang mit Kindern häufig ein hohes Maß an Geduld und Einfühlsamkeit mitbringen. Davon profitieren die Kinder beim Lernen. Im Gegenzug erfreuen sich die Naturtrainerinnen und Naturtrainer an der Möglichkeit, ihr Wissen an die jüngste Generation weiterzugeben. Möglich gemacht wurde das Projekt durch die Förderung des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen.

 

Das Projekt setzt zudem ein deutliches Zeichen für ein Engagement an der Schnittstelle von Natur und sozialen Fragen in Deutschland. So konnten bundesweit bereits über 400 Naturtrainer ausgebildet werden, die oft länger als zwei Jahre ehrenamtlich in Kitas aktiv waren und es häufig immer noch sind. Diese Aktivitäten haben die Juroren und Jurorinnen des UN-Dekade-Wettbewerbs sehr beeindruckt: „Die UN-Dekade Fachjury hebt in ihrer Begründung das generationenübergreifende Engagement für den Naturschutz und die biologische Vielfalt in Kitas hervor und die Koordination über Bundesländergrenzen hinweg. Dieser Ansatz ist aus Sicht der Jury vorbildlich und kann als Modell für andere Initiativen dienen.“ Neben einer Urkunde und einem Auszeichnungsschild erhält der NABU Nordrhein-Westfalen einen „Vielfalt-Baum“, der symbolisch für die bunte Naturvielfalt steht. Ab sofort wird das Projekt auf der deutschen UN-Dekade-Webseite unter www.undekade-biologischevielfalt.de vorgestellt.

 

Das ausgezeichnete Projekt hat an dem Sonderwettbewerb „Soziale Natur – Natur für alle“ der UN-Dekade Biologische Vielfalt teilgenommen und eine namhafte Jury hat über die Qualität der eingereichten Projekte entschieden. Der fortlaufende Wettbewerb wird im Auftrag des Bundesumweltministeriums und des Bundesamtes für Naturschutz von der Geschäftsstelle der UN-Dekade Biologische Vielfalt mit Sitz in Hürth ausgerichtet. Mit der Auszeichnung sollen sich möglichst viele Menschen von diesen vorbildlichen Aktivitäten begeistern lassen und selbst in der Natur aktiv werden, um so langfristig das Naturbewusstsein in der Gesellschaft zu stärken. Im Vordergrund stehen dabei Projekte aus den drei Themenbereichen: „Grüne Orte“, „Naturerlebnisse und Aktionen“ sowie „Kontaktpunkte mit der Natur“.

 

Die Auszeichnung zum UN-Dekade-Projekt findet im Rahmen der Aktivitäten zur UN-Dekade Biologische Vielfalt statt, die von den Vereinten Nationen für den Zeitraum von 2011 bis 2020 ausgerufen wurde. Ziel der internationalen Dekade ist es, den weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten. Dazu strebt die deutsche UN-Dekade eine Förderung des gesellschaftlichen Bewusstseins in Deutschland an. Die Auszeichnung nachahmenswerter Projekte soll dazu beitragen und die Menschen zum Mitmachen bewegen. Insgesamt wünscht sich die Geschäftsstelle der UN-Dekade Biologische Vielfalt durch den Sonderwettbewerb „Soziale Natur- Natur für alle“ mehr Menschen mit Hilfe der Natur zusammenzubringen, dabei soziale Grenzen und Hindernisse zu überwinden und gleichzeitig mit vereinten Kräften einen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt zu leisten.

 

Interessierte Einzelpersonen, ehrenamtlich Tätige und Institutionen die sich für die Erhaltung der biologischen Vielfalt durch Forschungs-, Bildungs- oder Naturschutzmaßnahmen einsetzen, sind eingeladen, sich an dem fortlaufenden Wettbewerb zu beteiligen. Die Jury entscheidet etwa halbjährlich über die Auszeichnungen. Seit Juni 2012 werden wöchentlich beispielhafte Projekte zur UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet und offiziell vorgestellt. Eine entsprechende Bewerbung als UN-Dekade-Projekt kann ausschließlich online bei der Geschäftsstelle UN-Dekade Biologische Vielfalt unter www.undekade-biologischevielfalt.de eingereicht werden.

 

 

Ansprechpartner beim NABU Nordrhein-Westfalen:

Michael Schoch, Projektleitung „Naturtrainer in NRW“, mobil: 0177 83 43 153

 

Ansprechpartner bei der Geschäftsstelle UN-Dekade Biologische Vielfalt:

Arno Todt (Projektleitung)

Geschäftsstelle UN-Dekade Biologische Vielfalt

nova-Institut GmbH

Industriestraße 300

Gebäude 611

50354 Hürth

Telefon: 02233-481463

geschaeftsstelle@undekade-biologischevielfalt.de

www.undekade-biologischevielfalt.de

 

Weitere Infos zu dem Wettbewerb zur UN-Dekade unter:

www.undekade-biologischevielfalt.de

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de


16. November 2018

Schule der Zukunft-Netzwerktreffen am Rolfschen Hof

(C)NABU Lippe/K. Hiersemann
(C)NABU Lippe/K. Hiersemann

Zukunft an lippischen Schulen nachhaltig gestalten 

 

Unter diesem Motto haben 11 Schulen aus dem Kreis Lippe gemeinsam mit verschiedenen Partnern ein Netzwerk gegründet und machen sich auf ihren Weg in die Nachhaltigkeit. Alle Schulen nehmen an der Landeskampagne „Schule der Zukunft“ teil, die im Rahmen der Landesstrategie „Bildung für nachhaltige Entwicklung – Zukunft Lernen NRW (2016-2020) vom Umweltministerium und vom Schulministerium des Landes Nordrhein-Westfalen gemeinsam getragen wird. Die Kampagne ermöglicht den Schulen, sich intensiv mit BNE zu beschäftigen.

 

BNE ist die Abkürzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung. Gemeint ist eine Bildung, die Menschen zu zukunftsfähigem Denken und Handeln befähigt. Seit einigen Jahren wird dieses Thema auch an Schulen immer wichtiger.

 

Die Netzwerkkoordination übernimmt Vanessa Kowarsch, Mitarbeiterin an der NABU Umweltbildungsstätte Rolfscher Hof, die seit Mai 2017 ein vom Land NRW gefördertes BNE Regionalzentrum ist und sich in diesem Rahmen auch um die lippischen „Schule der Zukunft“-Teilnehmer kümmert.

 

"Tatsächlich stehen wir als Menschheit an einem Scheideweg“, sagte Vanessa Kowarsch bei ihrem Impulsvortrag beim Netzwerktreffen, „wir stehen vor großen Herausforderungen wie Klimawandel, Verlust der Biodiversität oder Ressourcenverschwendung. Wir haben die Wahl, ob wir den Planeten weiter ausbeuten, den Klimawandel weiter vorantreiben und so das Überleben der Menschheit auf diesem Planeten in Zukunft gefährden oder ob uns ein nachhaltiger Wandel auf vielen Ebenen gelingt und wir diese Welt auch für nachkommende Generationen als einen lebenswerten Ort erhalten. Dazu brauchen wir in unserem Handeln und unserem täglichen Konsum ein Umdenken. Bildung für nachhaltige Entwicklung schärft den Blick für diese Themen – ohne erhobenen Zeigefinger, dafür mit Kreativität, Praxisbezug und spannenden Denkanstößen."

 

Das Netzwerk dient dem Austausch von Informationen, als Inspiration und der Entwicklung gemeinsamer Projekte.

Der Rolfsche Hof bietet zum Beispiel im März Themenwochen zu Artenschutz und Klima an, die solidarische Landwirtschaft Dalborn lädt ein und zeigt ökologischen Gemüseanbau - regional und saisonal, der Kreis Lippe geht mit dem Klimakoffer in die Schulen.

Aber auch Themen wie naturnahe Schulhofgestaltung und das Anbringen von Nisthilfen für Vögel und Wildbienen gehört zu BNE.

Alle teilnehmenden Partner sind mit Themen der Nachhaltigkeit in Lippe unterwegs. Das ist vielversprechend - denn nur gemeinsam und gut vernetzt kann ein Wandel gelingen.

 

Beim Netzwerk wirken folgende Schulen und außerschulische Partner mit:

• Ostschule Lemgo

• Bildungshaus Weerthschule

• GS am Habichtsberg, Langenholzhausen

• GS Lemgo West

• Realschule Lemgo

• Realschule Lage

• Sekundarschule Lage

• Waldorfschule Detmold

• Topehlenschule Lemgo

• Christian-Morgenstern-Schule

• Gustaf-Heinmann-Schule

 

• BNE Regionalzentrum NABU Rolfscher Hof

• Kreis Lippe - Klimapakt

• Lippe Tourismus & Marketing GmbH, EFRE Projekt NaTourEnergie

• Haus der Kirche Herberhausen

• Naturpark Teutoburgerwald-Eggegebirge

• Solidarische Landwirtschaft Dalborn

• Lippe Bildung e.G.

