30. Januar 2018

Betretungsverbot in lippischen Wäldern verlängert!

Das Regionalforstamt Ostwestfalen-Lippe warnt auch fast zwei Wochen nach Sturmtief 'Friederike' vor dem Betreten der Wälder. Das für den Kreis Lippe geltende Betretungsverbot ist bis zum 28. Februar 2018 verlängert worden.

 

Das gilt selbstverständlich auch für alle NABU-Flächen in Lippe, wie z. B. die Waldgebiete an der NABU Umweltbildungsstätte Rolfscher Hof. Aufgrunddessen müssen wir die bereits gebuchten Veranstaltungen für diesen Zeitraum absagen bzw. verschieben! Desweiteren werden auch keine Veranstaltungen für den Monat Februar mehr angenommen!

 

Wir bitten auch alle Spaziergänger auf dem Gelände des Rolfschen Hofes, sich an dieses Verbot und eventuelle Absperrungen zu halten. Es sind einige Sturmschäden auf dem Gelände vorhanden - wir sind dabei, diese aufzuarbeiten.


30. Januar 2018

Ergebnisse der „Stunde der Wintervögel 2018“ in Lippe

(C)NABU Lippe/M. Düsterberg: Dompfaff
(C)NABU Lippe/M. Düsterberg: Dompfaff

Die Wintervogelzählung war auch in Lippe wieder ein großer Erfolg! So wurden in 571 Gärten 20.121 Vögel von 783 Vogelfreunden gezählt. Allen Vögeln voran schaffte es der Haussperling wieder auf Platz 1 der Rangliste, welcher in Lippe in diesem Jahr immerhin 61 Vogelarten angehörten. Gegenüber der Wintervogelzählung von 2017 konnte der teils eklatante Rückgang bei einigen Arten in 2018 nicht wieder beobachtet werden. So haben sich die in fast jedem lippischen Garten dominanten Kohl- und Blaumeisen mit jeweils plus 66 % gegenüber 2017 wieder „normalisiert“. Auch die Anzahlen der Kleiber und Dompfaffen (Gimpel) erreichten annähernd wieder die Zahlen von vor 2017.

 

 

Als ein Indiz für die vorhandene Dynamik in der heimischen Vogelwelt sind die vielen Ausreißer bei denen überdurchschnittlich hohe Beobachtungszahlen zu vermerken sind! So wurden  in diesem Winter gegenüber 2017 beispielsweise dreimal so viele Stieglitze, fast siebenmal so viele Stare, viermal mehr Kernbeißer und 4,5 mal mehr Haubenmeisen in Lippe gezählt! Diese Zahlen relativieren sicher aber teilweise, wenn man sich die Zahlen von 2011 bis 2016 ansieht. Auch das Zugverhalten einiger Arten, bedingt z.B. durch Witterungseinflüsse, sorgt wohl für nicht gleichbleibende Beobachtungenzahlen.

 

(C)NABU Lippe/M. Düsterberg: Goldammer
(C)NABU Lippe/M. Düsterberg: Goldammer

Es sind jedoch auch rückläufige Zählergebnisse zu vermelden wie bei der Amsel, die im Winter 2017 auf Platz 1 der Rangliste kursierte, in 2018 aber wieder auf die Werte der Jahre vor 2017 zurückfiel und auf sich nun auf Rang 3 befindet. Auffällig sind auch die rückläufigen Zahlen der gesichteten Sing- und Wacholderdrosseln (-91 % bzw. -51 %), der Goldammern (-45 %) sowie der Ringeltauben (-52 %) und Rabenkrähen (-42 %). Bei allen der fünf vorgenannten Arten sind aber in den letzten Jahren immer wieder stark unstete Beobachtungszahlen zu verzeichnen. Über die Gründe hierfür gibt es bisher leider kaum Angaben. Für Arten wie der Goldammer zum Beispiel, die offene und halboffene Geländestrukturen mit Gehölzen und Hecken als Lebensraum benötigt, nimmt aber offensichtlich der Lebensraum in unserer aufgeräumten Landschaft immer mehr ab. Manch Leser wird sich sicherlich schon oft selbst gefragt haben, ob das Auf-Stocksetzen ganzer Feldraine und Straßen Gehölze jedes Mal in diesem Umfang nötig gewesen wäre, oder ein gemäßigtes Zurückschneiden nicht auch gereicht und damit weiterhin Lebensraum ermöglicht hätte. Es wird dabei ja nicht nur das Habitat der Vögel für mehrere Jahre zerstört, sondern auch jener für viele Insekten, Amphibien und Säugetieren und zu guter Letzt auch für die Flora!

 

 

Betrachtet man die Ergebnisse der Winterzählung genauer, fällt insbesondere bei den bei uns eher selten vorkommenden Arten auf, dass kann schon eine Handvoll mehr oder weniger gesichtete Vögel große Unterschiede in den Statistiken bzw. Trends ausmachen können. Als Beispiel möge das Wintergoldhähnchen dienen. Von ihm wurden bei der Winterzählung 2017 21 Vögel gesehen. In 2018 waren es nur 5 Individuen. Sicherlich der Tatsache geschuldet, dass der Kreis Lippe nicht unbedingt der Vorzugslebensraum des Wintergoldhähnchens ist und wir es in 2017 wahrscheinlich mit einigen zusätzlichen Wintergästen zu tun hatten.

 

Eine traurige Bestandsabnahme, die jedoch in den Vogelzählungen nicht auftaucht weil eine Nullzählung in der Rangliste nicht vorgesehen ist, ist beim Rebhuhn zu verzeichnen. In 2011 wurden noch ganze 6 Rebhühner in lippischen Gärten bei der Stunde der Wintervögel gezählt, ab da an bis heute tauchte es leider in keiner Winterzählung mehr auf! Auch hierfür ist der Grund in den zunehmend mehr und mehr abnehmenden Lebensräumen gerade für diese Vogelart zu suchen.

 

 

Wer sich für genaueren Zahlen interessiert, dem sei die NABU Homepage auf Bundesebene mit den Stichworten Stunde der Wintervögel 2018 / Ergebnisse empfohlen. Hier können die Zählergebnisse bis auf Kreisebene und auch für die vorangegangen Jahre eingesehen werden. Auch lohnt sich ein Blick auf die Statistiken zu jeder Vogelart, die durch Anklicken der Art auf der Seite der Rangliste angezeigt werden.

