Vogel des Jahres

Der Haussperling
Der Haussperling


Seit 1971 bestimmt der NABU alljährlich den Vogel des Jahres, der jeweils stellvertretend auf die Gefährdung und Umweltprobleme eines Lebensraumes aufmerksam machen soll. Die Aktion ist die älteste ihrer Art in Deutschland und hat eine Vielzahl von Nachahmern gefunden. 

Waldkauz ist Vogel des Jahres 2017

Höhlen für den lautlosen Jäger der Nacht gesucht | NRW Bundesland mit größtem Vorkommen

Der Waldkauz - Vogel des Jahres 2017
(C)NABU/Marcus Bosch: Der Waldkauz - Vogel des Jahres 2017

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und sein bayerischer Partner, der Landesbund für Vogelschutz (LBV), haben den Waldkauz (Strix aluco) zum „Vogel des Jahres 2017“ gewählt. Der Waldkauz steht stellvertretend für alle Eulen, deren Schutz und Fortbestand als wichtiger Bestandteil der Artenvielfalt unverzichtbar ist. „Mit dem Waldkauz wollen wir für den Erhalt alter Bäume mit Höhlen im Wald oder in Parks werben und eine breite Öffentlichkeit für die Bedürfnisse höhlenbewohnender Tiere sensibilisieren“, sagte Heinz Kowalski, stellv. Landesvorsitzender und Vogelexperte des NABU NRW.

 

 Die Anpassungsfähigkeit bei der Wahl des Lebensraumes trägt dazu bei, dass der Waldkauz die häufigste Eule in Deutschland ist. Laut dem Atlas deutscher Brutvogelarten wird der Bestand auf 43.000 bis 75.000 Brutpaare geschätzt und als langfristig stabil eingestuft. Auch in NRW ist der Kauz mit 7.000 bis 12.000 Brutpaaren flächendeckend vertreten, im rheinischen Landesteil laut Atlas der Brutvögel Nordrhein-Westfalens sogar mit zunehmender Tendenz. 16% des gesamtdeutschen Bestandes leben hier. Damit ist NRW das Bundesland mit dem größten Waldkauzvorkommen. Der für die Arterhaltung entscheidende Bruterfolg hängt jedoch vor allem von der Qualität des Lebensraums ab. Das Fällen alter Höhlenbäume, eintönige Wälder und ausgeräumte Agrarlandschaften ohne Nahrung sind damit die größten Gefahren für einen gesunden Waldkauzbestand.

 

„Auch wenn sein Name anderes vermuten lässt, der Vogel des Jahres 2017 ist keinesfalls nur im Wald zu Hause, obwohl er sich in lichten Laub- und Mischwäldern am wohlsten fühlt“, so Kowalski weiter. Als ideal gelte ein Lebensraum mit einem Waldanteil von 40 bis 80 Prozent, dazu Lichtungen und angrenzende Felder. Längst sei er aber auch in städtischen Parkanlagen, Gärten oder auf Friedhöfen mit altem Baumbestand und geeigneten Bruthöhlen zuhause. Dabei komme er uns Menschen recht nah, wenn er auch eher zu hören als zu sehen ist.

 

Denn der Waldkauz ist mit seinem rindenfarbigen Gefieder gut getarnt. Tagsüber versteckt er sich zudem in Höhlen oder in dichten Baumkronen. Sein großer Kopf ohne Federohren sitzt auf einem gedrungenen Rumpf. Der beigebraun gefärbte Gesichtsschleier ist dunkel umrahmt. Sein freundliches Aussehen verdankt er seinen großen runden „Knopfaugen“ sowie den zwei hellen Querstrichen oberhalb des Gesichtsrahmens, die auf uns Menschen wie Augenbrauen wirken. Der stark gekrümmte Schnabel ist beim Waldkauz gelblich.

 

Hören kann man die Rufe des Jahresvogels häufig in TV-Krimis, vor allem, wenn es dunkel und unheimlich wird. Im wahren Leben erklingt das lang gezogene „Huu-hu-huhuhuhuu“, wenn Waldkäuze balzen oder ihre Reviere markieren, vor allem im Herbst und im Spätwinter. Fast das ganze Jahr über machen sie außerdem durch ihren Kontaktruf „ku-witt“ auf sich aufmerksam. Die lautlosen Jäger werden mit 40 bis 42 Zentimeter Länge etwa so groß wie Krähen, bringen 400 bis 600 Gramm auf die Waage und erreichen eine Flügelspannweite bis zu 98 Zentimetern.