• Lippe im Wandel e.V.

 

 

Hintergrundinfo:

Die Vereinten Nationen haben im September 2015 die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verabschiedet. Die insgesamt 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der Agenda umfassen dabei grundlegende Verbesserungen der Lebensverhältnisse aller Menschen heute und in künftigen Generationen sowie den Schutz des Planeten Erde. Wenn es uns gelingt, als Weltgemeinschaft diese Ziele ernsthaft anzugehen und umzusetzen, dann kann der Wandel gelingen.

Die Ziele reichen vom 1. Ziel Armut in jeder Form und überall beenden über das 13. Ziel Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen bis zum 17. Ziel Umsetzungsmittel stärken und die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung wiederbeleben.


7. November 2018

Bildungshaus Weerthschule gewinnt Umweltschutzpreis des Lippischen Heimatbundes

(C)D. Kuhfuß
(C)D. Kuhfuß

Alle 3 Jahre vergibt der Lippische Heimatbund den Umweltschutzpreis für vorbildliche Projekte. In diesem Jahr wurden ausschließlich Schulen aus Lippe ausgezeichnet, die Projekte rund um das Thema Artenschutz und Umweltbildung durchgeführt haben.

 

Die Weerthschule gewann einen ersten Preis mit dem Projekt Klassenzimmer im Grünen - Lebendige Landschaft Streuobstwiese.

 

Begleitet wird das Bildungshaus Weerthschule dabei von der Streuobst- und  Naturpädagogin Vanessa Kowarsch, die für das BNE Regionalzentrum Rolfscher Hof dieses Angebot konzipiert hat.

 


13. September 2018

Herz zeigen - Eine Aktion von dm

Menschen, die Herz zeigen und sich für andere in ihrem Umfeld einsetzen, sind unersetzlich und

wertvoll für die Gesellschaft. Vom 14.9. bis 22.9.2018, der offiziellen Woche des bürgerschaftlichen

Engagements, ruft dm drogerie markt in den dm-Märkten dazu auf, zwischen jeweils zwei lokal

engagierten Spendenempfängern abzustimmen und sich so für eine lokale Organisation einzusetzen. Das Ergebnis der Abstimmung entscheidet über die jeweilige Spendensumme - jedoch wird keine der Organisationen leer ausgehen. Im Fokus der Aktion steht die Sichtbarmachung des gesellschaftlichen Engagements. Die insgesamt rund 3.800 lokalen Spendenempfänger, denen dm mit dieser Aktion eine Plattform gibt, stehen dabei beispielhaft für den Einsatz vieler Menschen und Organisationen in Deutschland.

Wir vom NABU Lippe präsentieren uns mit unserer Arbeit im dm-Markt in Detmold in der Langen Straße. Die Kunden können über unser Projekt abstimmen! Wir hoffen darauf, dass viele Menschen Herz zeigen!


27. August 2018

Der NABU bildet in den Kreisen Paderborn und Lippe Naturtrainer aus

Bewerbungsstart | Neues Angebot für Menschen in der nachberuflichen Phase

(C)Anette Kalden: Naturfarben
(C)Anette Kalden: Naturfarben

Paderborn/Lippe – Ab Ende Oktober starten die neuen Ausbildungsworkshops „Naturtrainerinnen und Naturtrainer in NRW“ des NABU Landesverbandes Nordrhein-Westfalen. Neben vier weiteren Regionen in NRW wird die Ausbildung auch in den Kreisen Paderborn und Lippe stattfinden. Wer Spaß daran hat, ehrenamtlich in Kitas aktiv zu werden und Kindern die heimische Natur näher zu bringen kann sich ab sofort für die Ausbildung zum Naturtrainer bewerben.
Das „Naturtrainer“-Projekt ist ein großer Erfolg. In den Regionen Essen, Köln, Münsterland, Paderborn/Lippe und Herford wurden seit Projektbeginn in 2014 insegesamt 69 Naturtrainer ausgebildet, die seitdem regelmäßig in einer Kita ihrer Wahl Kindern wie Erziehern „Naturerleben“ auf spielerische Art und Weise vermitteln.
Ab Ende Oktober 2018 starten nun die neuen Schulungen: In zehn Workshops über zwölf Monate werden die angehenden Naturtrainerinnen und Naturtrainer schrittweise an kindgerechte Arten der Wissensvermittlung in der Natur herangeführt. Bereits nach dem dritten Workshop suchen die Teilnehmenden sich ihre eigene Kita und entwickeln eigenständig Spiele und Projekte, die sie gemeinsam mit den Kindern durchführen. Zum Ende der Ausbildung erarbeiten die Naturtrainer ein eigenes Projekt und erhalten nach erfolgreicher Teilnahme an den Workshops eine Zertifizierung.

(C)J. Koch: Gruppenbild des letzten Naturtrainer-Jahrgangs
(C)J. Koch: Gruppenbild des letzten Naturtrainer-Jahrgangs

Die Teilnahme an den zehn Workshops ist kostenfrei. Interessierte aus dem weiteren Umfeld der Kreise Paderborn und Lippe können sich ebenfalls bewerben. Vorkenntnisse im Natur- und Umweltschutz sind nicht erforderlich. Wer sich für diese Ausbildung bewerben möchte, richte seine Kurzbewerbung mit Lebenslauf und Anschreiben, weshalb er/sie ehrenamtliche/r Naturtrainerin/Naturtrainer werden will, bitte bis zum 21. September 2018 an Frau Anika Telaar mit dem Betreff „Naturtrainer in NRW“.

 

 

Mehr zum Projekt inkl. der Workshoptermine unter http://NABU-NRW.de/naturtrainer.

 

Für Bewerbungen:
Anika Telaar, anika.telaar@rolfscher-hof.de

 

Für Rückfragen:
Michael Schoch, Projektleitung „Naturtrainer in NRW“, mobil: 0177 83 43 153


22. August 2018

Bisher größtes Amselsterben durch Usutu-Virus

Meldungen in NRW erneut auf hohem Niveau |  NABU bittet Bevölkerung wieder um Mithilfe

(C)NABU Lippe/M. Düsterberg
(C)NABU Lippe/M. Düsterberg

Düsseldorf/Berlin. – Auch in diesem Jahr setzt sich in Deutschland das durch das tropische Usutu-Virus ausgelöste vor allem im Spätsommer auftretende Vogelsterben fort. Besonders Amseln sind betroffen. NABU und Tropenmediziner bitten die Bevölkerung daher erneut, kranke oder verendete Tiere zu melden und möglichst zur Untersuchung einzusenden. Bis heute wurden 2018 bereits 1500 Usutu-Verdachtsfälle an den NABU gemeldet, knapp zwei Drittel davon alleine im laufenden August. "Aus Nordrhein-Westfalen gingen bisher rund 200 Meldungen ein. Es bleibt damit nach wie vor das Land mit den meisten Meldungen", so Heinz Kowalski, Vogelschutz-Experte des NABU NRW.

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Tote oder kranke Vögel melden:

www.nabu.de/usutu-melden

 


17. August 2018

Über 10.000 Große Teichmuscheln im Postteich in Detmold verendet

(C)NABU Lippe/B. Milde: Tote Teichmuscheln in den Trockenrissen
(C)NABU Lippe/B. Milde: Tote Teichmuscheln in den Trockenrissen

Das Austrocknen des Postteichs in Detmold hat zu einem Massensterben der Großen Teichmuschel geführt. Bernd Milde, Vorsitzender des Naturschutzbundes Lippe (NABU) hat am Dienstag (14.08.2018) zusammen mit Marlies Weber die Situation vor Ort begutachtet. „Auf drei Probeflächen haben wir die toten Teichmuscheln gezählt. Im Schnitt fanden wir pro Quadratmeter eine tote Muschel. Hochgerechnet auf die besiedelbare Teichbodenfläche sind hier über 10.000 Tiere verendet“ fassen die NABU-Experten ihr trauriges Ergebnis zusammen. Die Große Teichmuschel (Anodonta cygnea) ist durch die Bundesartenschutzverordnung unter besonderen Schutz gestellt, außerdem unterliegt die Art dem besonderen Artenschutzrecht nach dem Bundesnaturschutzgesetz.