 

 

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-wintervoegel/ergebnisse/21784.html?jahr=2018&ort=057660000000&vogelart=M%C3%B6nchsgrasm%C3%BCcke&bundesland=Nordrhein-Westfalen&formchange=1

 

 

Das folgende Diagramm möge als interessante Übersicht über die seit 2011 bis 2018 durchgeführten Stunden der Wintervögel und deren Ergebnisse dienen:

(C)NABU Lippe/F. Krupke
(C)NABU Lippe/F. Krupke

26. Januar 2018

Spendenaufruf 2018

Kauf einer Fläche in Dörentrup

(C)NABU Lippe/B. Mühlenmeier: Das Landkärtchen (Araschnia levana), hier in der dunklen Sommergeneration, kommt  am Selberg vor.
(C)NABU Lippe/B. Mühlenmeier: Das Landkärtchen (Araschnia levana), hier in der dunklen Sommergeneration, kommt am Selberg vor.

Liebe NABU Mitglieder, liebe Naturfreunde,


der NABU Lippe möchte auf Vorschlag der NABU-Gruppe Dörentrup eine 6.500 m² große Fläche im Landschaftsschutzgebiet „Hecken- und Grünlandkomplex Selberg-Friedenstal“ erwerben. Es handelt sich dabei um eine südexponierte Grünlandfläche mit vielen alten Hecken, die das Gebiet von den angrenzenden Ackerflächen trennen. Im Bereich Selberg hat der NABU Lippe in den letzten 20 Jahren schon drei weitere Flächen erworben und durch Heckenanpflanzungen miteinander verbunden. Diese Flächen werden seit mehreren Jahren extensiv bewirtschaftet und bilden so eine wertvolle Oase inmitten einer intensiv genutzten Ackerflur, deren Schläge oft zwischen 10 und 30 ha groß sind. Im Bereich der flachgründigen Kuppen ist der Selberg durch Hecken mit dem Biotopkomplex Friedenstal/Marksberg vernetzt, in dem der NABU Dörentrup weitere wertvolle Flächen besitzt und pflegt.

Der NABU Lippe will durch den Ankauf dieses wertvolle Biotop dauerhaft sichern und den Biotopverbund entlang der Kuppen mit seinen Mergelkuhlen und Hohlwegen fördern und weiter entwickeln. In den Hecken brüten jedes Jahr u.a. Neuntöter und Dorngrasmücke. Auf den Brachflächen des Gebietes sind oft Rebhühner und Hasen anzutreffen, im Winter auch manchmal der Raubwürger. Die Insektenfauna ist hier noch sehr vielfältig, an einem warmen Sommertag fliegen viele Schmetterlinge und Wildbienen. Der Erhalt und die extensive Nutzung solcher naturnahen Flächen durch den NABU Lippe ist auch eine wichtige Maßnahme gegen das Insektensterben.

 

Spenden* Sie bitte für dieses Projekt auf folgendes Konto des NABU Lippe:
IBAN: DE13 4825 0110 0000 1201 21 BIC: WELADED1LEM (Sparkasse Lemgo)
Stichwort: Selberg in Dörentrup


Für Ihre Unterstützung bedanken wir uns ganz herzlich.

 

Mit freundlichen Grüßen
Bernd Milde , Vorsitzender NABU Lippe

Bernd Mühlenmeier, stellv. Vorsitzender NABU Lippe + Leiter NABU Gruppe Dörentrup

 

* Überschüssige Spendenerträge setzt der NABU Lippe für weitere Grundstückskäufe in Lippe ein. Spenden sind steuerlich absetzbar. Eine Spendenbescheinigung erhalten Sie, wenn Sie auf dem Überweisungsformular Ihre An-schrift angeben. Weitere Informationen über das Gebiet erfahren Sie bei Bernd Mühlenmeier, Tel. (0 52 65) 534.


26. Januar 2018

NABU: Wölfe wandern wieder durch NRW

Erster Wolfsnachweis in diesem Jahr im Kreis Warendorf  | NABU begrüßt Position der Grünen zur Rückkehr des Wolfes

(c) NABU Lippe/T. Pusch
(c) NABU Lippe/T. Pusch

Düsseldorf – Erst wanderte die besenderte Wölfin Naya im Dezember letzten Jahres unbemerkt von Mecklenburg-Vorpommern bis nach Belgien und stattete dabei NRW auf ihrem Weg gleich drei Mal einen Besuch ab und nun wurde am 25. Januar im Kreis Warendorf ein Wolf durch einen Fotonachweis identifiziert. „Wir haben damit gerechnet, dass es jetzt und in den nächsten Wochen wieder zu Wolfsnachweisen in NRW kommen wird, denn nun ist Hauptwanderzeit der Jungwölfe“, erklärt Thomas Pusch, Sprecher des Landesfachausschuss Wolf des NABU NRW.

 

Diese verließen nun wieder ihre elterlichen Rudel auf der Suche nach eigenem Partner und Territorium und legten dabei durchaus weite Strecken zurück, ohne dass man sie dabei sichtet. „Das zeigt das Beispiel der Wölfin Naya besonders gut. Alleine durch die Besenderung konnte nachgewiesen werden, dass sie sich auch in NRW aufgehalten hat. Das ist eine spannende und wichtige Information aus dem Monitoring der Wölfe“, so Pusch weiter.

 

Der NABU erwartet in nächster Zeit weitere Nachweise von durchziehenden Wölfen in NRW. Auch deswegen begrüßt der NABU NRW ausdrücklich die kürzlich veröffentlichte Position der naturschutz- und jagdpolitischen Sprecherinnen und Sprecher der Landtagsfraktionen der Grünen, in der die Rückkehr des Wolfes positiv bemerkt und gleichzeitig auf die wichtige Funktion der Weidetierhalter im Naturschutz aufmerksam gemacht wird.

