NABU-Projekte


Naturtrainer-Projekt

Zwischenstand

(C)NABU/L. Breitsprecher: Umweltpädagogin Anika Telaar (links) erklärt den Naturtrainern, was sie im und am Teich für Lebewesen erwarten.
(C)NABU/L. Breitsprecher: Umweltpädagogin Anika Telaar (links) erklärt den Naturtrainern, was sie im und am Teich für Lebewesen erwarten.
Am Samstag, den 13. Mai, fand der fünfte von insgesamt zwölf Workshoptagen der NABU Naturtrainerausbildung statt. Das Thema diesmal waren Amphibien und das Leben im und am Wasser. Gestaltet wurde das Seminar von der Umweltpädagogin Anika Telaar. „Das Wort „amphibios“ bedeutet, dass die Tiere sowohl im Wasser, als auch am Land leben“, erklärte die Biologin den Naturtrainern, während sie die Teiche am Rolfschen Hof untersuchten. 
Neben dem praktischen Erfahrungen beim Keschern am Teich, lernten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer alles Wissenswerte rund um Frosch und Lurch und bekamen nützliche Tipps, wie die das Thema Kindern spielerisch nahebringen können. 
Seit März diesen Jahren besuchen die Naturtrainer regelmäßig von ihnen ausgewählte Kitas und Kindergärten und bringen dort den Kindern die Natur näher.  
Die Naturtrainerworkshops finden für die Kreise Lippe und Paderborn im Verbund statt und laufen noch bis zum Sommer 2018.

Seniorpaten engagieren sich für Kinder und Umwelt | Neues Angebot für Kindergärten und Kindertagesstätten

Düsseldorf – Im Juli 2016 startete das neue Projekt „Naturtrainerinnen und Naturtrainer in NRW“ des NABU Landesverbandes Nordrhein-Westfalen. Diesmal bildet der NABU in den fünf Regionen Köln, Essen/Mülheim, Münsterland, Paderborn/Lippe und Herford ab Dezember 2016 wieder Naturtrainer aus. Wer Spaß daran hat, ehrenamtlich aktiv zu werden und als Seniorpate in Kindergärten und Kitas Kindern die heimische Natur näher zu bringen, der kann sich ab sofort beim NABU NRW für die Ausbildung zum Naturtrainer bewerben.

 

Das Pilotprojekt „Naturtrainer“ im Zeitraum 2014-2016 war ein großer Erfolg. Dabei wurden in den beiden Regionen Ruhrgebiet und Krefeld/Viersen insgesamt 19 Naturtrainer ausgebildet, die seitdem regelmäßig als Seniorpaten in einem Kindergarten ihrer Wahl Kindern wie Erziehern „Naturerleben“ auf spielerische Art und Weise vermitteln.

 

Im Dezember 2016 starten nun die neuen Schulungen: Die zwölf Workshops umfassende Ausbildung über 16 Monate ermöglicht es Senioren in der nachberuflichen Phase, sich ehrenamtlich in der Betreuung einer Kindergruppe zu verwirklichen. Schrittweise werden die Teilnehmer in den Workshops an kindgerechte Arten der Wissensvermittlung in der Natur herangeführt. Bereits nach dem dritten Workshop suchen die angehenden Naturtrainerinnen und -trainer sich ihre eigene Kindertagesstätte oder den eigenen Kindergarten aus und entwickeln eigenständig Spiele und Projekte, die sie gemeinsam mit den Kindern durchführen. Bis zum Ende des Projektzeitraumes im Juni 2018 erarbeiten die Naturtrainer Ihr eigenes Projekt und erhalten nach erfolgreicher Teilnahme an den Workshops eine Zertifizierung.

 

Die Teilnahme an den 12 Workshops ist kostenfrei und aus allen Regionen in NRW möglich. Vorkenntnisse im Natur- und Umweltschutz sind nicht erforderlich. Wer sich für diese Ausbildung bewerben möchte, richte seine Kurzbewerbung mit Lebenslauf und Anschreiben, weshalb er/sie ehrenamtliche/r Naturtrainerin/Naturtrainer werden will, bitte bis zum 28. Oktober 2016 direkt an die regionalen Ansprechpartner mit dem Betreff „Naturtrainer in NRW“.