 

Im Postteich gab es bisher eine große Population der Großen Teichmuschel. Diese heimische Großmuschelart ist für solche Stillgewässer typisch. Die Tiere können im Freiland bis zu 30 Jahre alt und über 20 cm groß werden. „Wir haben hier vor Ort auch solche großen Schalen gefunden, aber auch kleinere Schalen von jüngeren Tieren“, so Bernd Milde, „die Population der Großen Teichmuschel wies alle Altersstufen vom Jung- bis zum Alttier auf. Daraus kann man schließen, dass die bisherigen Lebensverhältnisse im Postteich für die Muscheln sehr gut waren.“ Die Größe der Population belegt dies ebenfalls. Umso bedauerlicher und schockierender ist es jetzt, dass diese Teichmuschelpopulation vermutlich weitgehend zerstört ist. Eine kleine Hoffnung gibt es noch, dass vielleicht einige wenige Tiere in tieferen Zonen des schlammigen Teichbodens überlebt haben. Nach Literaturangaben ist so etwas möglich. Nach Einschätzung des NABU ist eine kurzfristige Hilfe dringend notwendig, um zu retten, was noch zu retten ist. Ein Teil des trocken gefallenen Teichbodens müsste bewässert werden, um den Schlamm zu durchfeuchten. Damit würde man den dort im Untergrund sitzenden Muscheln beim Überleben helfen.

(C)NABU Lippe/B. Milde: Trocken gefallener Postteich
(C)NABU Lippe/B. Milde: Trocken gefallener Postteich

Der Postteich ist zudem eines der bedeutendsten Amphibiengewässer in Detmold. Mit Erdkröte, Grasfrosch, Wasserfrosch, Teich- und Bergmolch nutzen fünf Amphibienarten aktuell den Teich als Laichgewässer. „Wir haben ganz junge Erdkröten und Grasfrösche beobachtet, so dass zumindest ein Teil der Erdkröten- und Grasfroschpopulation ihre Metamorphose vor der Austrocknung abschließen konnte. Die Wasserfrösche und Molche sind allerdings alle abgewandert“ berichtet Marlies Weber.

 

Es muss schnellstens gehandelt werden, um den Postteich als wertvollen und bedeutsamen Muschel- und Amphibienbiotop zu retten. Ohne einen erneuten und dauerhaften Einstau des Teiches oder zumindest einer Teilfläche hätten diese Arten keine Überlebensperspektive. Ein sinnvolles und tragfähiges Konzept muss sehr schnell realisiert werden, immerhin handelt es sich bei dem Postteich um ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet. Der NABU Lippe sieht hier sowohl den Eigentümer als auch die zuständige Wasser- und Naturschutzbehörde des Kreises Lippe und die Stadt Detmold in der Pflicht zu handeln und bietet an, sein Fachwissen in die Rettungsplanung einzubringen.

 

 

Verantwortlich für den Inhalt der Pressemitteilung: Bernd Milde, Vorsitzender NABU Lippe


17. August 2018

Netzwerk Streuobstwiesenschutz.NRW ist online!

Düsseldorf/Münster – Vor einem Jahr hat das vom Umweltministerium finanzierte „Netzwerk Streuobstwiesenschutz.NRW“ seine Arbeit aufgenommen. Es koordiniert Schutzmaßnahmen vor Ort, vernetzt die landesweiten Akteure und dient als zentrale Anlaufstelle für Fragen rund um den Obstwiesenschutz. Nun ist das Netzwerk Streuobstwiesenschutz.NRW online: Unter www.streuobstwiesen-nrw.de finden Laien und Obstfreunde landesweit Informationen zu Obstwiesenfesten, Fachleute den passenden Ansprechpartner für ihre Fragen, Landwirte und Naturschützer Tipps zur Anlage und Pflege von Streuobstwiesen oder Kontakte zu Mostereien.

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11. Juli 2018

Schwelbrand im Fichtenwald des Rolfschen Hofes

Eigentlich sollte es für Familie S. nur eine "ganz normale" schöne Geburtstagsfeier auf dem Gelände des Rolfschen Hofes werden. Aber es sollte alles viel aufregender kommen! Am vergangenen Samstag entdeckte die Gruppe in Begleitung von Geschäftsführerin Susanne Haferbeck zufällig beim Passieren des zum Rolfschen Hof gehörenden Fichtenwaldes eine ca. 25 m² große, schwarz verbrannte Fläche. Einzelne Flammen zeigten deutlich die Gefahr, die von diesem Schwelbrand ausging. Dank des Einsatzes der hauptamtlichen Feuerwehr Detmold und des Löschzuges Süd konnte die schwer erreichbare Stelle dennoch zügig gelöscht werden.

 

Unser Dank geht zum einen an alle Beteiligten des Einsatzes bei den Rettungskräften und zum anderen an die Familie S. und ihre Gäste - einen gelasseneren Umgang mit so einer ungewöhnlichen Situation kann man sich kaum vorstellen! Vielen Dank!

 

Pressemitteilung der Feuerwehr Detmold:

https://www.feuerwehr-detmold.org/2018/07/07/flaechenbrand-5/


25. Juni 2018

Naturtrainer erhalten Zertifikate

Vor zwei Jahren begannen 12 naturbegeisterte Menschen ihre Ausbildung zum NABU-Naturtrainer am Rolfschen Hof in Detmold-Berlebeck und am Prinzenpalais in Bad Lippspringe. Ziel der Ausbildung ist es, eine Partner-Kita zu gewinnen und dort ehrenamtlich die Begeisterung der Kinder für die Natur zu wecken. In der vergangenen Woche wurden in Düsseldorf die Auszeichnungen verliehen.

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18. Juni 2018

Mitmach-Aktion: Zeit der Schmetterlinge

Vom 15. Juni bis 16. Juli Admiral, Tagpfauenauge und Co. zählen

(C)NABU Lippe/M. Düsterberg: C-Falter
(C)NABU Lippe/M. Düsterberg: C-Falter

Düsseldorf. – Sie sind selten geworden die Tagfalter in Nordrhein-Westfalen. Admiral, Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs fliegen längst nicht mehr häufig durch unsere Gärten. Um auf diesen dramatischen Artenschwund unserer heimischen Insektenfauna aufmerksam zu machen, hat der NABU NRW 2014 das von der Stiftung Umwelt und Entwicklung geförderte Projekt „Zeit der Schmetterlinge“ ins Leben gerufen. Im Rahmen dieses Projektes werden jedes Jahr über einen Zeitraum von 4 Wochen Schmetterlinge gezählt. Nun ist es wieder soweit: vom 15. Juni bis 16 Juli können Falter gezählt und gemeldet werden.

 

Wie steht es in diesem Jahr um das Schlusslicht der Zählaktion von 2017, dem Distelfalter? Und wie sieht es bei Admiral, Tagpfauenauge und den Bläulingen aus? Mit der Aktion möchte der NABU NRW herausfinden, welche und wie viele Schmetterlingsarten in Nordrhein-Westfalen noch entdeckt werden. „Über die Jahre erhalten wir so Vergleichszahlen der einzelnen Tagfalterarten und können vielleicht eine Tendenz bei der Bestandsentwicklung erkennen“, so Christian Chwallek, stellvertretender Landesvorsitzender des NABU NRW. Dabei sei es egal, wo gezählt werde - ob im Garten, auf dem Balkon oder im Park, das spiele keine Rolle. Wichtig sei, dass viele Menschen mitmachen.

 

Und so funktioniert die Zählung:

Man suche sich eine Pflanze die Schmetterlinge gerne besuchen, wie zum Beispiel den Natternkopf oder den Wiesensalbei, und notiert über einen beliebigen Zeitraum die Falter, die sich an dieser Pflanze niederlassen. Zur Erleichterung der Zählung und Bestimmung der elf häufigsten Arten kann der Zählbogen verwendet werden. Oder man gibt die Beobachtung direkt über das Online-Formular ein. Beides steht unter www.schmetterlingszeit.de bereit. Zur Auswertung sollten die ausgefüllten Zählbögen mit dem Stichwort „Zeit der Schmetterlinge“ entweder per Post an die Landesgeschäftsstelle des NABU NRW oder per E-Mail an Schmetterlingszeit@NABU-NRW.de geschickt werden.

Teilnahmeschluss ist der 22. Juli 2018.

 

Weitere Informationen zur Aktion unter www.schmetterlingszeit.de.

 

Für Rückfragen:

Sarah Bölke, Projektkoordinatorin „Zeit der Schmetterlinge“, Tel.: 0211-15 92 51-52

Christian Chwallek, stellv. NABU-Landesvorsitzender, mobil: 0172 30 50 359

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de


12. Juni 2018

"Lebendige Landschaft Streuobstwiese" als UN-Dekadeprojekt ausgezeichnet

Das beim NABU Lippe angesiedelte Projekt "Lebendige Landschaft Streuobstwiese" erhält die Auszeichnung als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt!

 

Anfang Juni fand die Auszeichnungsfeier auf der Projektwiese an der Jugendherberge in Detmold statt. Bei schönstem Wetter trafen sich Projektleiterin Vanessa Kowarsch und viele Wegbegleiter und Unterstützer - Frau Dr. Ute Röder, Leiterin des Fachbereichs Umwelt beim Kreis Lippe, übergab den Preis.