 

Wie der NABU fordern die Vertreterinnen und Vertreter der Grünen ein bundesweites Fachkonzept auch zur Unterstützung der Weidetierhalter. „So sollte die De-minimis Regelung auch in NRW bezüglich Wolfsausgleichzahlungen entsprechend den Vorgaben aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein angepasst werden“, fordert der NABU-Wolfsexperte. Als Ausnahme sei die De-minimis-Regelung getroffen worden, bei der geringfügige Zahlungen in bestimmten Fällen erlaubt seien, wie zum Beispiel für Ausgleichzahlungen bei Wolfsübergriffen. Der veranschlagte Betrag sei jedoch oftmals nicht ausreichend, um die entstehenden Kosten zu decken. Es sei daher erfreulich, dass sich auf politischer Seite Gedanken gemacht wird, wie dieser Missstand nun auch bundeseinheitlich bei Kompensationszahlungen umgangen werden kann.

 

Um den Menschen die Sorgen vor dem Rückkehrer Wolf zu nehmen und sie besser auf die zukünftige Anwesenheit von Wölfen in NRW vorzubereiten, hat der NABU das landesweite Umwelt- und Bildungsprojekt zur „Rückkehr des Wolfes nach NRW“ ins Leben gerufen. „Der NABU will so dazu beitragen, die Akzeptanz für den Wolf in der Bevölkerung weiter zu stärken“, ergänzt Katharina Stenglein, Leiterin des Bildungsprojekts zum Wolf beim NABU NRW. Gefördert wird das Projekt von der Stiftung Umwelt und Entwicklung. Derzeit ist die Wanderausstellung zum Wolf im Besucherzentrum des Nationalparks Eifel zu sehen.

 

Mehr zu den aktuellen Infos rund um den Wolf in Nordrhein-Westfalen findet man hier:

https://www.nrw-wolf.de/wolfserwartungsland-nrw/

Weitere Infos zum NABU NRW-Bildungsprojekt Wolf unter:

https://nrw.nabu.de/wolfsprojekt

 

Für Rückfragen:

Thomas Pusch, Sprecher LFA Wolf im NABU NRW, mobil: 0170 2158624

Katharina Stenglein, Projektleiterin „Die Rückkehr des Wolfes nach NRW“ des NABU NRW, mobil: 0177 938 4936

 

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail:B.Koenigs@NABU-NRW.de


25. Januar 2018

Wichtiger Schritt in die Zukunft

1. Lippische Artenschutzkonferenz ein Erfolg

Detmold. Landrat Dr. Axel Lehmann eröffnete die 1. Lippische Artenschutzkonferenz am 12. und 13. Januar 2018 im Plenarsaal des Kreishauses. Mit über 230 Teilnehmern war die Konferenz ausgebucht. In seiner Begrüßungsrede skizzierte der Landrat den Stand der Umweltschäden sowie den immensen Rückgang der verschiedenen Arten, dessen Ursachen u.a. in dem Verlust von Lebensräumen durch Wilderei vor allem auf dem afrikanischen Kontinent und in dem sich abzeichnenden Klimawandel liegen. „Alarmzeichen, die wachrütteln sollten“, wie er konstatierte. Er zeigte aber auch auf positive Entwicklungen, vor allem im hiesigen Kreis. Die vielschichten Probleme im Umweltbereich müssten unter fachkundiger Beratung endlich in Angriff genommen werden. Diese Veranstaltung ist der Auftakt für ein umfangreiches, noch zu erarbeitendes, Konzept und soll verschiedene Interessengruppen an einen Tisch holen.

 

Neben zahlreichen Fachvorträgen und Kurzreferaten der beteiligten Organisationen und Verbände blieb auch Zeit für Diskussionen und Gespräche. Der mit viel Beifall bedachte Fachvortrag von Matthias Füller, Leiter der Biologischen Station Lippe, der konkret die Situation im Kreis Lippe beleuchtete, soll zukünftig als Arbeitsgrundlage für den zu bildenden Fachbeirat dienen.

 

Im Eingangsbereich wurden die zahlreichen Informationsstände sowie der große Buchstand von den Besuchern ausgiebig genutzt. Für das leibliche Wohl war ebenfalls bestens gesorgt.

 

Das Resümee der Teilnehmer war durchweg positiv.

„Es ist ein wichtiger, erster Schritt“, erklärte Bernd Milde, Vorsitzender des NABU Lippe, „aber wir müssen weitere konkrete Schritte folgen lassen.“ Dabei sei es nach seiner Auffassung wichtig, ein nachhaltiges, langfristiges Konzept zu erstellen, „jedoch sollten wir es in kleine einzelne Abschnitte untergliedern, die in zeitnahen Schritten abzuarbeiten und vor allem kontrolliert zu erreichen sind“.

„Der ganze Prozess darf kein Strohfeuer werden, sondern muss kontinuierlich mit Leben gefüllt werden“, wie er weiter ausführte.  „Positiv herauszustellen ist, dass alle Beteiligten das Thema Biodiversität und Artenschutz sehr ernst nehmen".

 

Der NABU wird den angestoßenen Prozess weiter begleiten und intensiv unterstützen.

 

Weitere Bilder und Impressionen finden Sie hier.

Auch die Vorträge der Referenten werden online abrufbar sein, sobald sie freigegeben wurden.


11. Dezember 2017

NABU NRW ruft wieder zur Vogelzählung am Futterhäuschen auf

Bundesweite Mitmachaktion "Stunde der Wintervögel" vom 5. bis 7. Januar 2018

(C)NABU/M. Düsterberg: Gimpel im Schnee
(C)NABU/M. Düsterberg: Gimpel im Schnee

Düsseldorf.– Nachdem im vergangenen Winter ungewöhnlich wenige Vögel in Gärten und Parks bei der „Stunde der Wintervögel“ gesichtet worden waren, deuten erste Beobachtungen darauf hin, dass in diesem Jahr wieder mehr gefiederte Gäste an die Futterhäuschen kommen. Um hierzu umfassende Daten zu gewinnen, hofft der NABU auf eine hohe Teilnehmerzahl bei der „Stunde der Wintervögel“, die bundesweit vom 5. bis zum 7. Januar 2018 stattfindet.