 

Weitere Infos unter www.Vogel-des-Jahres.de oder www.LBV.de


Bunte Wiesen und Wegränder für bunte Vögel

NABU: Stieglitz ist Vogel des Jahres 2016 | Botschafter für mehr Artenvielfalt in der Agrarlandschaft | Stieglitze in NRW nehmen seit Jahren zu

Berlin/Düsseldorf – Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und sein bayerischer Partner, der Landesbund für Vogelschutz (LBV), haben den Stieglitz (Carduelis carduelis) zum „Vogel des Jahres 2016“ gewählt. Als einer der farbenfrohesten Vögel Deutschlands steht der auch Distelfink genannte Stieglitz für vielfältige und bunte Landschaften, denn er ernährt sich vornehmlich von den Samen zahlreicher verschiedener Blütenpflanzen, Gräser und Bäume. Ausreichend Nahrung findet er jedoch immer weniger, daher ist der Bestand des Stieglitzes in Deutschland in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen.

weiterlesen...

(C) NABU/Frank Derer
(C) NABU/Frank Derer

2015: Der Habicht

NABU und LBV: Habicht ist Vogel des Jahres 2015

Illegale Verfolgung bedroht den Greifvogel – Nordrhein-Westfalen federführend bei Bekämpfung der Greifvogelverfolgung - übrige Bundesländer müssen reagieren

(c) NABU/M. Hamblin
(c) NABU/M. Hamblin

Berlin/Düsseldorf – Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und sein bayerischer Partner, der Landesbund für Vogelschutz (LBV), haben den Habicht (Accipter gentilis) zum „Vogel des Jahres 2015“ gewählt. Auf den Grünspecht, Vogel des Jahres 2014, folgt damit ein Greifvogel, der wie viele andere seiner Verwandten immer noch der illegalen Verfolgung ausgesetzt ist, obwohl die Jagd auf den Habicht seit den 1970er Jahren verboten ist.

„Illegal abgeschossene, vergiftete oder gefangene Habichte sind nach wie vor trauriger Alltag. Es gibt immer noch einzelne Jäger, die ihn als Konkurrenten bei der Jagd auf Hasen und Fasane sehen“, sagte Bernd Jellinghaus, Sprecher des LFA Ornithologie und Vogelschutz im NABU NRW. Aber auch bei Geflügel- und Taubenzüchtern sei der Habicht besonders unbeliebt. „Zwar holt sich der Habicht auch mal ein Haushuhn oder eine Reisetaube, Hauptnahrung sind aber die wild lebenden Ringel- oder Stadttauben sowie Krähen, von denen es ausreichend viele gibt“, so Jellinghaus weiter. Daher entwickele sich der Habicht in vielen Gegenden zunehmend vom scheuen Waldbewohner zum Nachbarn in städtischen Parks und Friedhöfen. In der Stadt sei das Nahrungsangebot das ganze Jahr über gesichert.

Nach aktuellen Erfassungen leben in Deutschland 11.500 bis 16.500 Brutpaare. Davon brüten in Nordrhein-Westfalen 1500 – 2000 Habichtpaare. Neben Niedersachsen erreicht der Habicht in Nordrhein-Westfalen bundesweit die höchsten Siedlungsdichten. Die Bestände sind in Deutschland derzeit zwar nicht flächendeckend gefährdet, allerdings sind die Bestandszahlen in NRW rückläufig. Rückgänge werden dabei besonders im Tiefland beobachtet, in den waldreichen Mittelgebirgen nimmt die Zahl der Reviere dagegen zu. Diese regionalen Rückgänge lassen sich kaum mit dem Verlust von Brutplätzen oder dem Mangel an Beutetieren erklären, korrelieren nach einer Untersuchung des Komitees gegen den Vogelmord aber mit der Verteilung der Niederwildreviere.
 
„Illegale Greifvogelverfolgung ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat, die konsequent verfolgt werden muss", erklärte Heinz Kowalski, stellvertretender Vorsitzender des NABU NRW. Vorbildlich geschehe dies seit beinah 10 Jahren in Nordrhein-Westfalen. Seit 2005 widme sich hier die Stabsstelle zur Bekämpfung von Umweltkriminalität unter anderem der Eindämmung illegaler Greifvogelverfolgung. Die im Umweltministerium angesiedelte Einrichtung arbeite intensiv mit den Polizeibehörden zusammen, um eine konsequente Strafverfolgung zu ermöglichen. NABU und LBV forderten die übrigen Bundesländer daher auf, diesem Beispiel zu folgen und speziell geschulte Einheiten und Koordinationsstellen bei der Polizei und den Naturschutzbehörden der Länder einzurichten.