 

Mehr zum Projekt gibt es hier...

Ansprechpartnerin für die Region Lippe/Paderborn ist Laura Breitsprecher, erreichbar unter laura.breitsprecher@rolfscher-hof.de.



Leckerer Apfelsaft von hemischen Streuobstwiesen

(C)NABU/S. Haferbeck
(C)NABU/S. Haferbeck

Seit 1991 läßt der NABU Lippe aus den Früchten der vereinseigenen Streuobstwiesen Apfelsaft herstellen. Hierdurch sollen die Apfelbäume auf den lippischen Obsthöfen als Lebensraum für Vögel, Fledermäuse, Bilche und Insekten bewahrt werden. Gleichzeitig werden abgehende Bäume durch alte, heimische Obstsorten ersetzt. Durch Pacht und Kauf konnten zahlreiche Obsthöfe als landschaftsprägendes Element vor der Rodung bewahrt werden.

 

Die Fruchtsaftkelterei Wernicke aus Helpup presst den Saft und füllt ihn ab. Zu beziehen ist der Apfelsaft an folgenden Stellen:

 

  • NABU Umweltbildungsstätte Rolfscher Hof, Hahnbruchweg 5, 32760 Detmold
  • Biologische Station Lippe, Domäne 2, 32816 Schieder - Schwalenberg

 



Landschaftspflege mit bedrohten Nutztierrassen

Rotes Höhenvieh - Eine vom Aussterben bedrohte Rinderrasse lebt wieder auf

(C)NABU/D. Tornede
(C)NABU/D. Tornede

„Es ist die Fahrkuh, die jegliche Gespannarbeit ausführen muß. Im Frühjahr zieht sie unentwegt Furche auf Furche zu schrägem, buckeligen Reine, damit den schmalen Ackerbeeten das Sommerkorn einverleibt werden kann. Fuder auf Fuder bringt sie unermüdlich den kostbaren, über Winter bis zur Fensterhöhe der Wohnstube aufgesetzten Mist die steilen Berge hinan, wenn zwei Kühe es nicht schaffen, dann im Verein mit vieren, fünfen oder gar sechsen... Gutwillig geht die Fahrkuh nach dem Zurufe des Herren.“ (aus Rodenbeek 1930. Das Vogelsberger Rind)

Die Rede ist vom Roten Höhenvieh, einem kleinen, robusten und einfarbig rotem Rind, dass trotz der kärglichen Bedingungen in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft der deutschen Mittelgebirge sehr leistungsfähig war. Das Rote Höhenvieh war ein klassisches Dreinutzungsrind, dass Milch, Fleisch und Zugkraft lieferte. Bei Zugleistungswettbewerben um 1900 waren die Rinder unübertroffen und erzielten stets erste Preise. Durch die Mechanisierung der Landwirtschaft wurde die ausgeprägte Zugleistung des Roten Höhenviehs plötzlich wertlos. Die Rasse wurde so mehr und mehr verdrängt, bis es schließlich nur noch einzelne Tiere gab, die zudem nicht mehr reinrassig waren. Erst um 1980 setzte sich unter engagierten Tierzüchtern und Landwirten die Erkenntnis durch, alte Haustierrassen mit ihren speziellen Rasseeigenschaften zu erhalten.

(C)NABU/D. Tornede
(C)NABU/D. Tornede

Auf Dauer erhalten werden kann die Rasse aber nur, wenn eine sinnvolle Nutzung möglich ist. Die Zugleistung der Rinder wird nicht gebraucht und die Milchleistung ist gegenüber Milchrassen viel zu niedrig. Aber in der Fleischerzeugung in Form der Mutter-kuhhaltung haben sich mittlerweile Einsatzmöglichkeiten für das Rote Höhenvieh entwickelt. Auf dem Rindfleischmarkt bietet das Rote Höhenvieh aufgrund der sehr guten Fleischqualität gute Chancen in der Direktvermarktung. Für die Mutterkuh-haltung von Vorteil sind die Leichtkalbigkeit, gute Muttereigenschaften, ausreichende Milchleistung für die Saugkälber, Langlebigkeit, Widerstandsfähigkeit und Robustheit der Tiere. Auch zur Landschaftspflege lassen sich die Tiere wegen ihrer Genügsamkeit besonders gut auf kargen, ertragsschwachen Hängen oder in Feuchtwiesen einsetzen, die aus Naturschutzsicht besonders wertvoll sind. Aufgrund ihres geringen Gewichtes, der harter Klauen und Beweglichkeit sind sie hier vielen anderen Fleischrinderrassen überlegen.