 

 

 

Im Durchschnitt 17 Prozent weniger Vögel beobachteten die Teilnehmer im Winter 2017 im Vergleich zu den Vorjahren. Pro Garten ließen sich im Schnitt nur rund 34 Vögel und acht verschiedene Arten sehen – sonst liegt der Schnitt bei etwa 41 und neun Arten. Vor allem bei den häufigen Wintervögeln, wie Kohl- und Blaumeise, aber auch Kleiber und Kernbeißer, wurden die niedrigsten Zahlen seit Beginn der Aktion 2011 gemeldet. „Das hatte vermutlich nicht nur mit einem guten Nahrungsangebot in Polen, dem Baltikum und Russland zu tun“, sagt Heinz Kowalski, Vogelschutzexperte des NABU NRW. Rückfragen bei dortigen Ornithologen bestätigten ebenfalls geringe Bruterfolge polnischer und russischer Meisenbestände in 2016. Dies wirke sich natürlich direkt auf die hiesigen Bestände im darauffolgenden Winter aus.

 

Während es wetterbedingt immer mal wieder schlechte Jahre für die Vögel gebe und so ein Ereignis meist in den Folgejahren wieder ausgeglichen werde, beobachten Vogelschützer seit Jahren zudem ein generelles Problem für den Vogelbestand. Eine ernste Gefahr stelle die Landschaftsveränderung durch die industrielle Landwirtschaft mit dem dramatischen Anstieg von Mais- und Rapsmonokulturen sowie der zunehmende Einsatz von Pestiziden dar. Kowalski: „Darin wird auch eine der Ursachen für den Besorgnis erregenden Rückgang von Fluginsekten gesehen, die dann wieder den Vögeln zur Ernährung ihrer Jungen während der Brutzeit fehlen.“

 

Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und findet bereits zum achten Mal statt. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und sein bayerischer Partner Landesbund für Vogelschutz (LBV) rufen Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und dem NABU zu melden.

 

Die Wintervogelzählung funktioniert ganz einfach: Von einem ruhigen Beobachtungsplätzchen aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können dann im Internet unter www.stundederwintervoegel.de bis zum 16. Januar gemeldet werden. Zudem ist für telefonische Meldungen am 6. und 7. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet.

 

Das pure Interesse und die Freude an der Vogelwelt reichen zur Teilnahme aus, eine besondere Qualifikation ist für die Wintervogelzählung nicht nötig. Bei der letzten großen Zählaktion im Januar 2017 beteiligten sich allein in Nordrhein-Westfalen über 23.000 Menschen. Insgesamt gingen Meldungen aus 16.100 Gärten und Parks mit über 460.000 gezählten Vögeln ein. Der Haussperling ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in nordrhein-westfälischen Gärten, die Amsel landete auf Platz zwei. Auf den Plätzen drei bis fünf folgten Kohlemeise, Blaumeise und Buchfink.

 

Im Rahmen der „Schulstunde der Wintervögel“ vom 8. bis 12. Januar bietet die NAJU auf www.NAJU.de/SdW Zählkarten, ein Poster und ein Wintervogel-Quiz für Kindergruppen und Schulklassen an. Bei fünf Aktionen lernen sie Vögel und ihre Anpassungsstrategien an die kalte Jahreszeit kennen. Die Zählergebnisse der Kinder fließen ebenfalls in die NABU-Auswertung ein.

 

Mehr Informationen...

 

 


16. Oktober 2017

NABU und LBV: Star ist Vogel des Jahres 2018

Das Imitationstalent unter den Vögeln wird immer seltener

(C)NABU/Georg Dorff
(C)NABU/Georg Dorff

 Berlin/Düsseldorf – Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und sein bayerischer Partner LBV, Landesbund für Vogelschutz, haben den Star (Sturnus vulgaris) zum „Vogel des Jahres 2018“ gewählt. Auf den Waldkauz, Vogel des Jahres 2017, folgt damit ein Singvogel.

 

„Der Star ist bekannt als Allerweltsvogel – den Menschen vertraut und weit verbreitet. Doch seine Präsenz in unserem Alltag täuscht, denn der Starenbestand nimmt ab. Es fehlt an Lebensräumen mit Brutmöglichkeiten und Nahrung – insbesondere verursacht durch die industrielle Landwirtschaft“, sagt Heinz Kowalski, NABU-Präsidiumsmitglied. Eine Million Starenpaare haben man alleine in Deutschland in nur zwei Jahrzehnten verloren. Jetzt gelte es, den Star durch praktischen Naturschutz und Sicherung des Lebensraums zu unterstützen.

 

Der Bestand des Stars in Deutschland schwankt jährlich zwischen 3 und 4,5 Millionen Paaren, je nach Nahrungsangebot und Bruterfolg im Vorjahr. Das sind zehn Prozent des europäischen Starenbestandes, der bei 23 bis 56 Millionen liegt. Trotzdem ist der schillernde Geselle ein typisches Beispiel für den stillen Rückgang der häufigen Vogelarten, denn sein Bestand nimmt stetig ab. In der aktuellen deutschlandweiten Roten Liste ist der Star sogar direkt von „ungefährdet“ (RL 2007) auf „gefährdet“ (RL 2015) hochgestuft worden, ohne auf der Vorwarnliste zu stehen.

 

Auch in Nordrhein Westfalen haben sich die Starenbestände in den letzten Jahrzehnten deutlich verringert. In der Roten Liste der Brutvögel Nordrhein-Westfalens von 2008 wurde der Star deshalb in die Vorwarnliste aufgenommen. Dabei gilt der Star im Niederrheinischen Tiefland schon als gefährdet, während er im Weserbergland noch als ungefährdet eingestuft wurde. Insgesamt ist der Star in NRW mit 155.000 – 200.000 Brutpaaren flächendeckend vertreten. In den großen, geschlossenen Waldgebieten der Mittelgebirge und im Tiefland ist er jedoch seltener anzutreffen oder fehlt dort auch stellenweise, was zumeist auf eine mangelhafte Lebensraumausstattung zurückzuführen ist.

 

Gründe für seinen Rückgang sind der Verlust und die intensive Nutzung von Weiden, Wiesen und Feldern, auf denen der Star nicht mehr genug Nahrung wie Regenwürmer und Insektenlarven findet. Werden Nutztiere nur im Stall gehalten, fehlt der Mist, der Insekten anlockt. Biozide und Agrochemikalien vernichten zudem weitere Nahrungstiere. Im Sommer und Herbst schätzen Stare zusätzlich Früchte und Beeren. Doch beerentragende Hecken zwischen den Feldern sucht man vielerorts ebenfalls vergebens. Auch mangelt es oft an geeigneten Nistplätzen dort, wo alte Bäume mit Bruthöhlen entfernt werden.

