Arbeitsgemeinschaft der Naturschutzverbände in OWL und Niedersachsen

Pressemitteilung

Naturschutzverbände reagieren empört auf drohende Natur- und Landschaftszerstörung

Bahn stellt Vorzugsvarianten 3 und 4 für die ICE-Neubaustrecke Hannover -Bielefeld vor


Bielefeld, 5.12.2025 | „Jetzt ist die Katze aus dem Sack“ konstatiert Karsten Otte, Sprecher
der Bezirkskonferenz Naturschutz Ostwestfalen-Lippe. „Die Bahn will mit zwei Varianten
weiterplanen, die besonders heftig in mehrere äußerst sensible Naturschutzbereiche
eingreifen würden“. Das Bündnis der Naturschutzverbände aus OWL und Niedersachsen
benennt bei der Variante 3 als besonders betroffene Naturgebiete die Bielefelder
Johannisbachaue, das Heilquellenschutzgebiet von Bad Salzuflen unter dem Stuckenberg, das
FFH-Schutzgebiet „Wälder bei Porta Westfalica“ und die Bückeburger Niederung, einem
europaweit geschützten Refugium für seltene Vogelarten.


Karsten Otte: „Inakzeptabel ist, dass die Bahn den von den Verbänden und Kommunen der
Region geforderten natur- und klimaverträglichen Ausbau entlang der Bestandsstrecke nicht
ernsthaft geprüft hat“. Die Naturschutzverbände seien mit ihrer Kritik nicht allein, auch
Landwirtschaftsverbände, Bürgerinitiativen und Kommunen hätten zum Ausdruck gebracht,
dass hier eine ganze Region eine solche Planung ablehnt. „Der Landwirtschaft gehen
hochwertige Böden verloren und vielen Betriebe droht mit dieser Trasse das Aus“.


Jakob Hornung, der auf dem jahrhundertealten Rethof in der Bückeburger Niederung eine
Bioland-Gärtnerei bewirtschaftet, reagiert fassungslos: „Nach einem erfolgreichen Jahr
haben wir uns auf den Jahresausklang gefreut und nun müssen wir der gigantischen
Naturzerstörung unserer Heimat und unserer Existenz ohnmächtig entgegensehen.“
Würde die Neubautrasse V 3 umgesetzt, drohten riesige Eingriffe in Natur und Landschaft.
Geplant seien alleine 25 km Tunnelstrecke, vier große Talbrücken und auf etwa 40 km Länge
Dämme und Einschnitte. Seit langem fordern die Verbände die Vorlage einer realistischen
Wirtschaftlichkeitsberechnung. Ergebnis würde nach ihrer Einschätzung sein, dass mit der
Neubaustrecke Geld verbrannt wird, das dringend für den Ausbau der Regionalverkehre
gebraucht würde. Auch die Klimaverträglichkeit werde nicht ernsthaft geprüft. Damit
verstoße die Bahn gegen das Klimaschutzgesetz, nachdem für solche Planungen eine CO²-
Bilanz vorzulegen sei.


Ansprechpersonen für Rückfragen:
- Karsten Otte, Tel. 0163 8340021
- Eva von Löbbecke, Tel. 0172 51 55 198


Infos zu den Trassen auf der Seite der Bahn:

https://www.hannover-bielefeld.de/trassen-korridor

Vartiante 3: https://www.hannover-bielefeld.de/trassen-korridor/v03

 

Kontakt 
Bernd Milde
NABU  
Mitglied im Landesvorstand und Vorsitzender NABU Lippe
Tel. 0171 86 88 298
Adalbert Niemeyer-Lüllwitz
BUND NRW e.V. 
Mitglied im Landesvorstand und Kreisvorstand Bielefeld
Tel. 015116500470