(C)NABU/D. Tornede
(C)NABU/D. Tornede

Diese Vorteile hat auch der NABU Lippe erkannt und 1999 10 weibliche Tiere und einen Zuchtbullen mit Förderung des Naturparks Eggegebirge und südlicher Teutoburgerwald erworben. Es konnte Landwirte gefunden werden, die seitdem die Tiere halten und die Pflege von wertvollen Grünland durch Beweidung sicherstellen, u.a. am Rolfschen Hof in Berlebeck (s. Bild links) und in Oettern-Bremke (bei Detmold). Seit 2002 wird auch in Schlangen-Kohlstädt Rotes Höhenvieh gehalten, um u.a. die NABU-Flächen am Twetenberg mit den Tieren zu pflegen. Darüber hinaus hält auch das Freilichtmuseum in Detmold seit Jahren ein paar Tiere und setzt diese bei Vorführungen auch zur Zugarbeit ein. Insgesamt gibt es zur Zeit etwa 25 Tiere in Lippe, deren Zahl weiter steigen soll. Und vielleicht finden sich ja auch noch weitere Halter, die Interesse an dieser alten Haustierrasse haben.

Ansprechpartner zum Thema Rotes Höhenvieh beim NABU Lippe:

Dirk Tornede, Lippspringer Str. 70, 33189 Schlangen. Tel 05252 - 7355


Landschaftspflege mit Skudden - wenn der Bock zum Gärtner wird...

Alle drei Farbeinschläge der Skudden. Foto: Dr. K. Steinheider
Alle drei Farbeinschläge der Skudden. Foto: Dr. K. Steinheider

Bedrohte Lebensräume wie magere Wiesen, Halbtrockenrasen und Obsthöfe werden im lippischen Norden (Extertal, Dörentrup) mit Skudden beweidet. Diese kleine bedürfnislose Schafrasse ist besonders geeignet eine Verbuschung dieser oft nicht mehr genutzten Biotope aufzuhalten. Wir versuchen die ursprüngliche Nutzung, die zu der Insekten- und Pflanzenvielfalt geführt hat, wieder aufzunehmen. Hierbei wird allerdings die Idylle des Hirten von früher durch das Elektronetz und den Koppelzaun ersetzt. Wesentlich aufwändiger ist die Pflege der Streuobstweisen: die Obstbäume, besonders Apfelbäume, müssen gut gegattert werden, da die Skudden stark schälen.

Altbock. Foto:Dr. K. Steinheider
Altbock. Foto:Dr. K. Steinheider

Der NABU Lippe wählte vor 15 Jahren die Skudden zur Landschaftspflege, da hierdurch auch ein Beitrag zur Erhaltung einer vom Aussterben bedrohten Haustierrasse geleistet wurde. Die Biotoppflege hat dieser kommerziell uninteressanten, kleinsten deutschen Schafrasse wieder eine neue Überlebenschance gegeben. Unser Zuchtstamm geht auf 30 Muttertiere zurück, die in den 80er Jahren aus Litauen nach Lippe importiert wurden. Die Herdbuchzucht beim NRW-Schafzuchtverband erfolgt in den Farbschlägen weiß, schwarz und rotbraun. Seit einigen Jahren wird hierbei die Scrapieresistenzzucht durch Gentypisierung betrieben.

Überschüssige Tiere unserer Pflegetruppe stehen zum Verkauf. Bei Interesse bitte eine E-Mail an folgende Adresse: judith.steinheider@gmx.de