 

Angepasst hat sich der Star an die Stadt: Der urbane Geselle nutzt Nistkästen oder Hohlräume an Dächern und Fassaden zum Nestbau. Parkanlagen, Friedhöfe und Kleingärten liefern ihm Nahrung. Doch auch dort droht ihm Lebensraumverlust durch Bauvorhaben, Sanierungen oder Verkehrssicherungsmaßnahmen.

 

Abhängig von seinem Lebensort ist der Jahresvogel Kurzstreckenzieher, Teilzieher oder Standvogel. Mitteleuropäische Stare ziehen im Herbst zum Großteil bis in den südlichen Mittelmeerraum und nach Nordafrika. Die maximale Zugstrecke liegt bei 2.000 Kilometern. Die viele tausend Tiere umfassenden Schwärme, der sich zum Abflug oder Rast sammelnden Stare, sorgen alljährlich für Aufmerksamkeit und sind ein beeindruckendes Naturschauspiel während des herbstlichen Vogelzugs. Immer mehr Stare verzichten aber auf lange Reisen und überwintern vor allem im Südwesten Deutschlands.

 

Bekannt ist der Star bei vielen Menschen aber auch noch für eine andere Fähigkeit - sein Talent zur Imitation von Umgebungsgeräuschen. Neben anderen Vogelstimmen kann der Star unter anderem Handyklingeltöne, Hundebellen oder Alarmanlagen perfekt nachahmen und in seinen Gesang einbauen.

 

Weitere Infos unter www.Vogel-des-Jahres.de, oder www.LBV.de

Pressefotos zum Vogel des Jahres unter: www.NABU.de/pressebilder_star


13. Juni 2017

Mitmach-Aktion „Zeit der Schmetterlinge“

Vom 16. Juni bis 17. Juli Falter im Garten und auf dem Balkon zählen

(C)NABU/A. Kluck: Tagpfauenauge
(C)NABU/A. Kluck: Tagpfauenauge

Wer in den vergangenen Jahren genauer hingeschaut hat, konnte bemerken: Viele Schmetterlingsarten werden immer seltener. Admiral, Kleiner Fuchs, oder Tagpfauenauge kommen längst nicht mehr so häufig vor wie noch vor einigen Jahren. Um auf diesen dramatischen Artenschwund unserer heimischen Insektenfauna aufmerksam zu machen, hat der NABU NRW 2014 das von der Stiftung Umwelt und Entwicklung geförderte Projekt „Zeit der Schmetterlinge“ ins Leben gerufen. Zu der im Rahmen des Projektes durchgeführten landesweiten Schmetterlingszählaktion ruft der NABU auch in diesem Jahr wieder alle Schmetterlingsfreunde vom 16. Juni bis 17. Juli auf.

 

„Gezählt werden kann überall: im eigenen Garten, im Park um die Ecke, am Straßenrand oder an anderen Stellen, an denen Schmetterlinge auftauchen“, sagt Christian Chwallek, stellvertretender Vorsitzender des NABU NRW. Dabei können die Tiere mehrmals am Tag oder über einen längeren Zeitraum beobachtet werden. Die genaue Zählanleitung und Abbildungen von Schmetterlingen sind auf einer Zählhilfe vermerkt, die auch unter www.schmetterlingszeit.de abrufbar ist. Zur Auswertung sollten die ausgefüllten Zählhilfen mit dem Stichwort „Zeit der Schmetterlinge“ entweder per Post an die Landesgeschäftsstelle des NABU NRW oder per E-Mail an Schmetterlingszeit@NABU-NRW.de geschickt werden. Wer ganz auf Papier verzichten möchte, nutzt das Online-Formular auf der oben genannten Internetseite.

 

Mit der Aktion möchte der NABU NRW herausfinden, welche und wie viele Schmetterlinge in Nordrhein-Westfalen überhaupt noch entdeckt werden können. Die Experten des Entomologischen Vereins in Krefeld stellten über einen Zeitraum von 20 Jahren regional einen Rückgang der Insekten um 70 bis 80 Prozent fest, bei den Tagfaltern um mehr als die Hälfte. So konnten Teilnehmer der Schmetterlingsaktion im letzten Jahr in ihren Gärten hauptsächlich Kohlweißlinge zählen, von den bunten Faltern wie C-Falter oder Distelfalter waren fast keine unterwegs. Selbst das „Große Ochsenauge“, immerhin auf Platz zwei der Zählung, gab es nur ein Drittel mal so häufig wie die Kohlweißlinge. „Umso wichtiger, auch in den nächsten Jahren viele Vergleichszahlen zu sichern, um eine Tendenz bei der Entwicklung der Faltervorkommen herausfinden zu können“, so Chwallek.

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19. Mai 2017

Hoffnungsschimmer für Mauersegler und Schwalben

NABU: Zwischenergebnis der ´Stunde der Gartenvögel´ zeigt, viele Singvogelarten in Gärten und Parks wurden deutlich weniger beobachtet

(C)NABU/M. Düsterberg: Grünspecht im Garten
(C)NABU/M. Düsterberg: Grünspecht im Garten

Die Zwischenbilanz zur „Stunde der Gartenvögel“ fällt auch für Nordrhein-Westfalen eher wenig erfreulich aus. Insgesamt verzeichnet der NABU nach ersten Auswertungen der großen Vogelzählung deutlich mehr Abnahmen als Zuwächse in der Gartenvogelwelt. Noch bis 22. Mai können Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Zählergebnisse vom vergangenen Wochenende unter www.stundedergartenvoegel.de melden, dann werde abschließend Bilanz gezogen. „Es zeichnet sich jetzt schon ab, dass die Ursachenforschung eine Herausforderung wird“, sagte Heinz Kowalski, stellvertretender Landesvorsitzender und Experte für Ornithologie und Vogelschutz beim NABU Nordrhein-Westfalen.