 

Im Anschluß gab es noch Kaffee und Kuchen und regen Austausch in der benachbarten Jugendherberge.

(C)NABU Lippe/H. Hollensteiner
(C)NABU Lippe/H. Hollensteiner

Die stolze Mannschaft (Auf dem Bild von links):

 

Jürgen Georgi (Umweltstiftung Lippe), Projektleiterin Vanessa Kowarsch, Paul Hagemeister (Naturkostladen Petersilchen), Bernd Milde (Vorstand NABU Lippe), Hans Dudler (Entomologe NABU Lippe), Dr. Ute Röder (Kreis Lippe), Gisela Tubes, Jens Omilian (Kreis Lippe), Helmut-Volker Schüte (stellvertr. Bürgermeister Detmold), Hans-Eckhard Buschmeier (Vorstand BUND Lemgo), Hans-Dieter Wiesemann, Doris Wiesemann, Lydia Bünger (NABU Rolfscher Hof), Stephan Szymanowski (Stadt Detmold), Markus Woestmann, Peter Trapet

 


8. Juni 2018

"Zukunft für den Nationalpark Senne"

Naturschutzverbände rufen zur Unterschriftenaktion auf

Düsseldorf/Paderborn – „Zukunft für einen Nationalpark in der Senne“ lautet das Motto, mit dem sich die beiden größten deutschen Naturschutzverbände BUND und NABU zusammen mit der LNU, attac, dem Förderverein Nationalpark Senne-Eggegebirge, Greenpeace Paderborn und der Arbeitsgemeinschaft der Paderborner Natur- und Umweltschutzverbände gegen eine geplante Änderung des Landesentwicklungsplans (LEP) in NRW wenden. Nach dem Kabinettsbeschluss vom 15. April 2018 soll die Option gestrichen werden, dass nach Aufgabe der militärischen Nutzung des Truppenübungsplatzes Senne dort ein Nationalpark errichtet werden kann.

 

Auf der Internetseite www.unsere-senne.de haben die Naturschutzverbände jetzt eine landesweite Unterschriftenaktion gestartet. Mit dem Slogan „Unsere Senne“ soll deutlich gemacht werden, dass es nach 125 Jahren militärischer Nutzung an der Zeit ist, diesen einzigartigen Naturraum sowohl als Schutzgebiet zu sichern als auch für Menschen erlebbar zu machen. Ein solch großes Naturgebiet, in dem über 100 Jahre lang schädliche Einflüsse industrieller Landwirtschaft und anderer Nutzungen herausgehalten wurden, gibt es kein zweites in NRW. Jetzt gilt es, dieses einzigartige Naturerbe vor schädigenden Nutzungen gleich welcher Art zu bewahren. Gutachten haben bestätigt, das dafür nur die höchste Schutzkategorie, die das deutsche Naturschutzrecht kennt, in Frage kommt. „Die Senne muss der 17. Nationalpark in Deutschland werden!“ fordern daher die nordrhein-westfälischen Naturschutzverbände mit ihrer Unterschriftenaktion.

 

Großes Unverständnis über die Herausnahme der Nationalpark-Option aus der Zielformulierung des LEP äußerte die Vorsitzende des Fördervereins Nationalpark Senne-Eggegebirge Erdmute von Voithenberg: “Auf die Forderung unseres Fördervereins war der Nationalpark als ein mögliches Ziel erst in den LEP eingefügt worden und nun wird er einfach wieder gestrichen – ohne irgendeine Begründung!“

 

Als deutschlandweit einzigartiger Hot-Spot der Artenvielfalt mit beinahe 1.000 Rote-Liste Arten der Tier- und Pflanzenwelt erfüllt die Senne nach Auffassung des NABU-Vorsitzenden Josef Tumbrinck alle fachlichen Kriterien für eine Nationalparkausweisung. „Sowohl die auf ca. 40 % der Fläche vorhandene offene Heidelandschaft also auch die von naturnahen Bachläufen durchzogenen Wälder auf 60 % der Fläche lassen sich so am besten schützen“, ergänzte der NABU-Landeschef.

 

„Wenn jetzt die Option für einen Nationalpark Senne aus dem Landesentwicklungsplan gestrichen wird, setzt die Landesregierung damit den Schutz eines einzigartigen Naturgebietes von nationaler und internationaler Bedeutung aufs Spiel“, so BUND-Vorsitzender Holger Sticht. „Die Senne kann nur durch Nationalparkausweisung als besonders wertvolles Natur- und Wildnisgebiet langfristig einer ökonomischen Nutzung entzogen werden“, ist der BUND-Vorsitzende überzeugt.

 

Die Perspektive eines Nationalparks in der Senne – darin sind sich die Träger der Unterschriftenaktion einig – würde auch für viele Kommunen in der ostwestfälischen Bäder- und Touristikregion von Vorteil sein. Die Öffnung der Senne für naturverträgliche Erholung und Erlebnisangebote in Verbindung mit der Marke „Nationalpark“ könne sich zu einem Highlight für den ostwestfälischen Tourismus entwickeln.

 

„Wir erwarten,“ so Fritz Buhr von der Arbeitsgemeinschaft der Paderborner Natur- und Umweltschutzvereine, „dass nicht nur die Kommunen im Umfeld einer geplanten Nationalparkkulisse, sondern auch Großstädte wie Bielefeld und Paderborn am Rande eines zukünftigen Nationalparks sich dafür einsetzen, dass die Option für einen Senne-Nationalpark im Landesentwicklungsplan weiter verfolgt wird. Alle Kommunen, Politikerinnen und Politiker, insbesondere alle Landtagsabgeordnete aus der Region, werden von den Naturschutzverbänden aufgefordert, die Ziele der Unterschriftenaktion zu unterstützen. Bürgerinnen und Bürger können bis Mitte Juli bei der Landesregierung Widerspruch gegen die Änderung des Landesentwicklungsplanes einlegen.

 

Weitere Infos zur Aktion auch unter www.nabu-nrw.de.

 

Für Rückfragen:

 Markus Förster, NABU-Infozentrum Senne im Prinzenpalais, mobil: 0179-7107547

 

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 Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

 Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

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17. Mai 2018

NABU sucht Helfer für Erfassung der Streuobstflächen in Nordrhein-Westfalen

Mammutaufgabe nur mit ehrenamtlicher Unterstützung möglich

(C)NABU Lippe/V. Kowarsch
(C)NABU Lippe/V. Kowarsch

Düsseldorf – Streuobstwiesen zählen zu den artenreichsten Lebensräumen unserer Kulturlandschaft. Doch genaue Angaben darüber, wie viele Obstwiesen es in Nordrhein-Westfalen tatsächlich gibt, liegen bisher nicht vor. Im Rahmen des Projektes „Netzwerk.Streuobstwiesenschutz NRW“ werden deshalb die Anstrengungen des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt, bis Ende 2018 ein aktuelles Streuobstwiesenkataster für NRW zu erstellen. Zur Durchführung dieser landesweiten Kartierung werden in allen Regionen Nordrhein-Westfalens noch ehrenamtliche Helfer gesucht.

 

Die Erfassung wird in den meisten Kreisen und Städten von den Biologischen Stationen in NRW umgesetzt. Von hier aus erfolgt auch die Betreuung der ehrenamtlichen Kartierer vor Ort, die Obstbäume sicher erkennen und mit dem Lesen von topographischen Karten vertraut sein sollten.

 

Im August 2017 hat das vom Umweltministerium finanzierte „Netzwerk Streuobstwiesenschutz.NRW“ seine Arbeit aufgenommen. Projektpartner sind neben den drei Naturschutzverbänden Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt NRW (LNU), Naturschutzbund (NABU) NRW und Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) NRW der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) und der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV). Zukünftig wird man sich gemeinsam für Schutz, Erhalt, Pflege und Neuanlage von Streuobstwiesen einsetzen.

 

Fachliche Unterstützung erhält das Projekt vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) in Kooperation mit den Biologischen Stationen in NRW, die bis Ende 2018 ein aktuelles Streuobstwiesenkataster für Nordrhein-Westfalen erstellen. Auf der Basis dieser Daten lassen sich dann Pflegemaßnahmen oder Neupflanzungen planen. Finanziert wird das Projekt durch das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW zunächst bis Ende Juli 2020.