Obwohl alle Greifvogelarten seit den 70er Jahren unter strengem Schutz stehen, werden alljährlich zahlreiche Fälle von illegaler Verfolgung der Stabstelle Umweltkriminalität bekannt. In den letzten Jahren wurde sogar eine kontinuierliche Zunahme der gemeldeten Fälle von Greifvogelverfolgung festgestellt. So sind in den Jahren 2005 bis 2013 allein in NRW mehr als 400 Fälle dokumentiert, bei denen insgesamt 700 Greifvögel und Eulen gefangen, verletzt oder getötet wurden. Trauriger Rekordhalter ist der Mäusebussard mit 467 getöteten Individuen, gefolgt vom Habicht mit 74 Opfern illegaler Verfolgung.

(c) NABU/W. Lorenz
(c) NABU/W. Lorenz

NABU und LBV sprechen sich deshalb dafür aus, neben der Benutzung auch den bislang erlaubten Verkauf von Habichtfangkörben zu verbieten. In der Umgebung von Greifvogelnestern müssten Horstschutzzonen eingerichtet werden, in denen Forstwirtschaft und Jagd vor allem während der Brutzeit zwischen März und Juni ruhen sollten. Das Aushorsten von jungen Habichten in freier Natur für die Falknerei dürfe nicht mehr – auch nicht in Ausnahmefällen – genehmigt werden.
 
NABU und LBV haben als Signal gegen die illegale Greifvogelverfolgung gemeinsam mit dem Komitee gegen den Vogelmord eine bundesweite Meldeaktion gestartet. Aktuell aufgestellte Fallen, vergiftete oder angeschossene Greifvögel in Nordrhein-Westfalen sollten dabei an die bekannten Meldestellen weitergegeben werden:

Stabsstelle Umweltkriminalität
Ministerium für Klimaschutz, Umweltschutz, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen
Telefon 0211/4566-473 oder -407, stabuk@mkulnv.nrw.de

Komitee gegen den Vogelmord e.V.
Telefon 0228/665521, axel.hirschfeld@komitee.de

NABU Landesverband NRW
Telefon 0211/159251-10, info@NABU-NRW.de

Für Rückfragen:
Bernd Jellinghaus, Sprecher LFA Ornithologie und Vogelschutz im NABU NRW, mobil: 0175 4531628
Heinz Kowalski, stellv. Landesvorsitzender, mobil: 0160 8856 396

Weitere Infos zum Vogel des Jahres in Nordrhein-Westfalen unter  www.NABU-NRW.de  oder bundesweit auf www.Vogel-des-Jahres.de.

Die Farbbroschüre „Vogel des Jahres 2015 - Der Habicht“ (Art.Nr.: 1975), DIN A5, 36 Seiten  gibt es im NABU-Natur-Shop, info@NABU-Natur-Shop.de, Tel. 0511-711 099 98 oder unter www.NABU.de/infomaterial  sowie im LBV-Natur-Shop unter www.lbv.de oder www.lbv-shop.de

Der aktuelle Leitfaden „Illegale Greifvogelverfolgung - Erkennen, Bekämpfen, Verhindern“  für Nordrhein-Westfalen, steht unter www.NABU-NRW.de/themen/jagd/greifvoegel/verfolgung/ als pdf zum Download bereit. Die gedruckte Broschüre kann über o.g. Bezugsquellen bestellt werden.


Übersicht aller bisher gewählten "Vögel des Jahres"

2014 Grünspecht
2013  Bekassine
2012
Dohle
2011
Gartenrotschwanz
2010
Kormoran
2009
Eisvogel
2008
Kuckuck
2007
Turmfalke
2006
Kleiber
2005
Uhu
2004
Zaunkönig
2003
Mauersegler
2002
Haussperling
2001
Haubentaucher
2000
Rotmilan
1999
Goldammer
1998
Feldlerche
1997
Buntspecht
1996
Kiebitz
1995
Nachtigall
1994
Weißstorch
1993
Flussregenpfeifer
1992
Rotkehlchen
1991
Rebhuhn
1990
Pirol
1989
Teichrohrsänger
1988 Wendehals
1987 Braunkehlchen
1986 Saatkrähe
1985 Neuntöter
1984 Weißstorch
1983 Uferschwalbe
1982 Großer Brachvogel
1981 Schwarzspecht
1980 Birkhuhn
1979 Rauchschwalbe
1978 Kranich
1977 Schleiereule
1976 Wiedehopf
1975 Goldregenpfeiffer
1974 Mehlschwalbe
1973 Eisvogel
1972 Steinkauz
1971
Wanderfalke