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3. Mai 2017

Mehr nachhaltige Bildung für den Kreis Lippe

Die NABU Umweltbildungsstätte Rolfscher Hof nimmt als Regionalzentrum am Förderprogramm für Umweltbildungseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen teil

Der Rolfsche Hof gehört nun auch zum landesweiten Verbund regional bedeutsamer Einrichtungen der Umweltbildung. Das im vergangenen Jahr neu ins Leben gerufene Landesnetzwerk außerschulischer Lernorte der Umweltbildung vernetzt Einrichtungen miteinander, die ihre Arbeit im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) gestalten. Es geht dabei darum, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen und mit Blick auf Mensch und Umwelt verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen.

 

„Die große Bereitschaft, im BNE-Landesnetzwerk mitzuarbeiten, zeigt, wie wichtig eine verlässliche Finanzierung der Arbeit der Umweltbildungseinrichtungen ist. Mit Hilfe der Landesmittel können sie ihre bestehenden Angebote weiterentwickeln und sich inhaltlich breiter aufstellen“, sagte Umweltminister Johannes Remmel in einem Gruß zur Übergabe des Förderbescheides. „Mit der Erweiterung des Landesnetzwerks setzen wir den Weg konsequent fort, in der außerschulischen Umweltbildungslandschaft Nordrhein-Westfalens stabile Strukturen und planbare Angebote zu schaffen.“


16. Mai 2017

SOS fürs Meer

Eine geplante Gesetzesänderung bringt Nord- und Ostsee in ernsthafte Gefahr. Wir appellieren an den Bundestag, im Mai für den Schutz der Meere zu stimmen. Unterstützen Sie uns dabei – und senden Sie den Abgeordneten per Mail, Facebook oder Twitter eine Botschaft.

Weitere Informationen unter www.sosfuersmeer.de

(Einfach auf das Bild klicken!)


27. April 2017

Neueröffnung des NABU-Natur-Infozentrums Senne

NABU-Prinzenpalais stellt sich mit interessantem Ausstellungsprogramm als neu sanierte Einrichtung den Gästen der Landesgartenschau vor

Bad Lippspringe - Der NABU Paderborn freut sich, dass es pünktlich zu Beginn der Landesgartenschau in Bad Lippspringe gelungen ist, gemeinsam mit der NRW-Stiftung und der Stadt Bad Lippspringe die Erdgeschossräume des Prinzenpalais nach einer langen Sanierungsphase neu zu gestalten und zu einem multifunktionalem Tagungs-, Seminar- und Begegnungshaus umzubauen. Zudem wurde der Abschlussraum der Senne-Ausstellung im ersten Obergeschoss mit Mitteln der Stiftung für die Natur Ravensberg fertiggestellt. Und schließlich konnte der NABU mit FÖNA-Mitteln des Landes einen neuen Naturgarten am Prinzenpalais anlegen, der nachhaltig für die Umweltbildung nutzbar ist. Ein dreifacher Grund zum Feiern, deshalb wurde die Einrichtung heute mit einem Festakt neu eröffnet.

 

Geboten werden im Erdgeschoss nun ein gemütlicher Ruhebereich für Besucher, die so genannte Senne-Lounge, ein großzügig gestalteter NABU-Info-Shop, ein moderner Tagungs- und Seminarraum mit neuer Technik und eine umweltbildungsgerechte Versorgungsküche. Das NABU-Team plant bereits den Tagungs- und Seminarhausbetrieb. So werden die Räumlichkeiten nicht nur für die Einführung der Kurse des "Grünen Klassenzimmers" genutzt - aktuell 200 gebuchte NABU-Kurse - sondern auch für die regelmäßig stattfindende Naturtrainerausbildung oder auch für Seminare des NRW-Imkerverbandes "Fachberater Bienenweide".

 

Mit Erwerb der Tages- oder Dauerkarten zur Landesgartenschau 2017, erhalten Besucher gleichzeitig kostenfreien Eintritt in das Prinzenpalais. Während der gesamten Gartenschau (12.04. - 15.10.2017), finden im Erdgeschoss Wechselausstellungen statt. Den Anfang macht die Fotoausstellung "Natur zwischen Rhein und Weser". Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des NABU-Landesverbandes NRW, wurde mit dem Partner CEWE zu einem Fotowettbewerb aufgerufen. Atemberaubende Tier-, Pflanzen- und Landschaftsmotive stellen die Vielfältigkeit der nordrhein-westfälischen Natur vor. Alle 4-6 Wochen werden die Ausstellungen wechseln, so dass es immer etwas Neues für Besucher zu entdecken geben wird.

 

Neben unterschiedlichen Naturschutzthemen, bietet das Prinzenpalais auch Raum für Künstlerinnen und Künstler der Region. So zeigt z.B. die Bielefelder Künstlerin Ingeborg-Lott-Hermann ihre Ausstellung mit dem Titel ´Baum Schnitte´. Die dabei gezeigten bearbeiteten Wurzelstücke alter Apfelbäume und Fotos von Baum-Körpern wirken auf den Betrachter wie eigene Persönlichkeiten.

 

Mehr Infos zum aktuellen Veranstaltungsprogramm unter: nabu-paderborn.de

 

Für Rückfragen:

Marcus Foerster, NABU-Geschäftsführer Prinzenpalais, Tel. 05252-9380154, E-Mail: nabu-prinzenpalais@t-online.de

 

 

Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de


28. März 2017

Mitgliederversammlung 2017

3x Silber, 3x Bronze

(C)Guntmar Wolff
(C)Guntmar Wolff

Auf der Mitgliederversammlung des NABU Lippe in Oerlinghausen wurden für ihre besonderen Verdienste im Naturschutz mit der silbernen Ehrennadel Fritz Blomberg, Bernd Mühlenmeier und Bernd Milde geehrt. Für die Ehrung reiste der Landesvorsitzende Josef Tumbrink aus Düsseldorf an, um seinen Glückwunsch an die Geehrten zu überbringen. Die bronzene Auszeichnung erhielten Dirk Tornede, Thomas Fiene und Werner Maas.

Ebenfalls wurde der neue Vorstand gewählt. Als Vorsitzender wurde Bernd Milde wieder gewählt, ebenso sein Stellvertreter, Bernd Mühlenmeier, und Kassierer Marco Hermann. Als Beisitzer im neuen Vorstand sind: Gabriele Weber, Frank Krupke, Michael Brending, Guntmar Wolff, Hans Dudler, Thomas Pusch

 

Ein ausführlicher Bericht über die Mitgliederversammlung können Sie hier in Kürze lesen.