 

Weitere Informationen hier...

oder bei:

Sevil Yıldırım

Projektkoordinatorin Netzwerk.Streuobstwiesenschutz NRW

Tel.: 0211-15 92 51-40

Mail: Sevil.Yildirim@NABU-NRW.de

 

Interessierte (Kartierung)melden sich für den Kreis Lippe bitte bei:

Matthias Füller

Leitung Biologische Station Lippe

Domäne 2

32816 Schieder-Schwalenberg

Tel.: 05282-462

Mail: m.fueller@biologischestationlippe.de


16. Mai 2018

Fast nur Verlierer unter den Gartenvögeln

Berlin/Düsseldorf– Der NABU und sein bayerischer Partner LBV freuen sich über eine rege Beteiligung bei der 14. Stunde der Gartenvögel, die von Vatertag bis Muttertag stattfand. Bis zum Dienstagabend hatten bereits über 41.000 Vogelfreunde aus mehr als 27.000 Gärten und Parks fast 930.000 Vögel gemeldet. In Nordrhein-Westfalen zählten bis zu diesem Zeitpunkt über 8.100 Menschen aus rund 5600 Gärten und Parks mehr als 165.000 Vögel. Noch bis zum 21. Mai können die Vogelzählungen per Internet oder per Post an den NABU übermittelt werden

 

Weniger erfreulich sind allerdings die bisherigen Ergebnisse. „Pro Garten wurden im Schnitt nur 33,3 Vögel gemeldet. Das ist die niedrigste Vogelzahl seit Beginn der Aktion und ein Minus von über fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr und dem langjährigen Mittel“, so Heinz Kowalski, Sprecher des Landesfachausschusses Ornithologie im NABU NRW. Besonders bei den häufigsten Gartenvögeln deuteten sich auch landesweit reihenweise Negativ-Rekorde an. „Unter den Top 15 unserer Gartenvögel weisen unter anderem auch Amsel, Kohlmeise, Blaumeise, Elster und Buchfink die bisher geringsten Zahlen seit Zählbeginn auf.

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19. März 2018

Rotfuchs Foxy zu Besuch bei den NABU Naturtrainern

(C)NABU/L. Breitsprecher: Rolf Niggemeyer mit Rotfüchsin Foxy
(C)NABU/L. Breitsprecher: Rolf Niggemeyer mit Rotfüchsin Foxy

Paderborn/Lippe – Im Rahmen der Ausbildung zum NABU Naturtrainer hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am vergangenem Samstag einen ganz besonderen Gast: Der Referent Rolf Niggemeyer berichtete nicht nur über das Thema Fuchs, sondern brachte auch seine Füchsin Foxy mit und begeisterte.

 

Seit Oktober 2016 lernen zehn Seniorinnen und Senioren aus den Kreisen Paderborn und Lippe in Workshops verschiedene Themen rund um die Natur kennen. Die Naturtrainer gehen dann in Kitas und Kindergärten und bringen den Kindern diese Themen spielerisch und kindgerecht näher. Ein besonderes Highlight in der Ausbildung zum Naturtrainer stellte der Besuch von der Rotfüchsin Foxy am vergangenem Samstag im Prinzenpalais in Bad Lippspringe dar. Foxy lebt bei Rolf Niggemeyer und besucht mit ihm gemeinsam regelmäßig Kindergärten und Schulen. Die Naturtrainer lernten viel über die natürliche Lebensweise der Füchse und wie sie den Kindern das Thema Fuchs spannend vermitteln können. Weiter erfuhren sie auch, wie es ist, mit einem Fuchs unter einem Dach zu leben. Denn auch wenn Foxy zahm ist, ist sie ein Wildtier, welches andere Ansprüche hat als ein Hund.

(C)NABU/L. Breitsprecher: NABU Naturtrainerinnern und Naturtrainer mit Referent Rolf Niggemeyer und Rotfüchsin Foxy
(C)NABU/L. Breitsprecher: NABU Naturtrainerinnern und Naturtrainer mit Referent Rolf Niggemeyer und Rotfüchsin Foxy

Wichtig war es für die Teilnehmer zu wissen, wie es um potentielle Gefahren aussieht, die von einem Fuchs ausgehen könnten. Niggemeyer beruhigte, Tollwut gebe es seit 10 Jahren in Deutschland nicht mehr und auch Fuchsbandwurm wurde bisher noch nie über Beeren aus dem Wald übertragen. Zudem sei Foxy wie ein Hund gegen alles geimpft. Daher durften die Naturtrainerinnen und -trainer die Füchsin auch streicheln. Foxy ist sehr zutraulich, wodurch die Arbeit mit Kindern möglich ist.

 

Die Rotfüchsin konnte nach einem schweren Autounfall nicht mehr in die Wildnis freigelassen werden. Seitdem Niggemeyer alle behördlichen Genehmigungen zum Halten der Füchsin erhielt, lebt sie bei ihm und seiner Frau Monika mit im Haus. „Mein erstes Stofftier war ein Fuchs und schon immer bin ich von den Tieren begeistert gewesen“, so Niggemeyer. Er besucht zweimal in der Woche mit Foxy Kindergärten und Schulen und sie klären gemeinsam zum Thema Fuchs auf.

 


12. März 2018

Kröten und Krötenhelfer stehen in den Startlöchern

NABU NRW rechnet am Wochenende mit Beginn der Krötenwanderung im nordrhein-westfälischen Tiefland | Autofahrer in der Dämmerung bitte vorsichtig fahren!

(C)NABU Lippe/M. Düsterberg
(C)NABU Lippe/M. Düsterberg

Das frühlingshafte Wetter der kommenden Tage lockt endlich Kröten, Frösche und Molche aus ihren Winterquartieren hervor. Mit milden Nachttemperaturen von über 6° C ist zum Wochenende an vielen Orten in Nordrhein-Westfalen mit den ersten Amphibien-Wanderungen zu rechnen. „Endlich wird es auch in der Nacht so warm, dass die Kröten aus ihren Winterverstecken kommen und zu ihren Laichgewässern laufen. Besonders im nordrhein-westfälischen Tiefland dürfte einiges los sein“, erklärt Monika Hachtel, Sprecherin des NABU-Fachausschusses Amphibien- und Reptilienschutz in NRW.

 

Die kalten und frostigen Nächte der letzten Wochen haben die wechselwarmen Frösche und Kröten bislang von ihrer Frühlingswanderung abgehalten. Doch nun werden die Bedingungen in den niederen Lagen günstiger. Besonders bei mildem und feuchtem Wetter, wie es am Samstag und Sonntag zu erwarten ist, machen sie sich auf den Weg. Aktuell lägen bereits einzelne Meldungen aus dem Köln-Bonner Raum vor. In den höheren Lagen müsse man sich jedoch noch etwas gedulden, zumal auch ab nächster Woche bei wieder frostigen Nächten mit Unterbrechungen der Wanderungen zu rechnen sei.

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8. März 2018

Gartenpflegeeinsatz am Rolfschen Hof

(C)NABU Lippe/S. Haferbeck
(C)NABU Lippe/S. Haferbeck

Liebe NABU-Freundinnen und NABU-Freunde, liebe Garteninteressierten,

 

der Frühling naht und die beiden Gärten am Rolfschen Hof erwachen langsam aus dem Winterschlaf. Nach dem Winter brauchen die Pflanzen ein bisschen Zuwendung und so planen wir unseren ersten größeren Garteneinsatz für dieses Jahr! Wer gerne im Garten herum wuselt, zwischendurch ein nettes Schwätzchen zu schätzen weiß und sich über einen gemeinsamen Ausklang am Ende freut, ist herzlich eingeladen am

 

Samstag, den 31. März 2018 von 9-13 Uhr

 

dabei zu sein.

 

Uns ist bewusst, dass der Termin am Osterwochenende nicht perfekt gewählt ist, aber manchmal klappt das mit den Terminen einfach nicht so, wie man sich das vorstellt 😉 Vielleicht hat ja doch die eine oder der andere Lust, sich nach dem Eierfärben am Karfreitag zu bewegen.

 

Wir würden uns sehr freuen, wenn jeder eine leckere Kleinigkeit für den gemeinsamen Ausklang mitbringt. Tee und Kaffee können am Rolfschen Hof gekocht werden. Bitte bringt euch Wasser und Arbeitshandschuhe selber mit.

Für weitere Fragen bitte bei Stefan Wrobel unter 05231-569253 oder mosaico@t-online.de melden.

 

Künftig wollen wir mehrere Einsätze dieser Art im Jahr durchführen und so unsere ehrenamtliche Gartenpflegetruppe nach Möglichkeit erweitern.


30. Januar 2018

Betretungsverbot in lippischen Wäldern verlängert!

(C)NABU Lippe/M. Düsterberg
(C)NABU Lippe/M. Düsterberg

Das Regionalforstamt Ostwestfalen-Lippe warnt auch fast zwei Wochen nach Sturmtief 'Friederike' vor dem Betreten der Wälder. Das für den Kreis Lippe geltende Betretungsverbot ist bis zum 28. Februar 2018 verlängert worden.

