NABU – Ostwestfalen-Lippe: Keine ICE Neubaustrecke

Die NABU – Kreisverbände Minden-Lübbecke, Herford, Lippe, Paderborn und Gütersloh haben sich bei ihrem Treffen am 19.09.2020 im NABU-Moorhus in Lübbecke einmütig gegen den Neubau einer Schnellbahnstrecke zwischen Hannover und Bielefeld ausgesprochen. Diese Trasse soll eine Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h ermöglichen.

 

Die Planungen sehen vor, wegen einer geringfügig kürzeren Fahrtdauer die weitere Zerschneidung und Verlärmung der Landschaft mit Lebensräumen und Schutzgebieten für Menschen, Tiere und Pflanzen in die Tat umzusetzen. Die neue Trasse würde als 20 Meter breite Betonfahrbahn gebaut werden, um die Gleise schotterfrei anbringen zu können.

 

Ein kleiner Zeitvorteil würde durch eine großräumige und massive Natur- und Umweltzerstörung erkauft, so Bernd Milde, Friedhelm Diebrok und Lothar Meckling von den Kreisverbänden Lippe, Herford und Minden-Lübbecke, die am stärksten von den Ausbaumaßnahmen betroffen wären.

 

Schon heute benötigt ein ICE für die Strecke Bielefeld - Berlin nur 2,5 Std und ist mit dem Auto voll konkurrenzfähig. Der durch die Neubautrasse angestrebte, geringe Zeitgewinn brächte keine nennenswerte Verbesserung.

 

Auch der NABU unterstützt notwendige Maßnahmen für eine Verkehrswende, so alle Beteiligten, deren Ziel die Verdopplung der Fahrgastzahlen und des Güterverkehrs auf der Schiene ist.

Daher fordern die ostwestfälischen NABU-Kreisverbände statt einer Neubaustrecke die Ertüchtigung vorhandener Verbindungen, z.B. der Strecke Löhne - Elze aber insbesondere den trassennahen viergleisigen Ausbau der Strecke Minden-Wunstorf.

Der sogenannte Deutschlandtakt im Bahnverkehr zwischen den Metropolen wäre auch bei einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h auf dieser ertüchtigten Trasse zu verwirklichen!

 

Die NABU-Verbände aus– Ostwestfalen-Lippe fordern die Politiker aller Gremien auf, die unsinnigen Planungen zum Neubau einer Schnellbahntrasse Bielefeld-Hannover zu stoppen.