6. März 2017

Frösche und Kröten stehen in den Startlöchern

NABU bittet Autofahrer um Rücksicht während der Amphibienwanderung | Krötenhelfer an Schutzzäunen willkommen

Mindestens 6°C in der Nacht und Regen – dann fällt der Startschuss für die alljährliche Wanderung der Amphibien zu ihren Laichgewässern. Im witterungsbegünstigten Tiefland Nordrhein-Westfalens waren bereits im Februar erste kleinere Wanderungen zu verzeichnen. Sogar auf dem Winterberg wurden schon Amphibien gesichtet. Trotz teilweise frühlingshafter Temperaturen am Tag verhindern die kühlen Nächte aber bisher stärkere Wanderbewegungen. Von Mitte bis Ende kommender Woche soll es nun vorübergehend deutlich milder werden, die Wanderungen werden also aufleben.

 

„In allen Teilen von NRW wachen dann Erdkröten und Grasfrösche aus ihrer Winterruhe auf und machen sich zu 100.000en auf den Weg zu ihren Fortpflanzungsgewässern. Nicht selten kommen an einem Teich mehrere 1.000 Tiere an“, sagt Monika Hachtel, Sprecherin des Landesfachausschusses Amphibien und Reptilien des NABU NRW. Im besten Fall erreichten sie unversehrt ihr Laichgewässer. Denn leider drohten den Amphibien vielfältige Gefahren bei ihren Frühjahrswanderungen. Insbesondere die Querung von Straßen bedeute für viele nach wie vor das Todesurteil, so Hachtel weiter. Denn eine Erdkröte benötige rund 20 Minuten, um eine sieben Meter breite Straße zu überqueren. Autofahrerinnen und Autofahrer bittet der NABU daher, auf Amphibienwanderstrecken maximal 30 zu fahren.

 

Nicht wenige Tiere fallen auch in Gullys und Kellerschächte und sterben dort, wenn sie nicht gerettet werden. Doch hier kann man mit wenig Aufwand gut Abhilfe schaffen. Kellerschächte, Außentreppen und Gullys sollten mit Ausstieghilfen bestückt werden. „Gitter oder so genannte Krallmatten oder auch Holzleisten mit grober Oberfläche ermöglichen Lurchi und seinen Verwandten, selbständig aus der Falle zu krabbeln“, so die NABU-Amhibienexpertin. Hiervon profitierten auch Spitzmäuse, Käfer und andere Insekten.

 

Und was kann man sonst noch tun, um Amphibien zu schützen? Da steht die Mithilfe bei der Betreuung von Amphibienschutzzäunen entlang zahlreicher Straßen im Land an vorderster Stelle. Hachtel: „Jede helfende Hand ist hier willkommen.“ Einfach an die nächste NABU-Gruppe wenden oder unter www.amphibienschutz.de in der Liste der aufgeführten Schutzzäune den passenden Kontakt heraussuchen. Sehr viel zum Schutz dieser Tiergruppe beitragen kann man auch durch die Anlage eines Teiches, der keine Fische beinhalten sollte.

 

Im Mai sei der Spaß dann auch schon weitgehend wieder vorbei: Nach der Paarung verlassen die meisten Amphibien die Teiche sehr schnell wieder und wandern in ihre Sommerlebensräume an Land. Hier verteilen sie sich viel großflächiger in der Landschaft und sind nur noch schwer zu beobachten.

 

Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de

 

Hier können Sie tagesaktuell die Wanderungen verfolgen...


22. Februar 2017

Wölfe wandern wieder durch NRW

Erster Wolfsnachweis in diesem Jahr im Kreis Minden-Lübbecke

Düsseldorf – Wie durch das Umweltministerium heute bekannt gegeben wurde, gibt es den ersten Wolfsnachweis in NRW in diesem Jahr. Nördlich von Bad Oeynhausen im Kreis Minden-Lübbecke konnte am 20. Februar ein einzelner Wolf durch Fotoaufnahmen bestätigt werden. „Dass Wölfe gerade zu dieser Zeit nachgewiesen werden ist nicht verwunderlich“, erklärt Thomas Pusch, Sprecher des Landesfachausschuss Wolf des NABU NRW. Jetzt sei wieder Hauptwanderzeit der Jungwölfe.

 

Die Struktur und das komplexe Sozialgefüge innerhalb eines Rudels bedingen, dass ein- bis zweijährige Wölfe mit dem Eintritt in die Geschlechtsreife vom elterlichen Rudel abwandern und sich auf die Suche nach einem eigenen geeigneten Territorium beziehungsweise Partner begeben“, so Pusch weiter. Diese Wanderwölfe würden dabei durchaus lange Strecken zurücklegen. Durch das intensive Monitoring, das in Deutschland betrieben werde, sei bekannt, dass Wölfe durchaus Distanzen von bis zu 70 km pro Tag bewältigen. Pusch: „Woher nun das Individuum stammt, das für diesen aktuellen Wolfsnachweis gesorgt hat, ist - wie auch das Geschlecht des Tieres - bisher völlig unbekannt.“

 

Der NABU rechne aber in nächster Zeit mit weiteren Nachweisen von durchziehenden Wölfen in NRW. Deswegen begrüße der NABU ausdrücklich die am 3. Februar 2017 in Kraft getretene „Förderrichtlinie Wolf“ des Landes Nordrhein-Westfalen. Tierhalter erhielten nun Entschädigungen und Fördergelder, um ihre Herden zu schützen. Wie die Förderrichtlinie sich in der Praxis bewähre, müsse sich allerdings noch zeigen, so der NABU-Wolfsexperte.

 

Um den Menschen die Sorgen vor dem Rückkehrer Wolf zu nehmen und sie besser auf die zukünftige Anwesenheit von Wölfen in NRW vorzubereiten, hat der NABU das landesweite Umwelt- und Bildungsprojekt zur „Rückkehr des Wolfes nach NRW“ ins Leben gerufen. „Der NABU will so dazu beitragen, die Akzeptanz für den Wolf in der Bevölkerung weiter zu stärken“, erklärt Katharina Stenglein, Leiterin des Bildungsprojektes zum Wolf beim NABU NRW. Gefördert wird das Projekt von der Stiftung Umwelt und Entwicklung.