 

Das gilt selbstverständlich auch für alle NABU-Flächen in Lippe, wie z. B. die Waldgebiete an der NABU Umweltbildungsstätte Rolfscher Hof. Aufgrunddessen müssen wir die bereits gebuchten Veranstaltungen für diesen Zeitraum absagen bzw. verschieben! Desweiteren werden auch keine Veranstaltungen für den Monat Februar mehr angenommen!

 

Wir bitten auch alle Spaziergänger auf dem Gelände des Rolfschen Hofes, sich an dieses Verbot und eventuelle Absperrungen zu halten. Es sind einige Sturmschäden auf dem Gelände vorhanden - wir sind dabei, diese aufzuarbeiten.


30. Januar 2018

Ergebnisse der „Stunde der Wintervögel 2018“ in Lippe

(C)NABU Lippe/M. Düsterberg: Dompfaff
(C)NABU Lippe/M. Düsterberg: Dompfaff

Die Wintervogelzählung war auch in Lippe wieder ein großer Erfolg! So wurden in 571 Gärten 20.121 Vögel von 783 Vogelfreunden gezählt. Allen Vögeln voran schaffte es der Haussperling wieder auf Platz 1 der Rangliste, welcher in Lippe in diesem Jahr immerhin 61 Vogelarten angehörten. Gegenüber der Wintervogelzählung von 2017 konnte der teils eklatante Rückgang bei einigen Arten in 2018 nicht wieder beobachtet werden. So haben sich die in fast jedem lippischen Garten dominanten Kohl- und Blaumeisen mit jeweils plus 66 % gegenüber 2017 wieder „normalisiert“. Auch die Anzahlen der Kleiber und Dompfaffen (Gimpel) erreichten annähernd wieder die Zahlen von vor 2017.

 

 

Als ein Indiz für die vorhandene Dynamik in der heimischen Vogelwelt sind die vielen Ausreißer bei denen überdurchschnittlich hohe Beobachtungszahlen zu vermerken sind! So wurden  in diesem Winter gegenüber 2017 beispielsweise dreimal so viele Stieglitze, fast siebenmal so viele Stare, viermal mehr Kernbeißer und 4,5 mal mehr Haubenmeisen in Lippe gezählt! Diese Zahlen relativieren sicher aber teilweise, wenn man sich die Zahlen von 2011 bis 2016 ansieht. Auch das Zugverhalten einiger Arten, bedingt z.B. durch Witterungseinflüsse, sorgt wohl für nicht gleichbleibende Beobachtungenzahlen.

 

(C)NABU Lippe/M. Düsterberg: Goldammer
(C)NABU Lippe/M. Düsterberg: Goldammer

Es sind jedoch auch rückläufige Zählergebnisse zu vermelden wie bei der Amsel, die im Winter 2017 auf Platz 1 der Rangliste kursierte, in 2018 aber wieder auf die Werte der Jahre vor 2017 zurückfiel und auf sich nun auf Rang 3 befindet. Auffällig sind auch die rückläufigen Zahlen der gesichteten Sing- und Wacholderdrosseln (-91 % bzw. -51 %), der Goldammern (-45 %) sowie der Ringeltauben (-52 %) und Rabenkrähen (-42 %). Bei allen der fünf vorgenannten Arten sind aber in den letzten Jahren immer wieder stark unstete Beobachtungszahlen zu verzeichnen. Über die Gründe hierfür gibt es bisher leider kaum Angaben. Für Arten wie der Goldammer zum Beispiel, die offene und halboffene Geländestrukturen mit Gehölzen und Hecken als Lebensraum benötigt, nimmt aber offensichtlich der Lebensraum in unserer aufgeräumten Landschaft immer mehr ab. Manch Leser wird sich sicherlich schon oft selbst gefragt haben, ob das Auf-Stocksetzen ganzer Feldraine und Straßen Gehölze jedes Mal in diesem Umfang nötig gewesen wäre, oder ein gemäßigtes Zurückschneiden nicht auch gereicht und damit weiterhin Lebensraum ermöglicht hätte. Es wird dabei ja nicht nur das Habitat der Vögel für mehrere Jahre zerstört, sondern auch jener für viele Insekten, Amphibien und Säugetieren und zu guter Letzt auch für die Flora!

 

 

Betrachtet man die Ergebnisse der Winterzählung genauer, fällt insbesondere bei den bei uns eher selten vorkommenden Arten auf, dass kann schon eine Handvoll mehr oder weniger gesichtete Vögel große Unterschiede in den Statistiken bzw. Trends ausmachen können. Als Beispiel möge das Wintergoldhähnchen dienen. Von ihm wurden bei der Winterzählung 2017 21 Vögel gesehen. In 2018 waren es nur 5 Individuen. Sicherlich der Tatsache geschuldet, dass der Kreis Lippe nicht unbedingt der Vorzugslebensraum des Wintergoldhähnchens ist und wir es in 2017 wahrscheinlich mit einigen zusätzlichen Wintergästen zu tun hatten.

 

Eine traurige Bestandsabnahme, die jedoch in den Vogelzählungen nicht auftaucht weil eine Nullzählung in der Rangliste nicht vorgesehen ist, ist beim Rebhuhn zu verzeichnen. In 2011 wurden noch ganze 6 Rebhühner in lippischen Gärten bei der Stunde der Wintervögel gezählt, ab da an bis heute tauchte es leider in keiner Winterzählung mehr auf! Auch hierfür ist der Grund in den zunehmend mehr und mehr abnehmenden Lebensräumen gerade für diese Vogelart zu suchen.

 

 

Wer sich für genaueren Zahlen interessiert, dem sei die NABU Homepage auf Bundesebene mit den Stichworten Stunde der Wintervögel 2018 / Ergebnisse empfohlen. Hier können die Zählergebnisse bis auf Kreisebene und auch für die vorangegangen Jahre eingesehen werden. Auch lohnt sich ein Blick auf die Statistiken zu jeder Vogelart, die durch Anklicken der Art auf der Seite der Rangliste angezeigt werden.

 

 

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-wintervoegel/ergebnisse/21784.html?jahr=2018&ort=057660000000&vogelart=M%C3%B6nchsgrasm%C3%BCcke&bundesland=Nordrhein-Westfalen&formchange=1

 

 

Das folgende Diagramm möge als interessante Übersicht über die seit 2011 bis 2018 durchgeführten Stunden der Wintervögel und deren Ergebnisse dienen:

(C)NABU Lippe/F. Krupke
(C)NABU Lippe/F. Krupke

26. Januar 2018

Spendenaufruf 2018

Kauf einer Fläche in Dörentrup

(C)NABU Lippe/B. Mühlenmeier: Das Landkärtchen (Araschnia levana), hier in der dunklen Sommergeneration, kommt  am Selberg vor.
(C)NABU Lippe/B. Mühlenmeier: Das Landkärtchen (Araschnia levana), hier in der dunklen Sommergeneration, kommt am Selberg vor.

Liebe NABU Mitglieder, liebe Naturfreunde,


der NABU Lippe möchte auf Vorschlag der NABU-Gruppe Dörentrup eine 6.500 m² große Fläche im Landschaftsschutzgebiet „Hecken- und Grünlandkomplex Selberg-Friedenstal“ erwerben. Es handelt sich dabei um eine südexponierte Grünlandfläche mit vielen alten Hecken, die das Gebiet von den angrenzenden Ackerflächen trennen. Im Bereich Selberg hat der NABU Lippe in den letzten 20 Jahren schon drei weitere Flächen erworben und durch Heckenanpflanzungen miteinander verbunden. Diese Flächen werden seit mehreren Jahren extensiv bewirtschaftet und bilden so eine wertvolle Oase inmitten einer intensiv genutzten Ackerflur, deren Schläge oft zwischen 10 und 30 ha groß sind. Im Bereich der flachgründigen Kuppen ist der Selberg durch Hecken mit dem Biotopkomplex Friedenstal/Marksberg vernetzt, in dem der NABU Dörentrup weitere wertvolle Flächen besitzt und pflegt.

Der NABU Lippe will durch den Ankauf dieses wertvolle Biotop dauerhaft sichern und den Biotopverbund entlang der Kuppen mit seinen Mergelkuhlen und Hohlwegen fördern und weiter entwickeln. In den Hecken brüten jedes Jahr u.a. Neuntöter und Dorngrasmücke. Auf den Brachflächen des Gebietes sind oft Rebhühner und Hasen anzutreffen, im Winter auch manchmal der Raubwürger. Die Insektenfauna ist hier noch sehr vielfältig, an einem warmen Sommertag fliegen viele Schmetterlinge und Wildbienen. Der Erhalt und die extensive Nutzung solcher naturnahen Flächen durch den NABU Lippe ist auch eine wichtige Maßnahme gegen das Insektensterben.