 

Mehr zu den aktuellen Infos rund um den Wolf in Nordrhein-Westfalen findet man hier: https://www.nrw-wolf.de/wolfserwartungsland-nrw/

Weitere Infos zum NABU NRW-Bildungsprojekt Wolf unter: https://nrw.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/wolf/wolfsprojekt/

 

Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de


21. Februar 2017

Mit der Auszeichnung des Wohnhauses der Familie Teutrine in Detmold verleiht der NABU NRW heute die 300. Plakette im Rahmen des Projekts „Fledermausfreundliches Haus“ in Nordrhein-Westfalen. Die Plakette überreichten Umweltminister Johannes Remmel, Bernd Milde, Vorsitzender des NABU Lippe und Stefan Wenzel, stellvertretender Landesvorsitzender des NABU NRW der Familie Teutrine mit der dazu gehörenden Urkunde. „Die Aktion ´Fledermausfreundliches Haus´ soll dazu beitragen, das Interesse der Öffentlichkeit auf die Gefährdung unserer heimischen Fledermausarten und die notwendigen Schutzmaßnahmen zu lenken. Jeder Einzelne kann wie Familie Teutrine mit wenig Aufwand etwas für den Artenschutz in NRW tun und durch die Erhaltung oder Neuschaffung von Quartieren zum Schutz unserer heimischen Fledermäuse beitragen“, sagte Minister Remmel bei der Verleihung.

In den Sommermonaten beobachtet Familie Teutrine immer wieder Fledermäuse, die die Bruchsteinwand ihres Wohnhauses anfliegen und unter dem Dach verschwinden. Auch auf der Jagd nach fliegenden Insekten am Bach und zwischen den Bäumen hinter dem Wohnhaus sieht die Familie die nachtaktiven Flugkünstler regelmäßig. Für Familie Teutrine war es bei der Renovierung des 170 Jahre alten Bruchsteinhauses daher selbstverständlich, die Fledermausquartiere am Haus zu erhalten.

Ausgezeichnet wird die Familie heute dafür, dass sie das Fledermausquartier schützt und beherbergt. „Leider haben nicht alle Fledermäuse so viel Glück wie die Fledermäuse der Familie Teutrine. Ich hoffe, dass weitere private Hausbesitzer diesem positiven Beispiel folgen“, so Bernd Milde, Vorsitzender des NABU Lippe. Gemeinsam mit der NABU-Fledermausbotschafterin Edda Affeldt wird der NABU Lippe das Quartier beobachten, sobald die Fledermäuse im Frühjahr wieder eingezogen sind, denn sie möchten herausfinden, welche Fledermausart mit wie vielen Tieren unter dem Dach der Teutrines leben.

Von den mehr als 20 Fledermausarten in Deutschland können über die Hälfte ihre Quartiere in unseren Häusern beziehen. „Bei Renovierungs- und Sanierungsarbeiten werden die nachtaktiven Untermieter wegen ihrer versteckten Lebensweise aber oftmals übersehen und finden so den Tod“, so Stefan Wenzel, stellvertretender NABU-Landesvorsitzender. Menschen, die Fledermäusen ein dauerhaftes Zuhause bieten oder auch neue Quartiere schaffen, möchte der NABU NRW deshalb für ihr besonderes Engagement zum Schutz der heimischen Fledermäuse ehren und mit der Plakette „Fledermausfreundliches Haus“ auszeichnen“.

Als neue Projektkoordinatorin beim NABU NRW freute sich Nadine Willius, dass das Projekt so gut angenommen werde und sich schon mehr als 300 private Hausbesitzer und öffentliche Institutionen auf die Plakette beworben haben. Wer Fledermäusen ein Quartier bietet, ist auch weiterhin aufgerufen, sich um die Auszeichnung zu bewerben.

Die Aktion wird gemeinsam vom NABU NRW und dem Umweltministerium des Lan-des Nordrhein-Westfalen getragen. Auch die Experten des verbandsübergreifenden Landesfachausschusses Fledermausschutz in Nordrhein-Westfalen unterstützen die Aktion tatkräftig und setzen sich schon seit vielen Jahren für die Fledermäuse in NRW ein.

Mehr zum Fledermausfreundlichen Haus in NRW, den Bewerbungsunterlagen und den bisherigen Auszeichnungen unter www.fledermaus-willkommen.de.

Für Rückfragen:
Nadine Willius, Projektkoordinatorin Fledermausfreundliches Haus, Tel. 0211- 15 92 51 50, E-Mail: fledermaus@NABU-NRW.de


20. Februar 2017

Schulen aufgepasst!

NABU NRW ruft wieder zu landesweitem Wettbewerb "Schmetterlingsfreundlicher Schulgarten" auf

Düsseldorf – Wie schon im vergangenen Jahr können sich auch 2017 wieder alle Schulen aus Nordrhein-Westfalen im Rahmen des NABU-Projektes „Zeit der Schmetterlinge“ um eine Plakette „Schmetterlingsfreundlicher Garten“ bewerben. Im letzten Jahr waren beim NABU NRW gut 30 Bewerbungen zur ersten landesweiten Schmetterlingszählaktion eingegangen. Neun Schulen aus den verschiedenen Landesteilen wurden bereits ausgezeichnet und erhielten jeweils ein kleines Präsent und die genannte Plakette.

 

„Dabei war nicht so wichtig, wie groß und ausgeprägt die Schmetterlingseignung des Schulgartens war. Es zählte die Bereitschaft, Kindern und Jugendlichen das Leben der Falter praktisch nahezubringen und Ideen für einen schmetterlingsfreundlichen Garten zu planen und umzusetzen“, erklärt Beate Schlichting, Leiterin des NABU-Schmetterlingsprojektes. Auch eine Schule ohne eigenen Schulgarten wurde ausgezeichnet: Die Kinder hatten Schmetterlinge herangezogen und anschließend in der Natur ausgewildert. So konnten sie von Anfang an beobachten, wie Schmetterlinge aufwachsen und lernten die Ernährung und den Lebensraum der Raupen und der erwachsenen Falter kennen.

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