 

Spenden* Sie bitte für dieses Projekt auf folgendes Konto des NABU Lippe:
IBAN: DE13 4825 0110 0000 1201 21 BIC: WELADED1LEM (Sparkasse Lemgo)
Stichwort: Selberg in Dörentrup


Für Ihre Unterstützung bedanken wir uns ganz herzlich.

 

Mit freundlichen Grüßen
Bernd Milde , Vorsitzender NABU Lippe

Bernd Mühlenmeier, stellv. Vorsitzender NABU Lippe + Leiter NABU Gruppe Dörentrup

 

* Überschüssige Spendenerträge setzt der NABU Lippe für weitere Grundstückskäufe in Lippe ein. Spenden sind steuerlich absetzbar. Eine Spendenbescheinigung erhalten Sie, wenn Sie auf dem Überweisungsformular Ihre An-schrift angeben. Weitere Informationen über das Gebiet erfahren Sie bei Bernd Mühlenmeier, Tel. (0 52 65) 534.


26. Januar 2018

NABU: Wölfe wandern wieder durch NRW

Erster Wolfsnachweis in diesem Jahr im Kreis Warendorf  | NABU begrüßt Position der Grünen zur Rückkehr des Wolfes

(c) NABU Lippe/T. Pusch
(c) NABU Lippe/T. Pusch

Düsseldorf – Erst wanderte die besenderte Wölfin Naya im Dezember letzten Jahres unbemerkt von Mecklenburg-Vorpommern bis nach Belgien und stattete dabei NRW auf ihrem Weg gleich drei Mal einen Besuch ab und nun wurde am 25. Januar im Kreis Warendorf ein Wolf durch einen Fotonachweis identifiziert. „Wir haben damit gerechnet, dass es jetzt und in den nächsten Wochen wieder zu Wolfsnachweisen in NRW kommen wird, denn nun ist Hauptwanderzeit der Jungwölfe“, erklärt Thomas Pusch, Sprecher des Landesfachausschuss Wolf des NABU NRW.

 

Diese verließen nun wieder ihre elterlichen Rudel auf der Suche nach eigenem Partner und Territorium und legten dabei durchaus weite Strecken zurück, ohne dass man sie dabei sichtet. „Das zeigt das Beispiel der Wölfin Naya besonders gut. Alleine durch die Besenderung konnte nachgewiesen werden, dass sie sich auch in NRW aufgehalten hat. Das ist eine spannende und wichtige Information aus dem Monitoring der Wölfe“, so Pusch weiter.

 

Der NABU erwartet in nächster Zeit weitere Nachweise von durchziehenden Wölfen in NRW. Auch deswegen begrüßt der NABU NRW ausdrücklich die kürzlich veröffentlichte Position der naturschutz- und jagdpolitischen Sprecherinnen und Sprecher der Landtagsfraktionen der Grünen, in der die Rückkehr des Wolfes positiv bemerkt und gleichzeitig auf die wichtige Funktion der Weidetierhalter im Naturschutz aufmerksam gemacht wird.

 

Wie der NABU fordern die Vertreterinnen und Vertreter der Grünen ein bundesweites Fachkonzept auch zur Unterstützung der Weidetierhalter. „So sollte die De-minimis Regelung auch in NRW bezüglich Wolfsausgleichzahlungen entsprechend den Vorgaben aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein angepasst werden“, fordert der NABU-Wolfsexperte. Als Ausnahme sei die De-minimis-Regelung getroffen worden, bei der geringfügige Zahlungen in bestimmten Fällen erlaubt seien, wie zum Beispiel für Ausgleichzahlungen bei Wolfsübergriffen. Der veranschlagte Betrag sei jedoch oftmals nicht ausreichend, um die entstehenden Kosten zu decken. Es sei daher erfreulich, dass sich auf politischer Seite Gedanken gemacht wird, wie dieser Missstand nun auch bundeseinheitlich bei Kompensationszahlungen umgangen werden kann.

 

Um den Menschen die Sorgen vor dem Rückkehrer Wolf zu nehmen und sie besser auf die zukünftige Anwesenheit von Wölfen in NRW vorzubereiten, hat der NABU das landesweite Umwelt- und Bildungsprojekt zur „Rückkehr des Wolfes nach NRW“ ins Leben gerufen. „Der NABU will so dazu beitragen, die Akzeptanz für den Wolf in der Bevölkerung weiter zu stärken“, ergänzt Katharina Stenglein, Leiterin des Bildungsprojekts zum Wolf beim NABU NRW. Gefördert wird das Projekt von der Stiftung Umwelt und Entwicklung. Derzeit ist die Wanderausstellung zum Wolf im Besucherzentrum des Nationalparks Eifel zu sehen.

 

Mehr zu den aktuellen Infos rund um den Wolf in Nordrhein-Westfalen findet man hier:

https://www.nrw-wolf.de/wolfserwartungsland-nrw/

Weitere Infos zum NABU NRW-Bildungsprojekt Wolf unter:

https://nrw.nabu.de/wolfsprojekt

 

Für Rückfragen:

Thomas Pusch, Sprecher LFA Wolf im NABU NRW, mobil: 0170 2158624

Katharina Stenglein, Projektleiterin „Die Rückkehr des Wolfes nach NRW“ des NABU NRW, mobil: 0177 938 4936

 

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail:B.Koenigs@NABU-NRW.de


25. Januar 2018

Wichtiger Schritt in die Zukunft

1. Lippische Artenschutzkonferenz ein Erfolg

(C)NABU Lippe/T. Pusch
(C)NABU Lippe/T. Pusch

Detmold. Landrat Dr. Axel Lehmann eröffnete die 1. Lippische Artenschutzkonferenz am 12. und 13. Januar 2018 im Plenarsaal des Kreishauses. Mit über 230 Teilnehmern war die Konferenz ausgebucht. In seiner Begrüßungsrede skizzierte der Landrat den Stand der Umweltschäden sowie den immensen Rückgang der verschiedenen Arten, dessen Ursachen u.a. in dem Verlust von Lebensräumen durch Wilderei vor allem auf dem afrikanischen Kontinent und in dem sich abzeichnenden Klimawandel liegen. „Alarmzeichen, die wachrütteln sollten“, wie er konstatierte. Er zeigte aber auch auf positive Entwicklungen, vor allem im hiesigen Kreis. Die vielschichten Probleme im Umweltbereich müssten unter fachkundiger Beratung endlich in Angriff genommen werden. Diese Veranstaltung ist der Auftakt für ein umfangreiches, noch zu erarbeitendes, Konzept und soll verschiedene Interessengruppen an einen Tisch holen.

 

Neben zahlreichen Fachvorträgen und Kurzreferaten der beteiligten Organisationen und Verbände blieb auch Zeit für Diskussionen und Gespräche. Der mit viel Beifall bedachte Fachvortrag von Matthias Füller, Leiter der Biologischen Station Lippe, der konkret die Situation im Kreis Lippe beleuchtete, soll zukünftig als Arbeitsgrundlage für den zu bildenden Fachbeirat dienen.

 

Im Eingangsbereich wurden die zahlreichen Informationsstände sowie der große Buchstand von den Besuchern ausgiebig genutzt. Für das leibliche Wohl war ebenfalls bestens gesorgt.

 

Das Resümee der Teilnehmer war durchweg positiv.

„Es ist ein wichtiger, erster Schritt“, erklärte Bernd Milde, Vorsitzender des NABU Lippe, „aber wir müssen weitere konkrete Schritte folgen lassen.“ Dabei sei es nach seiner Auffassung wichtig, ein nachhaltiges, langfristiges Konzept zu erstellen, „jedoch sollten wir es in kleine einzelne Abschnitte untergliedern, die in zeitnahen Schritten abzuarbeiten und vor allem kontrolliert zu erreichen sind“.

„Der ganze Prozess darf kein Strohfeuer werden, sondern muss kontinuierlich mit Leben gefüllt werden“, wie er weiter ausführte.  „Positiv herauszustellen ist, dass alle Beteiligten das Thema Biodiversität und Artenschutz sehr ernst nehmen".

 

Der NABU wird den angestoßenen Prozess weiter begleiten und intensiv unterstützen.

 

Weitere Bilder und Impressionen finden Sie hier.

Auch die Vorträge der Referenten werden online abrufbar sein, sobald sie freigegeben wurden.


11. Dezember 2017

NABU NRW ruft wieder zur Vogelzählung am Futterhäuschen auf

Bundesweite Mitmachaktion "Stunde der Wintervögel" vom 5. bis 7. Januar 2018

(C)NABU/M. Düsterberg: Gimpel im Schnee
(C)NABU/M. Düsterberg: Gimpel im Schnee

Düsseldorf.– Nachdem im vergangenen Winter ungewöhnlich wenige Vögel in Gärten und Parks bei der „Stunde der Wintervögel“ gesichtet worden waren, deuten erste Beobachtungen darauf hin, dass in diesem Jahr wieder mehr gefiederte Gäste an die Futterhäuschen kommen. Um hierzu umfassende Daten zu gewinnen, hofft der NABU auf eine hohe Teilnehmerzahl bei der „Stunde der Wintervögel“, die bundesweit vom 5. bis zum 7. Januar 2018 stattfindet.

 

 

 

Im Durchschnitt 17 Prozent weniger Vögel beobachteten die Teilnehmer im Winter 2017 im Vergleich zu den Vorjahren. Pro Garten ließen sich im Schnitt nur rund 34 Vögel und acht verschiedene Arten sehen – sonst liegt der Schnitt bei etwa 41 und neun Arten. Vor allem bei den häufigen Wintervögeln, wie Kohl- und Blaumeise, aber auch Kleiber und Kernbeißer, wurden die niedrigsten Zahlen seit Beginn der Aktion 2011 gemeldet. „Das hatte vermutlich nicht nur mit einem guten Nahrungsangebot in Polen, dem Baltikum und Russland zu tun“, sagt Heinz Kowalski, Vogelschutzexperte des NABU NRW. Rückfragen bei dortigen Ornithologen bestätigten ebenfalls geringe Bruterfolge polnischer und russischer Meisenbestände in 2016. Dies wirke sich natürlich direkt auf die hiesigen Bestände im darauffolgenden Winter aus.

 

Während es wetterbedingt immer mal wieder schlechte Jahre für die Vögel gebe und so ein Ereignis meist in den Folgejahren wieder ausgeglichen werde, beobachten Vogelschützer seit Jahren zudem ein generelles Problem für den Vogelbestand. Eine ernste Gefahr stelle die Landschaftsveränderung durch die industrielle Landwirtschaft mit dem dramatischen Anstieg von Mais- und Rapsmonokulturen sowie der zunehmende Einsatz von Pestiziden dar. Kowalski: „Darin wird auch eine der Ursachen für den Besorgnis erregenden Rückgang von Fluginsekten gesehen, die dann wieder den Vögeln zur Ernährung ihrer Jungen während der Brutzeit fehlen.“

 

Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und findet bereits zum achten Mal statt. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und sein bayerischer Partner Landesbund für Vogelschutz (LBV) rufen Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und dem NABU zu melden.

 

Die Wintervogelzählung funktioniert ganz einfach: Von einem ruhigen Beobachtungsplätzchen aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können dann im Internet unter www.stundederwintervoegel.de bis zum 16. Januar gemeldet werden. Zudem ist für telefonische Meldungen am 6. und 7. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet.

 

Das pure Interesse und die Freude an der Vogelwelt reichen zur Teilnahme aus, eine besondere Qualifikation ist für die Wintervogelzählung nicht nötig. Bei der letzten großen Zählaktion im Januar 2017 beteiligten sich allein in Nordrhein-Westfalen über 23.000 Menschen. Insgesamt gingen Meldungen aus 16.100 Gärten und Parks mit über 460.000 gezählten Vögeln ein. Der Haussperling ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in nordrhein-westfälischen Gärten, die Amsel landete auf Platz zwei. Auf den Plätzen drei bis fünf folgten Kohlemeise, Blaumeise und Buchfink.

 

Im Rahmen der „Schulstunde der Wintervögel“ vom 8. bis 12. Januar bietet die NAJU auf www.NAJU.de/SdW Zählkarten, ein Poster und ein Wintervogel-Quiz für Kindergruppen und Schulklassen an. Bei fünf Aktionen lernen sie Vögel und ihre Anpassungsstrategien an die kalte Jahreszeit kennen. Die Zählergebnisse der Kinder fließen ebenfalls in die NABU-Auswertung ein.

 

Mehr Informationen...

 

 


16. Oktober 2017

NABU und LBV: Star ist Vogel des Jahres 2018

Das Imitationstalent unter den Vögeln wird immer seltener

(C)NABU/Georg Dorff
(C)NABU/Georg Dorff

 Berlin/Düsseldorf – Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und sein bayerischer Partner LBV, Landesbund für Vogelschutz, haben den Star (Sturnus vulgaris) zum „Vogel des Jahres 2018“ gewählt. Auf den Waldkauz, Vogel des Jahres 2017, folgt damit ein Singvogel.

 

„Der Star ist bekannt als Allerweltsvogel – den Menschen vertraut und weit verbreitet. Doch seine Präsenz in unserem Alltag täuscht, denn der Starenbestand nimmt ab. Es fehlt an Lebensräumen mit Brutmöglichkeiten und Nahrung – insbesondere verursacht durch die industrielle Landwirtschaft“, sagt Heinz Kowalski, NABU-Präsidiumsmitglied. Eine Million Starenpaare haben man alleine in Deutschland in nur zwei Jahrzehnten verloren. Jetzt gelte es, den Star durch praktischen Naturschutz und Sicherung des Lebensraums zu unterstützen.

 

Der Bestand des Stars in Deutschland schwankt jährlich zwischen 3 und 4,5 Millionen Paaren, je nach Nahrungsangebot und Bruterfolg im Vorjahr. Das sind zehn Prozent des europäischen Starenbestandes, der bei 23 bis 56 Millionen liegt. Trotzdem ist der schillernde Geselle ein typisches Beispiel für den stillen Rückgang der häufigen Vogelarten, denn sein Bestand nimmt stetig ab. In der aktuellen deutschlandweiten Roten Liste ist der Star sogar direkt von „ungefährdet“ (RL 2007) auf „gefährdet“ (RL 2015) hochgestuft worden, ohne auf der Vorwarnliste zu stehen.

 

Auch in Nordrhein Westfalen haben sich die Starenbestände in den letzten Jahrzehnten deutlich verringert. In der Roten Liste der Brutvögel Nordrhein-Westfalens von 2008 wurde der Star deshalb in die Vorwarnliste aufgenommen. Dabei gilt der Star im Niederrheinischen Tiefland schon als gefährdet, während er im Weserbergland noch als ungefährdet eingestuft wurde. Insgesamt ist der Star in NRW mit 155.000 – 200.000 Brutpaaren flächendeckend vertreten. In den großen, geschlossenen Waldgebieten der Mittelgebirge und im Tiefland ist er jedoch seltener anzutreffen oder fehlt dort auch stellenweise, was zumeist auf eine mangelhafte Lebensraumausstattung zurückzuführen ist.

 

Gründe für seinen Rückgang sind der Verlust und die intensive Nutzung von Weiden, Wiesen und Feldern, auf denen der Star nicht mehr genug Nahrung wie Regenwürmer und Insektenlarven findet. Werden Nutztiere nur im Stall gehalten, fehlt der Mist, der Insekten anlockt. Biozide und Agrochemikalien vernichten zudem weitere Nahrungstiere. Im Sommer und Herbst schätzen Stare zusätzlich Früchte und Beeren. Doch beerentragende Hecken zwischen den Feldern sucht man vielerorts ebenfalls vergebens. Auch mangelt es oft an geeigneten Nistplätzen dort, wo alte Bäume mit Bruthöhlen entfernt werden.

 

Angepasst hat sich der Star an die Stadt: Der urbane Geselle nutzt Nistkästen oder Hohlräume an Dächern und Fassaden zum Nestbau. Parkanlagen, Friedhöfe und Kleingärten liefern ihm Nahrung. Doch auch dort droht ihm Lebensraumverlust durch Bauvorhaben, Sanierungen oder Verkehrssicherungsmaßnahmen.

 

Abhängig von seinem Lebensort ist der Jahresvogel Kurzstreckenzieher, Teilzieher oder Standvogel. Mitteleuropäische Stare ziehen im Herbst zum Großteil bis in den südlichen Mittelmeerraum und nach Nordafrika. Die maximale Zugstrecke liegt bei 2.000 Kilometern. Die viele tausend Tiere umfassenden Schwärme, der sich zum Abflug oder Rast sammelnden Stare, sorgen alljährlich für Aufmerksamkeit und sind ein beeindruckendes Naturschauspiel während des herbstlichen Vogelzugs. Immer mehr Stare verzichten aber auf lange Reisen und überwintern vor allem im Südwesten Deutschlands.

 

Bekannt ist der Star bei vielen Menschen aber auch noch für eine andere Fähigkeit - sein Talent zur Imitation von Umgebungsgeräuschen. Neben anderen Vogelstimmen kann der Star unter anderem Handyklingeltöne, Hundebellen oder Alarmanlagen perfekt nachahmen und in seinen Gesang einbauen.

 

Weitere Infos unter www.Vogel-des-Jahres.de, oder www.LBV.de

Pressefotos zum Vogel des Jahres unter: www.NABU.de/pressebilder_star